Suchmaschine Google muss Konkurrenz prominent zeigen

Sie suchen online nach einem Gasgrill? Google verlinkt auf eine eigene Preisvergleichsseite. Das ärgert andere Anbieter solcher Portale - und die EU. Nun setzt die EU-Kommission durch, dass Google Konkurrenten wie seine eigenen Angebote zeigen muss.

Hat Google zu viel Macht? Die EU macht Druck auf den Suchmaschinenanbieter, konkurrierenden Angeboten Platz auf der eigenen Webseite einzuräumen. EU-Kommissar Joaquín Almunia hat nun einen Kompromissvorschlag von Google vorgelegt. Der Konzern entgeht so wohl einer hohen Geldstrafe, die die EU gegen Firmen verhängen kann, wenn der freie Wettbewerb bedroht ist.

Google habe nun verbesserte Zusagen vorgelegt, teilte die Behörde mit. Es geht dabei vor allem um Einblendungen für kommerzielle Angebote. Wer den Namen eines Laptops googelt, bekommt beispielsweise ganz oben Links zu einem Vergleichsportal von Google angeboten. Hier sollen künftig auch Links zu anderen Anbietern eingeblendet werden - ebenso prominent wie der Link zu Googles Seite. Das betrifft auch Restaurants, Hotels oder andere Produkte.

Almunia sagte, er sei mit den neuen Zugeständnissen des US-Suchmaschinenbetreibers grundsätzlich einverstanden. "Ich glaube, dass diese Vorschläge auf die Bedenken der EU-Kommission eingehen." Die EU will nun die Konkurrenten zu den Zusagen befragen. Dann will die EU den Streit endgültig abzuschließen. "Wir werden in Europa erhebliche Änderungen an der Funktionsweise von Google vornehmen", sagte Kent Walker, Leiter der Rechtsabteilung von Google. "Zusammen mit der Europäischen Kommission sind wir auf die von ihr thematisierten Punkte eingegangen und sehen der Umsetzung entgegen."

So sieht die Google-Seite bisher aus, anhand einer Beispielsuche nach Gasgrills:

(Foto: EU-Kommission)

So soll sie künftig aussehen - mit grauem Kasten für die Links auf die Konkurrenz-Shops:

(Foto: EU-Kommission)

So soll die Konkurrenz auf Smartphones eingeblendet werden:

(Foto: EU-Kommission)