Verhandlungen mit Musikindustrie Google-iTunes könnte bald Realität werden

Nach Amazon und Apple will nun mit Google der nächste IT-Riese einen Online-Musikladen eröffnen: Einem Bericht der New York Times zufolge verhandelt der Suchkonzern fieberhaft mit der Musikindustrie, um seinen MP3-Shop schon in wenigen Wochen verfügbar zu machen. Ein solcher Dienst wäre vor allem für Android-Nutzer interessant.

Den passenden Namen gibt es schon: "Music Beta by Google" heißt der Dienst, den der IT-Konzern vor fünf Monaten seinen US-Kunden vorstellte. Dort können Nutzer zwar ihre MP3s auf Google-Servern speichern, bislang aber keine Musik kaufen.

Google-Manager Paul Joyce bei der Vorstellung von "Music Beta by Google" im Mai: Konkurrenz zu Amazon, Apple und Facebook.

(Foto: Bloomberg)

Das soll sich der New York Times zufolge bald ändern: Wie es dort auf einem Medienblog heißt, möchte Google schon in wenigen Wochen einen eigenen MP3-Shop eröffnen - und damit in Konkurrenz zu Firmen wie Apple und Amazon treten.

Die Times beruft sich in ihrem Bericht auf Manager von Musiklabels, mit denen Google gerade verhandelt. Dabei geht es um einen neuen Lizenzvertrag, der das Streaming von Songs einschließt: Weil die Nutzer ihre gekauften MP3s auf Google-Servern speichern und auch dort abspielen können, ist dies den Labels zufolge ein anderes Nutzungsszenario als der Download auf die eigene Festplatte. Sie verlangen deshalb Berichten zufolge von Google eine höhere Beteiligung am Umsatz. Zudem steht der Vorwurf im Raum, Googles Musikschließfach könnte zum illegalen Austausch von Musik genutzt werden.

Auch die Konkurrenz bietet inzwischen Musik-Schließfächer an: Apples mobiles Betriebssystems iOS 5 erlaubt es Kunden, Songs auf den Servern des Unternehmens zu lagern. Dabei ist es ab Ende Oktober zudem möglich, für einen Aufpreis auch Songs hochzuladen, die nicht über iTunes gekauft wurden - diese werden dann automatisch erkannt und der Sammlung zugeordnet.

Konkurrenz zu Amazon und Facebook

Amazon bietet mit seinem Online-Speicherdienst Cloud Drive einen ähnlichen Service wie "Music Beta" an. Hier werden bei Amazon gekaufte MP3s und elektronische Bücher automatisch auf den Servern des Unternehmens gespeichert, wo sie abrufbar sind.

Es wird erwartet, das Googles Musikdienst die derzeit laufende Testphase in den kommenden Wochen verlässt und dann das "Beta" im Namen entfällt. Sollte das Unternehmen ein Abkommen mit der Musikindustrie erzielen, dürfte der iTunes-Konkurrent auch an den Android Market des mobilen Google-Betriebssystems für Smartphones angegliedert werden.

Nutzer könnten Songs womöglich auch gemeinsam über das soziale Netzwerk Google Plus hören. Einen ähnlichen Dienst bietet Facebook in Kooperation mit dem Streaming-Dienst Spotify an, der allerdings in Deutschland noch nicht gestartet ist.