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Vorwurf des Generalverdachts:Seehofer: Habe gar nichts gegen Gamer

Nach Angriff in Halle/Saale - Pressekonferenz

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, vergangene Woche bei einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen nach den tödlichen Angriffen in Halle an der Saale.

(Foto: dpa)
  • Horst Seehofer kritisiert, dass er nach seinen Äußerungen über die Gamer-Szene in Zusammenhang mit dem Anschlag von Halle zu Unrecht attackiert worden sei.
  • Er hatte gesagt, Sicherheitsbehörden müssten die Gamer-Szene stärker in den Blick nehmen und viel Widerspruch dafür geerntet.
  • Der Bundesinnenminister sagt, "gewolltes Missverstehen" werde immer öfter als politisches Mittel eingesetzt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich verärgert über die Kritik an seiner Äußerung über Computerspieler nach dem tödlichen Anschlag von Halle geäußert. Er hatte gesagt, dass die Szene der Internet-Spieler stärker in den Blick genommen werden müsse. Dabei sei er aber missverstanden worden - und zwar mit Kalkül. "Dieses gewollte Missverstehen ist mittlerweile eine beliebte politische Vorgehensweise geworden", sagte Seehofer in der Augsburger Allgemeinen. Aufgabe sei es, jene gefährlichen Personen aus der Gamer-Szene herauszuholen. "Wir bekämpfen Verbrecher und Rechtsextremisten und nicht die Bürger und nicht die Gamer."

Der rechtsextremistische Attentäter von Halle war ein Gamer und hatte vor der Tat einen Ablaufplan veröffentlicht, der wie ein verschriftlichtes Computerspiel wirkt. Seehofer hatte am Wochenende zunächst erklärt: "Viele von den Tätern oder den potenziellen Tätern kommen aus der Gamer-Szene." Manche nähmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild. "Und deshalb müssen wir die Gamer-Szene stärker in den Blick nehmen." Später warnte er gezielter davor, dass Rechtsextremisten Gaming-Plattformen für ihre Zwecke nutzen.

Seehofer hatte damit breite Kritik geerntet, vor allem aus der Gamer-Szene selbst und der Opposition, aber auch aus den Reihen seiner CSU und der Bundesregierung. Die Kritiker warfen ihm vor, das Hobby von Abermillionen Deutschen zu kriminalisieren und aus Ahnungslosigkeit die Spieler unter Generalverdacht zu stellen.

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