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"Star Wars: Battlefront":Das berühmteste Röcheln des Universums

So gut wie "Battlefront" hat noch kein Spiel die Kinoatmosphäre von "Star Wars" auf die Konsolen gebracht. Ohne Mitspieler ist der Spaß allerdings schnell vorbei.

Von Matthias Huber

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Quelle: Screenshot SZ/Electronic Arts

Angespielt, nicht durchgespielt: Unsere Games-Kurzkritik "Screenshot" beantwortet Fragen zu den neuesten Computer- und Videospielen auf allen gängigen Plattformen. Und gibt einen ersten Eindruck, worauf Sie sich bei einem neuen Spiel freuen können - und wann Sie lieber noch skeptisch sein sollten.

Worum geht es in "Star Wars Battlefront"?

Es war einmal vor langer Zeit, in unserer Galaxis. 2005, um genau zu sein. Das Spiel hieß "Star Wars: Battlefront II" und auch wenn Mehrspieler-Schlachten über das Internet auf den damaligen Konsolen noch eine Randerscheinung waren, erarbeitete sich zumindest die PC-Fassung eine treue Fangemeinde. Die bettelte fast ein Jahrzehnt um einen Nachfolger. Bis jetzt. In "Star Wars: Battlefront" können bis zu 40 Spieler gleichzeitig allerlei Schlachten aus den "Krieg der Sterne"-Filmen nachspielen - als imperiale Sturmtruppen und Rebellen-Soldaten in Ego-Perspektive, aber auch im Cockpit von Raumschiffen wie dem X-Wing der Rebellen, dem Tie-Fighter des Imperiums oder dem Millennium-Falken von Han Solo.

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Was sieht vielversprechend aus?

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Quelle: Screenshot SZ/Electronic Arts

Die Spuren im Schnee sind klar: Der Rebell ist hier entlang gelaufen, geradewegs aus der Höhle unter dem Gletscher des Eisplaneten Hoth hinaus ins Freie. Aber lauert er direkt vor dem Ausgang? Es dauert ein paar Sekunden, bis sich die Augen der Spielfigur an den Übergang vom Dunkeln zum Hellen gewöhnt haben, so lange überstrahlt das Weiß der dichten Schneedecke alles andere und nimmt dem Spieler die Sicht.

Ganz anders auf Tatooine, dem Wüstenplaneten, auf dem einst Luke Skywalker den Jediritter Obi-Wan Kenobi traf. Plastikplanen flattern an den rostigen Überresten abgestürzter Raumschiffe, die ein Wüstenbewohner zur Behausung umgebaut hat. Oder ein Sandsturm fegt über das Schlachtfeld, schrumpft die Sichtweite auf wenige Meter. Die Sturmtruppen sind nah, doch nur die roten Blitze ihrer Lasergewehre verraten die Gefahr.

Die Grafik von Battlefront ist atemberaubend. Detaillierte Landschaften mit Wetter- und Lichteffekten, nahe am Fotorealismus. Noch überzeugender sieht auf der aktuellen Konsolengeneration wohl nur "The Order: 1886" aus - ein Spiel, das für seine Grafikpracht einen hohen Preis in Form stark begrenzter Spielwelten zahlt.

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Warum sollte man trotzdem skeptisch sein?

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Quelle: Screenshot SZ/Electronic Arts

Das Star-Wars-Ballerspiel wurde sehnsüchtig erwartet. Im Beta-Test wagten Teilnehmer allerdings leise Kritik: Die Schlacht um den Eisplaneten Hoth sei nicht fair, ein Sieg für das Imperium wesentlich leichter zu erringen. Auch wenn das der Filmhandlung entspricht: Balancing, also wie fair in einem Spiel die Chancen verteilt sind, ist gerade in Multiplayer-Spielen wie Battlefront essentiell. Allerdings haben die Entwickler seit der Beta noch ausreichend Zeit gehabt, an Schrauben zu drehen: Der Spieler kann sich nun zum Beispiel nicht mehr aussuchen, ob er als Scherge des Imperiums oder als Soldat der Rebellen in ein Match geht. Er wird abwechselnd einer Konfliktpartei zugeordnet.

Fans sind auch skeptisch, ob das neue Battlefront ausreichend Abwechslung fürs Geld bietet. Zwar gibt es zehn verschiedene Spielmodi - vom einfachen Team-Match über Raumschiff-Gefechte bis zu komplizierten Mehrspieler-Schlachten, bei denen nacheinander Ereignisse ablaufen, in die Spieler eingreifen können. Wer sich aber dem Online-Getümmel nicht gewachsen fühlt, geht mit Battlefront beinahe leer aus, der Einzelspieler-Modus besteht lediglich aus einer Handvoll zusammenhangloser Trainingsmissionen. Auch den beliebten Strategiespiel-Modus des Vorgängers, wo der Spieler eine Raumschiff-Flotte befehligte, sucht man ivergeblich. Battlefront ist ein Multiplayer-Shooter - mit allen Einschränkungen, die dieses Genre mit sich bringt.

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Woran erinnert Star Wars: Battlefront?

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Quelle: Screenshot SZ/Electronic Arts

Es richtet sich an Shooter-Fans und Star-Wars-Nerds gleichermaßen. Die einen bekommen hier zwar kein Spiel, das es in Sachen Komplexität und Handlungsfreiheit mit den Titeln der "Battlefield"-Reihe des gleichen Entwicklerstudios aufnehmen kann. Spieler können nicht jederzeit in die Fahr- und Flugzeuge einsteigen, um übers Schlachtfeld zu brettern, überhaupt sind die Bewegungs- und Kampfmöglichkeiten zu Gunsten von Shooter-Neulingen deutlich beschränkt.

Wo Battlefield das tiefschichtigere Spielerlebnis bot, setzt Battlefront auf große Kinoatmosphäre. Szenarien wie die Schlacht um den Eisplaneten Hoth oder den Waldplaneten Endor stammen direkt aus der klassischen Trilogie. Von Anfang Dezember an können sich Spieler auf dem Planeten Jakku ins Getümmel stürzen, einem Schauplatz aus "Star Wars: Das Erwachen der Macht", der kurz vor Weihnachten im Kino startet.

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Was passiert, wenn man das Spiel zum ersten Mal startet?

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Quelle: Screenshot SZ/Electronic Arts

Hrchchch-Ccchhh. Hrchchch-Ccchhh. Das wohl berühmteste Atemgeräusch des Universums. Darth Vader heißt der Herr mit der schwarzen Atemmaske. Einst setzten die Jediritter große Hoffnungen in den Mann, der damals noch Anakin Skywalker hieß. Er sollte die Galaxie vor der dunklen Seite der Macht retten - bis er sich für eben jene Seite entschied. Jetzt steht er in einem geheimen Stützpunkt der Rebellen auf dem Eisplaneten Hoth, als Befehlshaber einer Armee von Sturmtruppen. "Besiege als Darth Vader so viele Rebellen wie möglich, bis das Spiel installiert ist." Aus allen Richtungen stürmen Aufständische durch den Raumschiffhangar, feuern Laserstrahlen auf den Bösewicht. Doch er pariert die Geschosse mit seinem Lichtschwert, lenkt sie auf die Angreifer zurück. Ein paar beherzte Schwerthiebe, und die Schießerei ist beendet. Ein Rebell schwebt einen halben Meter in der Luft, greift sich panisch an den Hals, als wollte er den Griff eines unsichtbaren Angreifers lösen. Zu hören ist nur noch ein leises Röcheln. Und Hrchchch-Ccchhh. Hrchchch-Ccchhh.

Star Wars: Battlefront ist seit 19. November für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

© SZ.de/jab/rus

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