Überweisung per Messenger:Facebook arbeitet angeblich an Bezahldienst

Phishing

Bisher sind Kreditkarten online ein wichtiges Bezahlmittel. Facebook könnte auch in den Markt einsteigen

(Foto: dpa)
  • Facebook soll an einem Dienst arbeiten, mit dem sich Nutzer Geld schicken könnten.
  • Im Juni stellte das Unternehmen den Chef von Paypal ein. Seine Aufgabe soll es sein, den Messenger-Dienst zu verbessern - und zu untersuchen, ob sich mit ihm Geld verdienen lässt.

Geld verschicken wie eine Kurznachricht

Auf Facebook werden pro Tag zwölf Milliarden Nachrichten verschickt - und demnächst könnte viel mehr ausgetauscht werden. Laut der Technik-Seite Techcrunch arbeitet Facebook an einer Erweiterung für seinen Messenger-Dienst, mit dem Nutzer in Zukunft Geld verschicken könnten.

Die Seite beruft sich dabei auf den 21-jährigen Sicherheitsforscher Andrew Aude, der mehrere Screenshots und über den Instagram-Account eines Techcrunch-Mitarbeiters ein Video veröffentlichte. Aude studiert Informatik an der renommierten Stanford-Universität und arbeitet nach eigenen Angaben seit sechs Jahren mit iOS-Software, also dem Smartphone-Betriebssystem von Apple. Durch einen Dienst für Software-Entwickler mit dem Namen Cycript habe Aude die Funktion auf seinem iPhone aktivieren können. Es soll möglich sein, per Knopfdruck Geld zu verschicken - nachdem man festlegt, wie hoch der Betrag ist.

Aufmerksam geworden ist der Student nach einem Tweet des Sicherheitsexperten Jonathan Zdziarski. Dieser wies als Erster darauf hin, dass im Messenger-Code von Facebook Daten zu finden seien, die es Nutzern erlauben, mit Karte zu zahlen. Sicherheitsforscher suchen nach Schwachstellen in Computersystemen, die von Hackern ausgenutzt werden könnten. Dabei stoßen sie immer wieder auf neue Funktionen - die mitunter schon angelegt, aber nicht freigegeben sind.

Ex-Paypal-Chef soll Wege finden, Geld zu verdienen

Anfang Juni war bekannt geworden, dass der Chef von Paypal, David Marcus, in Zukunft für Facebook arbeiten wird. Er soll für den Messenger-Dienst verantwortlich sein. Damals sagte Marcus, er wolle "sich die Hände schmutzig" machen. Er soll, so berichtete es Bloomberg unter Berufung auf Insider, eine Antwort auf eine knifflige Frage finden: Wie lässt sich Geld verdienen mit Diensten, die deshalb so beliebt sind, weil sie spottbillig oder gar kostenlos sind?

Fast 90 Prozent seiner Erlöse macht das soziale Netzwerk mit Werbung - im vergangenen Jahr 6,9 Milliarden Dollar. Doch diese Werbung wird nur auf den Seiten der Mitglieder platziert, nicht in den untereinander ausgetauschten Kurznachrichten. Und in der Branche ist die Sorge groß, die Menschen mit Anzeigen aus den Chats zu vergraulen - und zur Konkurrenz zu treiben.

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