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Software-Gigant stellt Windows 8 vor:Microsofts Touchscreen-Windows soll Apple und Co. stoppen

Jetzt wird es ernst für Microsoft: Mit Windows 8 krempelt das Unternehmen seine Betriebssystem-Reihe gründlich um. Der Nachfolger von Windows 7 soll PC-Besitzer bei der Stange halten und gleichzeitig die Antwort auf den Tablet-Siegeszug der Konkurrenz geben. Dafür mutet Microsoft den Windows-Nutzern einige Änderungen zu.

Lange Zeit war Bill Gates der berühmteste Computer-Unternehmer der Welt. Der zweitreichste Mensch der Welt ist er immer noch. Doch die herausragende Stellung seiner Firma Microsoft wankt. Apple und Google, das sind die Namen, die nun gefragt sind. Jetzt will es Microsoft noch mal wissen. Die neueste Version seines Betriebssystems Windows "wird alles ändern", tönt der weltweit größte Software-Konzern auf seiner Entwicklerkonferenz in Kalifornien.

Erste Eindrücke von Windows 8

So funktioniert Microsofts Touchscreen-Windows

Mit Windows 8 sagt Microsoft Apple und Google den Kampf an. Die konkurrierenden Produkte waren zuletzt mehr als Nadelstiche: Junge Kunden kommen heute ganz ohne Microsoft-Software auf ihren Geräten aus. Ein Novum in der PC-Geschichte. Und eine Gefahr, der das Unternehmen nun mit Windows 8 begegnen will - und dafür die besten Ideen der anderen kopiert. Windows-Anwender müssen sich komplett umgewöhnen.

Vor 30 Jahren stellte IBM den ersten Personal Computer vor: Das Gerät wurde damals schon mit Hilfe der Betriebssystem-Software von Microsoft gesteuert. Auch wenn IBM längst keine Rechner mehr baut, Microsoft hat überlebt - und ein Quasi-Monopol bei Betriebssystemen für PCs erlangt. Der Marktanteil liegt bei mehr als 90 Prozent.

Doch die Stellung von Microsoft im Kerngeschäft gerät zum ersten Mal in Bedrängnis. "Die junge Generation hat eine komplett andere Sicht auf Computer als die Älteren", erklärt Ranjit Atwal, Experte beim Marktforschungshaus Gartner. "Sie kaufen PCs nicht als ihr erstes Gerät - oder überhaupt notwendigerweise als das wichtigste".

PC-Absatz sinkt

Sie würden gleich zu einem Tabletcomputer wie den iPad von Apple oder Googles Produkten greifen. Damit lässt sich fast alles machen wie mit einem herkömmlichen Computer - ohne lästige Wartezeiten beim Start oder komplizierte Bedienung.

In Deutschland sank der Absatz von Rechnern zuletzt zum zweiten Mal in Folge im zweistelligen Prozentbereich. Im zweiten Quartal ging die Nachfrage laut Gartner um 13 Prozent zurück.

Händler seien sehr konservativ gewesen mit Bestellungen von Rechnern, auf denen Windows läuft. "Stattdessen wollten viele von ihnen Platz schaffen für Tabletcomputer", sagt Gartner-Analystin Meike Escherich. In dieser Kategorie führt Apple, gefolgt mit weitem Abstand von Google. Microsoft spielt keine Rolle.