Streit um Nutzerdaten:Facebook will Daten von Whatsapp-Nutzern sammeln dürfen

Facebook - WhatsApp

Whatsapp will Daten an Facebook weitergeben.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)
  • Facebook will nicht hinnehmen, dass der Hamburger Landesdatenschutzbeauftragte Johannes Caspar den Datenaustausch mit Whatsapp untersagt hat.
  • Das Unternehmen hat beim Verwaltungsgericht Hamburg beantragt, die entsprechende Verwaltungsanordnung auszusetzen.
  • Facebook argumentiert, dass auch für deutsche Nutzer der irische Datenschützer zuständig sei. Deshalb habe Caspar keine Befugnis für sein Vorgehen.

Facebook ist gegen das Verbot, Daten von Whatsapp-Nutzern auszuwerten, vor Gericht gezogen. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hatte Facebook Ende September untersagt, Daten von deutschen Whatsapp-Nutzern zu erheben und zu speichern.

Facebook halte sich an die Vorgaben der Datenschutzbehörde, während der Widerspruch laufe, erklärte ein Sprecher. Zuvor hatte Heise unter Berufung auf Caspar berichtet, Facebook habe beim Verwaltungsgericht Hamburg beantragt, die Verwaltungsanordnung auszusetzen.

Die Facebook-Tochter Whatsapp hatte Ende August angekündigt, künftig die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Messenger genutzt wird. So könnten die Werbung und die Freundschafts-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es.

Whatsapp-Mitglieder konnten diesen beiden Punkten widersprechen. Die Telefonnummer wird allerdings in jedem Fall mit Facebook geteilt, wenn man die App weiternutzen will.

Nationales Datenschutzrecht

Caspar meint, die Nutzer müssten selbst über die Weitergabe ihrer Daten bestimmen können. Eine entscheidende Frage in dem Streit wird sein, ob der Hamburger Datenschützer überhaupt zuständig ist. Er argumentiert, Facebook verarbeite Daten in der Hamburger Niederlassung, weil dort das deutschsprachige Werbegeschäft betrieben werde. Deshalb sei nationales Datenschutzrecht anwendbar.

Caspar war in der Vergangenheit schon mit diesem Ansatz gescheitert, sieht sich aber durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs von Juli in seiner Einschätzung gestärkt. Facebook beharrte stets darauf, das europäische Geschäft von Irland aus zu betreiben. Deswegen seien die dortigen Datenschützer zuständig.

Facebook hatte Whatsapp vor etwa zwei Jahren für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft. Damals versicherten beide Unternehmen, dass die Daten bis auf Weiteres getrennt blieben und Whatsapp unabhängig agieren solle. Zumindest auf die Inhalte der Nachrichten wird Facebook aber auch in Zukunft keinen Zugriff haben: Diese sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, sodass sie lediglich von Sender und Empfänger gelesen werden können.

© SZ.de/dpa/mri/sih/jobr
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