bedeckt München

Roboter BB-8 im Test:Hightech-Tamagotchi für Star-Wars-Fans

Ein R2D2-Ersatz ist der BB-8 nicht. Spaß macht der digitale Haustier-Ersatz trotzdem.

Von Matthias Huber

Alles beginnt mit der wohl bekanntesten Fanfare der Welt: Da! Da! Da! Daaa! Diii! Di di da diii da! Zugegeben, aus den Lautsprechern eines Smartphones klingt das weniger imposant, als ab 18. Dezember in den Kinosälen der Welt. Aber trotzdem: Es reicht für sofortige Star-Wars-Stimmung, wenn eine kugelige Silhouette auf dem Smartphone-Display vor das Star-Wars-Logo rollt und ein digitales Haustier mit freundlich-unverständlichem Piepsen sein neues Herrchen oder Frauchen grüßt.

So zumindest wird der BB-8 von Sphero vermarktet: Als eine Art Haustier, ein Roboter mit genug eigener Persönlichkeit, um den Kinderwunsch nach einem Hündchen zu Weihnachten wenigstens notdürftig zu erfüllen. Schon als der kugelige Blechkamerad im ersten Trailer zum neuen Star-Wars-Film "The Force Awakens" auftauchte, war offensichtlich, dass es Disney damit auf die Kinderzimmer abgesehen hat. So richtig weit ist es mit der künstlichen Intelligenz für etwas mehr als 150 Euro zwar nicht her. Aber immerhin: Der BB-8 ist eine Art Hightech-Tamagotchi.

Ein lebendiger Spielkamarad - zumindest auf den ersten Blick

Alle seine Funktionen steuert die begleitende Smartphone-App. Im "Drive"-Modus ist der Roboter so etwas wie ein ferngesteuertes Auto, über das Touchpad des Telefons lassen sich Richtung und Tempo nach kurzer Gewöhnung präzise kontrollieren. Die Persönlichkeit der etwa tennisballgroßen Pieps-Kugel offenbart die Spracheingabe: Auf Star-Wars-Zitate wie "Das ist eine Falle" verfällt der Roboter in Panik und wuselt durchs Wohnzimmer. Eine ähnliche Spielerei ist die Nachrichtenfunktion: Mit ihr können kleine Videos aufgenommen und auf dem Smartphone abgespielt werden - als Projektion von BB-8, ganz so wie einst R2-D2 den Hilferuf von Prinzessin Leia überbrachte.

Hinweis der Redaktion

Das vorgestellte Produkt wurde der Redaktion vom Herstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

Herzstück des Roboters ist der "Patrouillen"-Modus: Dann fährt BB-8 frei durch die Gegend und erkundet, was die Schaltkreise hergeben - ohne Rücksicht auf Verluste. Denn BB-8 hat keine eigenen Sensoren und rumpelt deshalb gern auch mal mit Vollgas gegen ein Regal, um sich anschließend laut piepsend über das Hindernis zu beschweren. So richtig übel nehmen will man ihm seine Rüpeleien aber nicht. Alles ist liebevoll inszeniert und lässt BB-8 auf den ersten Blick wie einen lebendigen Spielkameraden wirken. Aber eben nur auf den ersten Blick.

© SZ vom 11.11.2015/sih
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema