Schüler auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC "Ich entwickle Apps seit ich 15 bin"

Der Schüler David Pflugpeil hat ein Stipendium gewonnen, um die WWDC zu besuchen.

(Foto: OH)

Der Kasseler Schüler David Pflugpeil hat ein Stipendium für die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC gewonnen. Im Interview sagt er, was er in San Francisco lernen will und was der Informatik-Unterricht in der Schule damit zu tun hat.

Von Mirjam Hauck

Zu seinen Entwicklerkonferenzen schreibt Apple jedes Jahr Stipendien für Schüler und Studenten aus. Die Gewinner bekommen ein Ticket für die WWDC in San Francisco, das regulär rund 1600 Dollar kostet. Der 17-jährige David Pflugpeil, Schüler an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Kassel hatte sich mit einer App beworben - und gewonnen. Jetzt fliegt er mit seinem Vater für zehn Tage nach San Francisco. Die Schule stellt ihn dafür eine Woche vom Unterricht frei.

SZ: Du hast dich für ein Gratis-Ticket für die Apple-Entwicklerkonferenz beworben. Warum?

David Pflugpeil: Ich entwickle Apps seit ich 15 Jahre alt bin und da ist es einfach eine große Chance, auf der Konferenz mit anderen Entwicklern zusammenzukommen. Dort kann ich meine Arbeit, also die Apps, die ich zusammen mit Freunden entwickelt habe, begutachten lassen und so herausfinden, was wir noch verbessern können. Außerdem kann ich bestimmt auch neue Marketing-Strategien von Apple für unsere Firmen abschauen. Und ich hoffe, dass noch mehr junge Leute zu unserer Firma kommen und sich für die Entwicklerarbeit begeistern.

Du bist auch Unternehmer?

Man darf ja erst mit 18 Jahren eine Firma gründen, deshalb habe ich noch keine eigene. Aber zusammen mit sieben Freunden habe ich vor drei Jahren die Internetagentur Wunderfactory gegründet und da haben wir zum Beispiel für ein Kasseler Logistik-Unternehmen das technische System programmiert. Oder für die weltgrößte Fotocommunity auf Facebook "Humans of New York" die App programmiert.

Die Fertigkeiten, die du dafür brauchst, hast du in der Schule gelernt?

Ich habe zwar als Leistungskurs Informatik, aber was man dort lernt, ist nicht immer brauchbar, wie zum Beispiel Java als Programmiersprache. Aber Datenbank-Programmieren mit SQL hat mir schon weitergeholfen. Zumal der Lehrer sehr versiert ist. Aber ich habe auch viel von Freunden gelernt und mir einiges selbst bei gebracht.

Apple Was heute von Apple zu erwarten ist
Entwicklerkonferenz WWDC

Was heute von Apple zu erwarten ist

Spotify schaut heute Abend nach San Francisco: Dort wird Tim Cook auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC einen neuen Musik-Streamingdienst vorstellen. Auf das berühmte "one more thing" müssen Fans aber wohl verzichten.   Von Johannes Kuhn

Hast du neben Schule und Job noch Zeit für Hobbys?

Ich versuche meine freie Zeit so gut wie möglich zu nutzen und schaffe es dann trotzdem noch, auch unter der Woche Sport zu treiben oder Freunde zu treffen.

Der Unterricht an deiner Schule findet auch an Macintosh-Computern und mit iPads statt. Ist das nicht ein bisschen viel Apple?

Nein, finde ich nicht. Apple ist für mich eine beeindruckende Firma, sie machen einfach die besten Produkte.

Süddeutsche Zeitung Wirtschaft Apple ist wieder die wertvollste Marke
Ranking

Apple ist wieder die wertvollste Marke

Die Suchmaschine Google landet auf Platz zwei: In der "BrandZ"-Rangliste erreicht der iPhone-Verkäufer Apple mit einem Marktwert von knapp 247 Milliarden Dollar nun erneut die Spitze.

Findest du nicht genau das bedenklich, dass du dich fast ausschließlich im Apple-Universum bewegst? Gibst du dem Konzern damit nicht zu viele Informationen über dich und auch zu viel Geld?

Ich denke nicht, dass das bedenklich ist. Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde, wenn ich noch andere Dienste nutzen würde, auch dort würde ich Daten hinterlassen, die dann gespeichert werden. Ob das nun alles bei Apple oder anderen Diensten passiert, ist glaube ich nicht entscheidend. Ich nutze die Datenschutzmöglichkeiten, die mir zur Verfügung gestellt werden und teile nur das, was ich teilen möchte.

Was das Finanzielle angeht, würde ich Folgendes sagen: Meinen Mac und mein iPhone nutze ich täglich sowohl für die Schule, vor allem aber für meinen Job. Die Geräte leisten mir gute Dienste und ich denke, dass diese Investition sich auszahlt, wenn man bedenkt, was sich mit der Arbeit mit ihnen, besonders dem Programmieren, erreichen lässt.

Apps Wer mit Apps reich wird
Smartphone-Anwendungen

Wer mit Apps reich wird

Eine Erfolgsgeschichte schreiben wie die Erfinder von "Angry Birds" - das wollen viele Entwickler. Doch die Großverdiener im App-Geschäft sind andere.   Von Mirjam Hauck

Siehst du in der App-Branche auch deine Zukunft?

Ich musste ja auch ein Schülerpraktikum machen, und da habe ich als Programmierer in einer Firma gearbeitet. Und festgestellt, dass ich nicht den ganzen Tag am Computer sitzen möchte. Was ich nach meinem Abitur im nächsten Jahr studieren möchte, weiß ich noch nicht genau. Wahrscheinlich Jura oder BWL.