Saudi Arabien und Israel:Hacker-Konflikt droht zu eskalieren

Vor wenigen Tagen stellte ein arabischer Hacker Nummern zehntausender israelischer Kreditkarten ins Netz, inzwischen liefert er sich einen Schlagabtausch mit einem israelischen Konkurrenten. Der Kampf der Hacker dürfte auch diplomatische Folgen haben.

Der Konflikt begann mit einer Übertreibung: Anfang Januar verkündete der arabische Hacker "0xOmar" stolz, Daten von 400.000 israelischen Kreditkarten, inklusive Namen der Besitzer gestohlen und ins Netz gestellt zu haben.

Nach Hacker-Angriff: Alle Internetnutzer sollen Computer überprüf

Kampf im Hintergrund: Hacker aus Israel und Saudi Arabien veröffentlichen Kreditkartendaten im Netz (Symbolbild).

(Foto: dpa)

Am Ende sollen es nach Angaben der Finanzfirma Isracard zwar nur etwas mehr als 20.000 Datensätze gewesen sein, doch der Diebstahl des Hackers, der sich als Mitglied der saudi-arabische Hackergruppe "Group-XP" bezeichnete, sorgte für Verstimmung auf höchster politischer Ebene.

Nicht nur weil sich unter den veröffentlichten Datensätzen auch die der Arbeitspartei-Vorsitzenden Shelly Jachimovitsch fanden, meldete sich das israelische Außenministerium zu Wort: Die Aktion sei ein terroristischen Akt und Cyber-Angreifer müssten mit Vergeltung rechnen, hieß es dort.

"0xOmar" gegen "0xOmer"

Die scheint nun offenbar ein israelischer Hacker geübt zu haben, der zudem mit seinem Namen "0xOmer" seinen arabischen Rivalen noch parodiert. Unter dem Motto "Befreit die saudischen Kreditkarten" stellte er die Kreditkartennummern von 200 Personen inklusive Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer online - offenbar alle von Bürgern des Königreiches.

Die Veröffentlichung sei "erst der Anfang" und eine "Warnung an anti-israelische Hacker", ließ der Täter in einem Gespräch mit der Jerusalem Post verlauten. Er besäße noch weitere 300.000 Kreditkarten-Datensätze, die er ins Netz stellen werde, "sobald nur ein weiteres kleines Detail über Israel preisgegeben wird."

Die Reaktion seines Kontrahenten "OxOmar" folgte auf dem Fuße: Dieser hat Medienberichten zufolge inzwischen 200 weitere Datensätze veröffentlicht und angekündigt, täglich 200 neue zu publizieren. Die nächste Antwort des israelischen Hackers "OxOmer", dürfte nur eine Frage der Zeit sein - da der Mann für den israelischen Militärgeheimdienst arbeiten soll, drohen zudem diplomatische Verwerfungen.

© sueddeutsche.de/joku/holz
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