Studie zum Medienkonsum Daddeln macht doof

"Es müssten mehr Spiele indiziert werden", forderte Pfeiffer. Indizierte Spiele fänden sich bei den Kindern fast nie. Da für sie keine Werbung gemacht werde, hätten sie auf dem Schulhof kaum einen Marktwert. Dagegen machten Spiele mit Altersbeschränkung "die Kinder richtig scharf". Der weit verbreitete Konsum zeige: "Der Jugendschutz ist ein Papiertiger." Pfeiffer forderte die Jugendminister auf, gegen die Freigabe des Spiels World of Warcraft schon ab 12 Jahren tätig zu werden. Es verleite Jugendliche zu suchtartigem, stundenlangem Spiel.

Ein Ausweg aus der Bildungsspirale nach unten seien Sport, Musik und der Ausbau der Ganztagsschulen, sagte Pfeiffer. "Alle Pisa-Siegerländer sind Ganztagsschulländer. Das schützt die Kinder." Musik sei für Kinder "eine Schutzimpfung gegen Medienverwahrlosung". Die NRW-Initiative "Jedem Kind ein Instrument", die an den Grundschulen im Ruhrgebiet gestartet wurde, sei vorbildlich für alle Bundesländer.

Harsche Kritik äußerte der Kriminologe an der Ausweitung des Stundenvolumens durch die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur. "Die Kultusminister haben Fehler begangen. Sie hätten erst den Lehrstoff entrümpeln müssen." Das Unterrichtsvolumen sei zu viel. "Das ist Stress, der den Kindern nicht gut tut." Als "Schnapsidee" bezeichnete Pfeiffer die - auch von Sommer vorgeschlagene Idee - auf den Samstag auszuweichen. Busemann und Sommer betonten, die Straffung des Lehrpläne sei bereits in Arbeit.

Für die KFN-Analyse wurden 5500 Viertklässler und 17.000 Neuntklässler befragt. Außerdem wurde eine seit 2005 laufende wissenschaftliche Untersuchung mit über 1000 Berliner Kindern ausgewertet sowie ein Experiment zur Zusammenhang zwischen Freizeitbeschäftigung und Konzentrationsleistung.