Tristan Harris

Wenn das Silicon Valley überhaupt ein Gewissen habe, dann sei das Tristan Harris (rechts im Bild), schrieb der Atlantic über den früheren Google-Angestellten. 2013 schickte Harris zehn Kollegen bei Google eine Präsentation mit 144 Folien: "Ein Aufruf, Ablenkung zu vermeiden und die Aufmerksamkeit der Nutzer zu respektieren" Der Appell zog Kreise, und Google-Chef Larry Page beförderte den Produkt-Manager Harris zum "Produkt-Philosophen".

Zwei Jahre später war der Aufruf vergessen, und nichts hatte sich geändert. Harris kündigte und setzte sich ein großes Ziel: dem Silicon Valley Moral beibringen. Er gründete die Organisation Time Well Spent und später das Center for Human Technology, um Unternehmen zu überzeugen, Apps zu entwickeln, die nicht ständig um die Wette blinken, vibrieren und klingeln.

Harris spart nicht an drastischen Vergleichen: Moderne Technologien seien genauso gefährlich wie Zigaretten, ein Smartphone mit Facebook, Youtube und Snapchat löse eine "Erosion menschlichen Denkens" aus. Die Abhängigkeit der Nutzer von ihren Geräten und Apps sei das "drängendste Problem der Gegenwart", das zwischenmenschliche Beziehungen und sogar die Demokratie schädige.

Bild: Janet Van Ham / AP Photo 14. Februar 2018, 15:012018-02-14 15:01:56 © SZ.de/jab