Stellenausschreibung in Großbritannien Amazon sucht Drohnenpiloten

Der Prototyp einer Mini-Drohne, mit der Amazon in Zukunft Pakete an Kunden ausliefern möchte.

(Foto: AFP)

Amazon treibt die Auslieferung per Drohne voran: Das Unternehmen sucht für das Prime Air Team mehrere Mitarbeiter. Einige der Ausschreibungen deuten auf einen baldigen Start des Drohnenprogramms hin.

Von Werner Pluta, golem.de

Geht Amazon als Erstes in Großbritannien in die Luft? Das Unternehmen sucht mehrere Mitarbeiter für sein Prime Air Team dort - Prime Air ist der Dienst, der Pakete mit unbemannten Fluggeräten (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) ausliefern soll.

Amazon hat auf der Seite seines britischen Angebotes mehrere Stellenanzeigen für das Prime Air Team veröffentlicht. Arbeitsort ist die Universitätsstadt Cambridge. Gesucht werden unter anderem ein Büroleiter, der für die Organisation zuständig ist, und ein Projektmanager. Daneben sucht der Onlinehändler Spezialisten für die Handhabung der Drohnen.

Drohnenspezialisten werden gesucht

Darunter sind zwei Flight Operations Engineers. Der eine soll Tests mit Drohnen planen und durchführen, in Zusammenarbeit mit dem US-Prime-Air-Team, das in Seattle ansässig ist. Der Kandidat soll einen Bachelor-Abschluss in einer Ingenieurswissenschaft, am besten in Luftfahrttechnik, und mehrere Jahre Flugerfahrung mitbringen.

Der andere Flight Operations Engineer soll für die Sicherheit bei Tests mit den UAVs sorgen. Ein Kandidat soll mehrere Jahre Flugerfahrung mit bemannten oder unbemannten Flugzeugen sowie Erfahrung in der Flugsicherung mitbringen.

Amazon will Geschichte schreiben

In einer weiteren Ausschreibung wird ein Softwareentwickler gesucht - offensichtlich für die Programmierung der unbemannten Liefercopter. Es seien sehr schwierige Aufgaben zu lösen, sagt Amazon. Aber es werde Geschichte geschrieben.

Amazon hatte Ende 2013 angekündigt, künftig Pakete mit Drohnen auszuliefern. Allerdings ist in vielen Ländern der kommerzielle Betrieb von Drohnen streng reglementiert. Die Federal Aviation Administration (FAA) will noch in diesem Jahr Entwürfe für Regelungen für Drohnen bis 25 Kilogramm vorstellen.

Drohnenverbot wird missachtet

Das weitgehende Verbot des kommerziellen Betriebs wird häufig umgangen - mit entsprechenden Folgen: In den USA häufen sich Zwischenfälle mit UAVs. Diese flögen in der Nähe von Flughäfen und sogar von Flugzeugen, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die FAA. Vor zwei Jahren seien solche Zwischenfälle kaum vorgekommen. Seither sei ihre Zahl stark angestiegen.

Unter anderem berichteten die Pilot eines Verkehrsflugzeuges, dass eine Drohne etwa 150 Meter über ihre Maschine hinweggeflogen sei, und das in einer Höhe von über 3.000 Metern. In den USA dürfen Drohnen 400 Fuß, also knapp 122 Meter hoch aufsteigen.