Stiftung Warentest Nur sieben von 38 Banking-Apps sind "gut"

  • Viele Apps für das Online-Banking könnten anwenderfreundlicher sein, urteilt die Stiftung Warentest.
  • Der Grund: mehrere Funktionen, die das klassische Online-Banking am Heimrechner bietet, seien noch nicht ausgereift.
  • Die Abwicklung von Bankgeschäften auf dem Smartphone stuft der Verbraucherverband aber als grundsätzlich sicher ein.

Stiftung Warentest bemängelt Nutzerfreundlichkeit

Banking-Apps, mit denen sich Bankgeschäfte per Smartphone oder Tablet erledigen lassen, sind laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest oft wenig nutzerfreundlich. Zwar seien per App getätigte Finanzgeschäfte mindestens genauso sicher wie Online-Banking am Computer - aber die Handhabung sei oft noch ausbaubar, heißt es in aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Von 38 getesteten Mini-Programmen erhielten sieben die Note "gut", davon waren fünf für das Betriebssystem iOS und zwei für Android.

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Die Tester bemängelten in ihrer Untersuchung unter anderem, dass sich bei elf Apps frühere Überweisungen nicht als Vorlagen für künftige Aufträge speichern ließen. Bei 13 Programmen schlugen Auslandsüberweisungen fehl, oder es war nicht möglich, einen Wunschtermin für das Ausführen der Überweisung einzugeben. Zudem fehlte in sieben Apps die Funktion "Dauerauftrag anlegen". Für wünschenswert hielten es die Tester auch, einzelne Umsätze nach Inhalten und Zeitraum filtern zu können.

Umgang mit sensiblen Daten

Als Pluspunkt galt es bei dem App-Vergleich, wenn beim Einloggen zusätzlich zur Banking-PIN ein Extra-Passwort verlangt wurde. Das war bei 26 Apps der Fall. Die Tester bewerteten auch die AGB daraufhin, wie verständlich erklärt werde, ob Nutzerdaten gesammelt, gespeichert oder weitergeben werden. Der Verzicht auf Cookies oder Verlinkungen auf soziale Netzwerke brachte eine App im Ranking ebenfalls nach oben.

Bislang weniger im Visier Krimineller als Heimrechner

Manche Experten halten Finanztest zufolge Mobile-Banking derzeit für sicherer als Online-Banking, da die Apps technisch recht verschieden und im Vergleich weniger weit verbreitet seien. Für Kriminelle seien sie deshalb ein wenig lukratives Ziel - was sich allerdings bald ändern könnte. Dem Branchenverband Bitkom zufolge haben sich bereits rund fünf Millionen Deutsche eine Banking-App heruntergeladen, Tendenz steigend. 37 Millionen Kunden in Deutschland nutzen Online-Banking am Heimrechner.

Was die Verbraucherschützer raten

Viele Apps bieten an, die Online-Banking-PIN auf der App zu speichern - auch wenn das bequem ist, raten die Verbraucherschützer aus Sicherheitsgründen davon ab. Bei mobilen Geldgeschäften sollte man außerdem keine öffentlichen Wlan-Netze nutzen, das Smartphone mit einem Passwort schützen und keine Apps von dubiosen Anbietern herunterladen.