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Cyberattacke:Drei Verdächtige wegen Angriffs auf Twitter-Konten Prominenter festgenommen

Twitter-Hack auf Prominenten-Accounts

Von der Cyber-Attacke Mitte Juli war auch der Twitter-Account des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama betroffen.

(Foto: -/dpa)

Die jungen Männer zwischen 17 und 22 Jahren hatten mutmaßlich die Accounts von Persönlichkeiten wie Barack Obama, Bill Gates und Elon Musk gehackt, um Geld zu erschwindeln.

Nach einer massiven Hacker-Attacke auf Twitter-Konten von Prominenten hat die Polizei in den USA drei Verdächtige festgenommen. Es handelt sich um einen 17-jährigen Jugendlichen und einen 22-jährigen Mann aus Florida sowie einen 19-jährigen Briten.

Der 17-jährige Graham Ivan C. gilt den Behörden als "Drahtzieher" des Cyber-Angriffs. Gegen ihn lägen 30 Anklagepunkte vor, erklärte Staatsanwalt Andrew Warren. Graham Ivan C. werde von der Justiz angesichts der Schwere der Vergehen als Erwachsener behandelt, weswegen ihm eine längere Haftstrafe drohen könnte, sagte er. Den anderen beiden Verdächtigen soll in Kalifornien der Prozess gemacht werden.

Bei dem beispiellosen Twitter-Hack vor etwa zwei Wochen waren die Konten zahlreicher Prominenter gekapert worden, darunter der Account des früheren US-Präsidenten Barack Obama, von Microsoft-Gründer Bill Gates und Tesla-Chef Elon Musk. Auch Firmen-Accounts, etwa von Apple, wurden gehackt.

Die Accounts riefen Nutzer in Tweets dazu auf, Beträge in der Kryptowährung Bitcoin auf ein bestimmtes Konto zu schicken - verbunden mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen. Dabei kamen nach Angaben der Ermittler mehr als 100 000 US-Dollar zusammen. Von der Attacke waren 130 Accounts betroffen.

Experten zufolge hätte ein ausgefeilterer Hack - etwa durch einen gezielten Spendenaufruf oder eine politische Botschaft - noch deutlich größeren Schaden anrichten können als der recht offensichtlich verdächtige Bitcoin-Aufruf.

130 Accounts waren betroffen

Dem Staatsanwalt zufolge leistete der 17-jährige Graham Ivan C. bei der Festnahme in seiner Wohnung in Tampa, in der er allein gelebt habe, keinen Widerstand. Der Zugriff der Justiz sei das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Bundespolizei FBI und anderen Behörden, erklärte Warren.

Die Staatsanwaltschaft in San Francisco im Bundesstaat Kalifornien, wo das Unternehmen Twitter seinen Sitz hat, erklärte, dem 19-jährigen Mason S. aus Großbritannien werde unter anderem Hacking, Betrug und Geldwäsche zur Last gelegt. Dem unter dem Benutzernamen "Chaewon" bekannten Mann könnten demnach bis zu 45 Jahre Haft drohen. Dem 22-jährigen Nima F. aus der Stadt Orlando in Florida, online auch bekannt als "Rolex", wird Beihilfe zum unerlaubten Eindringen in einen Computer vorgeworfen, wofür ihm fünf Jahre Haft drohen könnten. Es blieb zunächst unklar, ob sie bereits festgenommen worden waren.

"Es gibt einen Irrglauben innerhalb der Gemeinschaft krimineller Hacker, dass Angriffe wie der Twitter-Hack anonym und ohne Konsequenzen durchgeführt werden könnten", erklärte Staatsanwalt David Anderson. Die rasche Strafverfolgung in diesem Fall zeige aber, dass solches Handeln Spuren hinterlasse und schnell Konsequenzen habe, sagte er. Die Ermittlungen wurden demnach von der Bundespolizei FBI und dem Secret Service unterstützt. Es werde noch ermittelt, um zu klären, ob es noch weitere an dem Hack beteiligte Personen gab.

Die Staatsanwaltschaft in Kalifornien will den 17-jährigen "Drahtzieher" nicht nach Bundesrecht anklagen, weil er dann als Minderjähriger behandelt werden müsste. Die Anklage wird daher dem lokalen Staatsanwalt in Florida überlassen, weil er dort nach örtlichem Recht als Erwachsener zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das könnte eine deutlich höhere Haftstrafe zur Folge haben.

Twitter erklärte am Freitag, das Unternehmen sei dem raschen Vorgehen der Justiz dankbar und werde weiter bei den Ermittlungen kooperieren.

Twitter hatte nach dem für das Unternehmen sehr peinlichen Hack erklärt, einige Mitarbeiter seien "manipuliert" worden und die Angreifer hätten sich mit deren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. "Dieser Angriff beruhte auf einem bedeutenden und koordinierten Versuch, bestimmte Angestellte zu täuschen und menschliche Schwächen auszunutzen, um Zugang zu unseren internen Systemen zu bekommen", hatte Twitter am Donnerstag erklärt. Seither sei der Zugriff auf jene Systeme "deutlich begrenzt" worden.

© SZ.de/dpa/jobr/aner/aner

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