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Recycling:Neue Jobs für alte Handys

Recycling von Elektrogeräten wird ausgeweitet

Die will keiner mehr: Handys in einem Container bei einer Recycling-Firma. Mit vielen Altgeräten aber lässt sich mehr anstellen, als sie wegzuwerfen.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Viel zu schade für die Tonne: Mit alten Smartphones oder Tablets lässt sich einiges anstellen. Als Überwachungskamera, Wecker oder Rauchmelder leisten ausgemusterte Geräte noch gute Dienste.

Von Thorsten Riedl

Endlich lagen sie unterm Baum: das neue Smartphone, das Tablet der jüngsten Generation. Klar, die Alten hätten es noch eine Weile getan. Aber die bessere Batterie, der schärfere Bildschirm, der schnellere Prozessor - es finden sich immer Argumente, die für die Neuen sprechen. Doch wohin mit den Altgeräten? In die Mülltonne auf keinen Fall. Zu viele wertvolle Ressourcen sind verbaut. In die Schublade? Da liegen schon genug alte Handys - die einen langsamen Tod sterben. Bald wird ihr Akku nicht mehr funktionieren. Woran die wenigsten denken: Die Technik von gestern lässt sich durchaus noch sinnvoll nutzen, zur Steuerung des smarten Heims etwa oder als Überwachungskamera. Eine Ideensammlung.

Elektronik gehört zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Laut Branchenverband Bitkom hat die Hälfte der Deutschen dieses Jahr zu Weihnachten Hightech verschenkt. Fünf Prozent der Befragten legten der Studie zufolge ein Smartphone unter den Weihnachtsbaum - 30 Prozent planten sogar, sich selbst mit einem besseren Alleskönnerhandy zu beschenken. Tablets wollten sechs Prozent für andere kaufen und sogar 22 Prozent für sich besorgen.

Mit kostenlosen Apps zur Überwachungskameras

Ein neues Gerät ist schnell gekauft. Das alte zu entsorgen, verlangt mehr Gehirnschmalz. Viele unterschätzen, was ein Verkauf bringt . Es gibt aber auch jede Menge andere Möglichkeiten, die Alten clever zu recyceln.

Ideen gibt es fast so viele, wie es Programme in den App-Stores gibt. Wenn das Smartphone für das heißeste Spiel oder die neue Trend-App zu langsam geworden ist, bedeutet das ja noch lange nicht, dass altbewährte Programme auch ruckeln. Manche Apps sind sogar speziell für ältere Geräte ausgelegt. Das funktioniert - solange das Betriebssystem des Smartphones oder Tablets mitspielt. Viele können ein Lied davon singen, wie ein Software-Update das Gerät langsamer gemacht hat.

Ein Schelm, wer dem Hersteller Absicht unterstellt, um den Absatz anzukurbeln. Zwei Auswege: die automatische Erneuerung der Systemsoftware abzustellen - was sich aus Sicherheitsgründen nicht besonders empfiehlt. Oder aber man spielt eine spezielle Version des Systems auf, ein sogenanntes Custom ROM. Android-Handys laufen damit oft besser als mit den aufgeblähten Versionen der Hersteller. Ganz einfach ist die Sache allerdings nicht.

Zwei gute Programme, die sich speziell für Altgeräte anbieten, heißen Presence und Manything. Beide Apps verwandeln alte Smartphones oder Tablets mit iOS von Apple oder Android-System von Google-Geräten in Überwachungssysteme. In ihren Basisversionen kosten beide nichts. Schon dann sind die Programme mächtiger als viele Überwachungskameras für mehrere Hundert Euro. Sie erkennen beispielsweise Bewegungen, starten dann die Aufnahme und alarmieren den Besitzer, der über das Internet das Bild kontrolliert.

In Kombination mit dem Webservice IFTTT (If this then that) können sie sogar noch mehr: So startet die Überwachung automatisch, sobald der Bewohner das Haus mit seinem neuen Handy verlässt - und stoppt, wenn er wieder nach Hause kommt. Ziemlich praktisch.

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