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Unterwasserwelt im Netz:Mit Google durchs Great Barrier Reef tauchen

Häuser, Straßen und Fußgänger sind nicht genug - bald kann man online auch unter dem Meer flanieren: Australische Forscher wollen mit HD-Kameras und Unterwasser-Robotern 50.000 Panorama-Fotos von der spektakulären Unterwasserwelt Great Barrier Reef schießen und sie bei Google Earth und Google Maps hochladen.

Google Street View taucht ab: Australische Forscher wollen mit HD-Kameras und Unterwasser-Robotern 50.000 Panorama-Fotos vom Great Barrier Reef schießen und sie in Zusammenarbeit mit Google im Internet veröffentlichen. Die 360-Grad-Aufnahmen vom größten Korallenriff der Erde sollen über die Foto-Plattform Panoramio bei Google Maps und Google Earth zu sehen sein.

Die prachtvolle Unterwasserwelt des Great Barrier Reef ist eine Attraktion für Australien-Touristen.

(Foto: AP)

Die Unterwasser-Version von Googles Straßenbilder-Dienst Street View sei eine spannende Verquickung von Forschung und Alltagskultur, sagte Studienleiter Ove Hoegh-Guldberg von der University of Queensland. Dank raffinierter Digital-Technik könnten die Seaview-Nutzer "im Grunde genommen ins Great Barrier Reef eintauchen und einen Tauchgang unternehmen, als ob sie mit uns mitkommen würden", sagte Hoegh-Guldberg.

Eigentlich wollen die Forscher mit den Unterwasser-Aufnahmen das vom Klimawandel bedrohte Korallenriff kartographieren, um Veränderungen durch die Erderwärmung zu beobachten. Außerdem sollen die Roboter Fotos in Meerestiefen schießen, die von Tauchern nicht erreicht werden können. So wollen die Wissenschaftler insbesondere herausfinden, ob die Korallen auch in großer Tiefe beim Laichen vom Mondlicht gesteuert werden.

Ein zweites Team, das von dem Hai-Forscher und Kameramann Richard Fitzpatrick geleitet wird, soll die großen Bewohner des Korallenriffs mit der Kamera begleiten: Rochen, Schildkröten und Tigerhaie. Die Expedition, deren Arbeit über einen eigenen YouTube-Kanal auch in Echtzeit verfolgt werden kann, soll offiziell im September starten.

Als Ende 2011 sechs Tage lang die Roboter getestet wurden, entdeckten die Forscher gleich vier in Australien bislang unbekannte Korallenarten und ein neues Zwerg-Seepferdchen. Das Great Barrier Reef erstreckt sich vor der Küste des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens. Mit seiner bunten Unterwasserwelt zählt das Unesco-Weltnaturerbe zu den Hauptattraktionen der australischen Tourismusindustrie. Das Riff mit seinen 400 Korallen- und 1500 Fischarten ist aber durch die Erwärmung, Versauerung und die Verschmutzung der Meere bedroht.

© Süddeutsche.de/afp/beitz

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