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Samsung Galaxy Note 7:Der Deutschlandstart muss wohl erneut verschoben werden

Die Akkuprobleme bedeuten einen schweren Imageschaden für Samsung, den größten Smartphone-Hersteller der Welt. Experten rechnen damit, dass die Rückrufaktion Samsung langfristig etwa drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) kosten wird. Sollte sich herausstellen, dass auch die Note-7-Geräte mit Akkus eines anderen Zulieferers dazu neigen, in Brand zu geraten, wären die Auswirkungen noch weitaus schlimmer. Dann nämlich müsste der Konzern das Gerät wohl vom Markt nehmen. Ob an dem Problem die Akkumodule Schuld tragen oder vielleicht auch die Konstruktion des Handys - den Kunden dürfte das ziemlich egal sein.

Mit dem Galaxy Note 7, das erst im August vorgestellt worden war und damit bewusst vor dem iPhone 7, wollte Samsung eigentlich die Latte für Apple hoch legen. Die Tests des Geräts fielen auch durchweg sehr positiv aus. Als erstes Samsung-Handy enthält es zum Beispiel einen Iris-Scanner, mit dem sich das Gerät entsperren lässt. Doch derlei Spielereien zählen nun nicht mehr, wenn die Besitzer des Smartphones stets gewärtig sein müssen, dass sich das Gerät entzündet.

Das Note 7 versaut Samsung das Weihnachtsgeschäft

Samsung äußerte sich in einem ersten Statement zurückhaltend zu dem möglichen neuen Problem in den USA. Man werde mit den Behörden zusammenarbeiten, müsse aber erst einmal sichergehen, ob es sich tatsächlich um ein Handy mit dem als sicher eingestuften Akku handle. Das ist nachzuvollziehen - es könnte schließlich auch sein, dass ein Gerät mit anfälligem Akku in eine Verpackung für sichere Handys geraten ist.

In Europa soll der bereits einmal verschobene Verkauf des Galaxy Note 7 am 28. Oktober beginnen. Ob es dazu kommt, muss zumindest zunächst als offen gelten. Dass Samsungs Weihnachtsgeschäft unter den Problemen leidet, ist aber sehr wahrscheinlich. "Wir rechnen mit einem spürbaren Rückschlag für das Geschäft im dritten Vierteljahr - und möglicherweise auch noch im Weihnachtsquartal", sagte eine Analystin vom IT-Marktforscher Gartner.

Möglicherweise ist der Akku nicht das einzige Problem

Und Mark Johnson, Professor an der Warwick Business School im britischen Coventry, sagt sogar, Samsung müsse nun womöglich den Preis dafür zahlen, dass es das Galaxy Note 7 unbedingt vor dem iPhone 7 auf den Markt bringen wollte. An dem Handy, sagt Johnson, könne noch mehr problematisch sein als bloß fehlerhafte Akkus eines Zulieferers.

Wie die Sache auch ausgeht, ob der neuerliche Vorfall ein Ausreißer war, oder ob es sich um ein falsch deklariertes Gerät oder um einen Konstruktionsfehler handelt, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Für den Besitzer des verbrannten Note 7 ging die Sache relativ glimpflich aus. Ein neues Handy hat er The Verge zufolge auch schon wieder. Es ist ein iPhone 7.

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