Technik-HistorieAls der Touchscreen floppte

Was gut ist, wird sich durchsetzen. Die Frage ist nur: Wann? iPad, Smartphone oder Elektroauto gehören heute zum Alltag, waren aber ursprünglich ihrer Zeit voraus. Eine Auswahl vertrauter Ideen, die im ersten Anlauf scheiterten.

Touchscreen-Urahn – Simon von IBM

Ein halbes Kilo schwer und 23 Zentimeter lang war es, das erste Handy mit Touchscreen. 1992 kam der Urahn des heutigen Smartphones auf den Markt. Das Modell Simon des Herstellers IBM konnte Faxe und E-Mails versenden. Doch die Welt war noch nicht bereit für Simon. Zu umständlich war die Handhabung. Das Gerät konnte nicht drahtlos ins Internet. Dafür war ein Kabel nötig. Für E-Mails ein Anruf bei einem Server. Nach kaum einem Jahr verschwand das Gerät vom Markt. Einen Nachfolger gab es nicht. Erst nach der Jahrtausendwende entwickelte sich der Touchscreen bedeutend weiter. Doch auch das Ericsson P800 von 2002, das erste Handy mit Farb-Touchscreen, konnte die Tastatur noch nicht vom Handy verdrängen. Dies gelang 2007 dem iPhone. Aber was hat Apple anders gemacht als die Konkurrenz? Das iPhone war das erste Handy, das sich ausschließlich über die Finger steuern ließ. Außerdem reagierte es sensibler auf Berührungen als die Konkurrenzmodelle. Sie mussten umständlich per Stift bedient werden. Von Julia Löffelholz

Bild: Getty Images 24. September 2014, 10:212014-09-24 10:21:26 © SZ vom 24.09.2014/mri/rus