Software Willkommen in der Update-Hölle

Neue Programmversionen: Gibt es zu viele davon, sind die Nutzer schnell genervt. Gibt es allerdings keine Updates trotz klaffender Sicherheitslücken, drohen Gefahren wie etwa Viren und Trojaner.

(Foto: dpa)

Jeden Tag meldet sich irgendeine App und möchte eine neue Version laden. Damit geht der Ärger oft erst los.

Von Helmut Martin-Jung

Da, schon wieder: Am Symbol für den App-Store der kleine rote Kreis, darin eine Zahl. Heute ist es die Vier, die am Bildschirm des Smartphones aufleuchtet. Schon wieder vier Apps, die erneuert werden wollen. Insgesamt gut 500 Megabyte kommen da zusammen. Und wofür? Das weiß man nicht so genau. "Minor bugfixes", heißt es oft nur ganz lapidar, Korrektur kleinerer Fehler. Jetzt bloß aufpassen, nicht aus Versehen unterwegs draufzuklicken. Sonst war's das nämlich in diesem Monat mit dem schnellen mobilen Internet, Updates fressen Flatrate auf.

Ärgerlich, nicht wahr? Immerhin, meistens funktioniert's ja wenigstens. Und bei Apple muss auch jedes Update erst bestätigt werden - wenn man nicht die automatischen Updates eingestellt hat. Nach ein paar Minuten sind die neuen Apps geladen - schnelles Wlan vorausgesetzt. Bei Android kann man dagegen einstellen, dass Apps automatisch geladen werden. Das erspart zwar das Herumgetippe bei jedem Update. Aber man kann auch ziemlich sicher sein, dass die Laderei genau gerade dann losgeht, wenn man's mal gerade gar nicht brauchen kann. Auch gut: Wenn das Telefon ein paar Wochen lang nicht eingeschaltet war, ist es danach erst einmal eine Stunde nach kaum benutzbar - wegen der vielen Updates.

Man weiß nicht genau, was man sich einhandelt

Es kann aber auch noch viel schlimmer kommen. Nach einem System-Update, das Apple vor Kurzem verteilt hatte, ging bei vielen Geräten erst einmal gar nichts mehr, auf anderen funktionierten so wesentliche Dinge wie Links nicht mehr.

Als Nutzer gerät man deshalb in einen Zwiespalt. Einerseits ist ja bekannt, dass Updates, besonders die des Betriebssystems, ernst genommen, sprich: ausgeführt werden sollten. Auf der anderen Seite weiß man nie so genau, was man sich damit wieder alles einhandelt. Das Harmloseste dabei ist noch, wenn die Programmsymbole verrutschen.

Besonders schlimm ist die Sache beim PC. So sehr es manchmal von Vorteil ist, wenn der Nutzer sehr tief ins System eingreifen und alles so gestalten kann, wie er es will: Die Vielzahl an Möglichkeiten schafft eben auch eine Vielzahl von Fehlermöglichkeiten. Und anders als bei Smartphones gibt es wesentlich mehr Dinge, die miteinander funktionieren sollen, und damit auch mehr Fehlerquellen. Von Innereien wie Grafikkarten bis hin zu Druckern, die auch noch scannen, kopieren und faxen können, ist alles dabei.