Server-Ausfall Der Bundestag muss offline arbeiten

Unter der Kuppel des Reichstags, wo der Bundestag seit 1999 seinen Sitz hat, funktionieren derzeit weder Inter- noch Intranet.

(Foto: dpa)

Abgeordnete können derzeit keine E-Mails verschicken und nicht mehr auf das Intranet zugreifen. IT-Experten prüfen den Fall. Eine Abgeordnete dementiert, dass es sich um einen Hacker-Angriff handle.

Die Server des Deutschen Bundestags sind seit Mittwochnachmittag ausgefallen. "Der Bundestag ist seit 14:25 offline", sagte ein Abgeordneter. Mehrere Abgeordnetenbüros haben der SZ bestätigt, dass weder Internet noch Intranet funktionieren. Die Politiker und ihre Mitarbeiter können auch keine E-Mails verschicken.

Die Ursache des Ausfalls ist unklar. Der Bundestagsverwaltung zufolge überprüfen IT-Experten den Vorfall. Im Bundestag selbst lässt sich derzeit kaum arbeiten. "Hier ist der gesamte Flur dunkel", heißt es aus einem Abgeordnetenbüro. Petra Pau, Abgeordnete der Partei Die Linke, teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass es sich nicht um einen Hackerangriff handle.

Großer Hackerangriff im Jahr 2015

Anscheinend sind viele Mitarbeiter vorzeitig nach Hause gegangen, da sämtliche Wissensdatenbanken, Parlamentsvorlagen, Kontaktdaten und andere wichtige Dokumente nicht erreichbar sind. Spiegel Online schreibt, Mitarbeitern des Bundestags sei bereits signalisiert worden, dass das Problem am Mittwoch nicht mehr behoben werde.

IT-Sicherheit ist im Bundestag spätestens seit Mitte 2015 ein sensibles Thema: Damals bemerkten Verfassungsschutz und IT-Experten des Parlaments, dass Unbekannte mehrere internationale Organisationen attackiert hatten, darunter auch die Server des Bundestags. Die Angreifer infiltrierten die Systeme, konnten unter anderem Administratorenpasswörter abfangen und hatten damit Zugriff auf das gesamte Netz des Bundestages.

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