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Servo:Webbrowser gehören zu den kritischsten Programmen

Die Sicherheitsprobleme von C und C++ sind schon lange bekannt und vielfach ertönte bereits der Ruf, man solle auf modernere Programmiersprachen setzen, die Speicherzugriffe automatisch prüfen und von derartigen Fehlern weitgehend verschont bleiben. Doch das änderte bislang nichts daran, dass nach wie vor sehr viel Software in C und C++ geschrieben wird. Ein Grund dafür ist, dass viele moderne Programmiersprachen zwar sicherer, dafür aber auch langsamer sind.

Webbrowser gehören zu den kritischsten Programmen in Sachen Sicherheit. Bei Mozilla hat man daher vor zwei Jahren das Servo-Projekt gestartet, in dem der Kern des Browsers komplett neu entwickelt werden soll. Servo wurde in der ebenfalls bei Mozilla entwickelten neuen Programmiersprache Rust geschrieben.

Anders als C ist Rust eine Programmiersprache mit einer intelligenten Speicherverwaltung. Pufferüberläufe und viele andere sicherheitskritische Fehler sind somit von vornherein ausgeschlossen. Zugriffe einer Software auf ungültige Speicherbereiche werden unterbunden.

Firefox könnte Stück für Stück ersetzt werden

Doch die Servo-Entwickler wollen nicht nur einen Browser schaffen, der weniger Sicherheitslücken hat. Durch die Neuentwicklung soll auch die Geschwindigkeit profitieren. Servo kann heute schon einfache Webseiten darstellen, von einem voll funktionstüchtigen Browser ist das Projekt jedoch weit entfernt.

Die Servo-Entwickler haben nicht vor, eines Tages den kompletten Firefox-Browser zu ersetzen. Vielmehr soll die Umstellung Schrittweise erfolgen. Im Lauf diesen Jahres ist geplant, als ersten Test den Code zur Darstellung des Bitmap-Bildformats in Firefox durch Servo-Code zu ersetzen. Schrittweise könnte dann immer mehr Firefox-Code ersetzt werden - und in einigen Jahren hätte Mozilla einen Browser, der nicht nur schneller, sondern auch deutlich sicherer ist.