Preisabsprachen bei E-Books Gericht lässt Sammelklage gegen Apple zu

Haben Apple und einige US-Großverlage vereinbart, die Preise für digitale Bücher künstlich hoch zu halten? Die amerikanische Justiz sieht hierfür "umfassende Hinweise" und erlaubt eine Klage von Konsumenten.

Die US-Justiz hat eine Sammelklage von Konsumenten gegen den US-Elektronikriesen Apple und sechs Verlagshäuser wegen illegaler Preisabsprachen bei E-Books zugelassen. Es lägen "umfassende" Hinweise auf Absprachen zwischen Apple und den Verlagen vor, befand Richterin Denise Cote am Dienstag in New York. Sie wies einen Antrag von Apple und den Verlagen ab, die Sammelklage fallenzulassen.

Sind Bücher für das iPad zu teuer? Steve Jobs sagte den Verlegern: "Ihr bestimmt den Preis und wir bekommen unsere 30 Prozent."

(Foto: Scott Eells/Bloomberg)

Es bestehe der Verdacht, dass Apple und die Verlage sich verschworen und die Preise für elektronische Bücher in die Höhe getrieben hätten, befand die Richterin. So habe der verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs gegenüber Verlegern erklärt, dass die Kunden "etwas mehr bezahlen" und die Preise bei Apple und auf dem Online-Verkaufsportal Amazon gleich hoch sein würden, hieß es in der schriftlichen Urteilsbegründung Cotes.

In der Sammelklage hatten Konsumenten im vergangenen August Apple sowie die Verlage HarperCollins, Simon & Schuster, Hachette, Macmillan, Penguin und Random House verklagt. Laut der Klage lag den Verlegern der Preis zu weit unter dem von gebundenen Büchern und Apple sorgte sich kurz vor dem Start des iPads um seine eigene Marktposition.

Absprachen gegen Amazon?

Im April hatte zudem das US-Justizministerium wegen des Verdachts auf Preisabsprachen für E-Bücher ein Kartellverfahren gegen Apple und zwei große Verlagshäuser eingeleitet. Dem Ministerium zufolge richteten sich die Absprachen vor allem gegen die Preispolitik von Amazon. Als Konsequenz der Absprachen hätten die Verbraucher für E-Bücher "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen.

Im Dezember hatten bereits die europäischen Wettbewerbshüter ein Kartellverfahren gegen Apple und mehrere Verlage eingeleitet. E-Bücher sind Bücher, die auf elektronischen Geräten gelesen werden. Es gibt spezielle E-Book-Reader, die nur diesem einen Zweck dienen - wie den Amazon Kindle. Daneben lassen sich E-Bücher auch etwa auf Computern oder Smartphones. Hauptkonkurrenten für die klassischen E-Book-Reader sind aber Tabletcomputer wie das iPad von Apple.