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Roboter:Yumi, die fleißige Alleskönnerin

German Chancellor Merkel and Indian Prime Minister Modi look at a YuMi robotic arm at the world's largest industrial technology fair, the Hannover Messe, in Hanover

Was ist das denn? Angela Merkel lernt auf der Hannover-Messe den zweiarmigen Robo-Arbeiter Yumi kennen.

(Foto: Wolfgang Rattay/Reuters)

Papierflieger basteln, Geschenke einpacken, Elektronik verlöten: Der Roboter Yumi ist vielseitig und besonders einfach zu programmieren. Sieht so der Arbeiter der Zukunft aus?

Die größte Attraktion, die der Schweizer Technologie-Konzern ABB im Moment hat, ist an diesem Wintertag gerade aus Davos zurückgekehrt. Nun steht sie im Eingangsbereich des Unternehmens, neben ihr eine junge Frau mit einem Tablet in der Hand. Neugierige Passanten werden euphorisch begrüßt. Ob sie mal programmieren wollen? Ein Nicken, dann vorsichtige Annäherung. Die Arme des Wesens sind lang und beweglich.

"Keine Angst" sagt Philip Lewin, und fasst mit einem Ruck in die langen Arme hinein. Sofort steht alles still. "Yumi ist so gebaut, dass sie niemandem weh tun kann." Lewin strahlt das langarmige Etwas an. Dann korrigiert er sich: "Ich meine: es. Yumi ist ja kein Mensch. Und soll auch keiner sein."

Tatsächlich ist Yumi nicht viel mehr als diese zwei beweglichen Arme. Ein Industrie-Roboter, 38 Kilo schwer, gebaut für langwierige, monotone Arbeitsschritte in der Fabrikhalle, weniger für den großen Auftritt beim Weltwirtschaftsforum Davos. Andererseits: Roboter wie Yumi werden in der Arbeitswelt der Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

"Der Roboter ähnelt in Statur und Größe einem Menschen."

Und auch wenn der Roboter nur ein zweiarmiges Konstrukt ist, dessen Körperbau entfernt an eine Nähmaschine erinnert - irgendetwas an den Bewegungen erscheint sehr menschenähnlich. "Natürlich gibt es da eine Ähnlichkeit", sagt Philip Lewin, der bei ABB Robotics arbeitet. "Yumi ist dafür entwickelt worden, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Der Roboter ähnelt in Statur und Größe einem Menschen." Eine Zeichnung dahinter zeigt Yumi am Band, er scheint die Tablets weiterzugeben, die der Mann neben ihm zusammengesetzt hat.

"Ein ähnlicher Anwendungsfall stand am Anfang unserer Entwicklung" sagt Thomas Reisinger, Leiter des Zentrums für kollaborative Montage in Europa. Reisinger arbeitet seit Jahren an der Entwicklung des Roboters. Yumi, eine Namens-Kombination aus dem Englischen you und me, sollten in der Elektro-Kleinmontage eingesetzt werden, also in den Fabriken, in denen Handys, Tablets, Laptops entstehen. Seit gut einem Jahr ist der Roboter nun auf dem Markt. Über die Verkaufszahlen will ABB noch nichts sagen, auch weil die Konkurrenz groß ist. Man sei "sehr zufrieden" heißt es nur.

Auch andere Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren auf die Produktion kollaborativer Roboter konzentriert, der Japaner Fanuc etwa oder die deutsche Firma Bosch. Auch hier geht es um Sicherheit: Wenn sich ein Mensch nähert, nehmen das Sensoren frühzeitig wahr und verhindern Zusammenstöße.

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