Smartphone-Spiel "QuizUp" Besserwisser unter sich

Fragen über Fragen über Fragen: 250 Themenfelder stehen bei "QuizUp" zur Auswahl

Wer schon immer alles besser wissen wollte, wird diese App lieben: Bei "QuizUp" treffen sich Tausende zum internationalen Wissenstest. Blöd nur, dass nicht immer klar ist: Ist das Gegenüber Mensch oder Maschine?

Von Pascal Paukner

Angespielt, nicht durchgespielt: Unsere Games-Kurzkritik "Screenshot" beantwortet die wichtigsten Fragen zu den neuesten Computer- und Videospielen auf allen gängigen Plattformen. Und gibt so einen ersten Eindruck, worauf Sie sich bei einem neuen Spiel freuen können - und warum Sie lieber noch skeptisch sein sollten.

Worum geht es in "QuizUp"?

Wissen, Fakten, Tatsachen. "QuizUp" ist ein Spiel für Besserwisser, Taktierer und Blitzmerker - im besten Sinne. Der Spieler tritt im Eins-zu-Eins-Wissensduell wahlweise gegen Freunde oder Fremde an. Sieben Fragen gilt es in jeder Runde zu beantworten. Zehn Sekunden Antwortzeit gibt es pro Frage, vier Antworten stehen zur Auswahl.

Wer falsch liegt, geht leer aus. Wer die Frage richtig beantwortet, bekommt maximal 20 Punkte gut geschrieben, die letzte Frage zählt doppelt. Abzug gibt es für lange Antwortzeiten. Fragen aus mehr als 250 Themenfeldern stehen zur Auswahl. Insgesamt kennt das Spiel laut Angaben der Entwickler mehr als 250.000 Fragen.

Was sieht vielversprechend aus?

Vieles. Optisch passt sich das Spiel perfekt in die Designlogik von iOS 7 ein. Der Fragenkatalog ist umfangreich und wächst rasant. Was "QuizUp" aber besonders von vielen anderen Smartphone-Spielen abhebt: Es ist kein sinnloser Zeitvertreib, bei dem der Spieler um des Spielens Willen spielt. Wer in einem Themenfeld punktet, steigt im Level auf und kann sich so mit der Zeit einen Expertenruf samt passender Auszeichnungen erarbeiten.

Viele der Gegner begegnen einem als Menschen, die sich mit ihrem Facebook-Profil angemeldet haben und nicht als namens- und gesichtslose Avatare. Ist ein Match zu Ende, kann man den Gegner um eine Revanche bitten, mit ihm chatten oder als Freund hinzufügen. Das erinnert an die Idee, die Social Networks zugrunde liegt. Und es ist auch der Gedanke, der hinter "QuizUp" steckt.

Warum sollte man trotzdem skeptisch sein?

Die App stand kürzlich unter Beschuss, weil Nutzerdaten teilweise unverschlüsselt übertragen wurden. Obwohl die Probleme laut Hersteller inzwischen eingedämmt sind, sollte man vorsichtig sein.

Hinzu kommt: Noch fehlen "QuizUp" trotz rasanten Wachstums genügend Nutzer. Deshalb muss der Spieler hin und wieder gegen Bots antreten, wenn er Fragen in unpopulären Themengebieten beantworten will. Das alleine wäre kein Problem, würden die Entwickler die Computer-Gegner als solche kennzeichnen. Das gescheiht aber nicht, weshalb man bei Spielern ohne Profilbild nie genau weiß: Ist mein Gegenüber Mensch oder Maschine? Schade, denn das durchbricht das Social-Network-Prinzip, das dem Spiel eigentlich zu Grunde liegt.

Wenig Spaß haben wird, wer nur schlecht Englisch spricht. Bislang wird "QuizUp" vor allem von britischen und amerikanischen Muttersprachlern genutzt. Wer Fragen und Antworten erst im Wörterbuch nachschlagen muss, verliert. Die Entwickler, ein isländisch-amerikanisches Start-up namens Plain Vanilla Games, wollen aber in Zukunft auch in andere Länder expandieren, darunter auch Deutschland.

Woran erinnert "QuizUp"?

Wer den Themenkomplex Kreuzworträtsel, Fernsehquizshow und Trivial Pursuit irgendwann einmal interessant fand, wird auch an "QuizUp" seine Freude haben.

Was passiert, wenn man das Spiel zum ersten Mal startet?

Man muss sich einen Account zusammenklicken. Dann sieht man ein Auswahlmenü. Dann wird man eingesogen in eine Welt voller unbeantworteter Fragen.

"QuizUp" ist kostenlos für das iPhone von Apple erhältlich. Eine Android-Version befindet sich derzeit in Arbeit. Laut Auskunft der Entwickler soll sie zu Beginn des kommenden Jahres erscheinen. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann sich auf der Webseite des Spiels für einen Newsletter registrieren.