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PC, Laptop oder Tablet?:So finden Sie den richtigen Computer

Lesezeit: 4 min

Was sollen Sie kaufen? Einen normalen PC? Einen Laptop? Oder reicht nicht auch ein Tablet? Noch nie war die Gerätevielfalt so groß wie heute.

Ratgeber von Helmut Martin-Jung

Computer, früher waren das graue Kisten, die auf oder besser unter dem Schreibtisch Platz fanden. Und wer einen hatte, einen PC, musste sich schon ein bisschen auskennen. Denn so ein Rechner von damals zeigte auf seinem Monochrom-Bildschirm erst einmal nichts an außer "C:\", und dazu blinkte der Cursor. Die Sache mit der Maus und mit den bunten Symbolen gab es anfangs nicht, und tragbar wurden sie auch erst viel später.

Heute ist es zwar erheblich einfacher geworden, einen Computer zu nutzen. Doch dafür ist die Vielfalt riesig. Es gibt Desktops, Laptops, Tablets und alle möglichen Mischformen und dazu noch verschiedene Betriebssysteme. Doch welcher Computer ist der Richtige? Ein kleiner Ratgeber.

Desktop-Computer

Es gibt sie noch immer, die Kisten für unter den Schreibtisch. Aber warum sollte man sich einen solchen Desktop-Computer kaufen? Dafür gibt es tatsächlich eine Reihe guter Gründe. Am häufigsten holen sich passionierte Computerspieler ein solches Gerät. Es gibt zwar auch Gaming-Laptops, aber die sind teuer und können meist nicht oder nur schwer aufgerüstet werden. Bei einem PC dagegen lassen sich die meisten Teile austauschen, zum Beispiel, wenn die Grafikkarte an ihre Grenzen stößt. Desktops halten meist auch länger als Laptops. Und es lassen sich Zusatzgeräte wie etwa ein TV-Empfänger, einbauen. Auch wer nicht spielt, aber aufwendige Rechenaufgaben zu erledigen hat, wie etwa beim Videoschnitt in hoher Auflösung, freut sich über ein potentes Gerät.

Allerdings brauchen die meisten Desktops mehr Strom als Laptops. Deren Technik ist auf geringen Stromverbrauch optimiert. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wofür ein PC hauptsächlich gebraucht wird. Einfachere Geräte tun es nämlich zum Surfen, Schreiben und Mailen ganz genauso, sind aber leiser und sparsamer. Was zum Beispiel daran liegt, dass für die Grafikdarstellung keine eigene Zusatzkarte nötig ist, weil eine Grafikeinheit auf dem Hauptchip das energiesparend mit erledigt. Das heißt dann aber auch: Die meisten PC-Spiele laufen darauf aber nicht oder nicht richtig.

Und - ein Vorteil, der so klar auf der Hand liegt, dass man oft nicht daran denkt: Computer und Monitor sind getrennt, ein neuer, anderer, zweiter Monitor lässt sich problemlos anschließen.

Laptops

Auch bei Laptops ist es gut zu wissen, wozu man sie überwiegend einsetzen wird. Es gibt sie nämlich von klein und leicht bis groß und schwer. Wer Laptops hauptsächlich unterwegs nutzt, sollte darauf achten, dass das Gerät nicht zu schwer ist und dass der Akku lange durchhält. Nutzt man ihn fast nur zu Hause, darf es ruhig auch ein größerer sein. Wichtig in beiden Fällen: Die Tastatur und die Anzeige. Wie Erstere reagieren sollte, ist auch Geschmackssache, ist sie zu wabbelig oder biegt sich in der Mitte durch, stört das aber immer. Wichtig für Unterwegs-Nutzer: Der Bildschirm sollte sich hell genug aufdrehen lassen, sonst wird die Arbeit in einer helleren Umgebung zur Qual. Microsofts Betriebssystem Windows unterstützt seit der Version 8 berührungsempfindliche Bildschirme - ob man das bei klassischen Laptops mit integrierter Tastatur und Touchpad unbedingt braucht, sei dahingestellt.

Die Preise von Laptops hängen vor allem von den verbauten Komponenten ab. Höhere Bildschirmauflösungen, schnellere Prozessoren und flache Bauweise treiben den Preis in die Höhe. Wer will, kann einen externen Monitor und eine Tastatur anschließen - es gibt auch für Consumer-Geräte USB-Dockingstationen, sodass mit einem Stecker Maus, Tastatur und Monitor mit dem Laptop verbunden sind.

Welches Betriebssystem zu Ihnen passt

Tablets

Sind Tablets eigentlich Computer? Aber ja! Was die Flachmänner leisten, hätte noch vor einem Jahrzehnt jedem ausgewachsenen Laptop zur Ehre gereicht. Da sie hauptsächlich mit den Fingern bedient werden, und zwar auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm, muss man aber Kompromisse eingehen. Einen längeren Text zu schreiben, macht keinen Spaß, zumal es keine Pfeiltasten gibt, mit denen man sich durch den Text bewegen könnte. Die gibt es erst, wenn externe Tastaturen zum Einsatz kommen. Meist werden die über den Funkstandard Bluetooth angebunden, was nicht immer störungsfrei funktioniert. Manche Geräte wie etwa Apples iPad pro bringen auch einen eigenen Anschluss mit, der ohne Funk auskommt.

Software für Tablets kann wegen der Fingerbedienung nicht so komplex sein wie ausgewachsene PC-Programme. Ein Tablet als einziger Computer eignet sich daher nur für Leute, die wirklich nichts anderes brauchen als ein Gerät zum Surfen, zum Schreiben kürzerer Texte und zum Nutzen von Mails.

Tablets sind aber auch perfekte Multimedia-Geräte, mit denen man spielen oder Musik und Filme genießen kann. Reine Tablets finden sich vor allem als Zweitgeräte oder bei Menschen, denen herkömmliche Computer zu kompliziert sind.

Mischformen

Einer der größten Trends sind derzeit sogenannte Convertibles. Das sind Laptops, bei denen sich der Bildschirm entweder abnehmen oder aber um 360 Grad drehen lässt. Bei den Geräten mit abnehmbarem Schirm steckt im Monitor ein eigenes Tablet. Das kann eine abgespeckte Variante mit Tablet-Betriebssystem sein oder wie im Falle von Microsofts Surface Book ein vollwertiges (Windows-) Gerät. Die Tastatur beherbergt einen zweiten Akku, die PC-Technik aber steckt im Bildschirm. Am nächsten kommen das Surface Book und ähnliche Geräte dem Traum von der eierlegenden Wollmilchsau. Allerdings hat die Sache ihren Preis, und man muss Kompromisse eingehen.

Eine Mischform sind auch sogenannte All-in-One-Geräte. Das sind PC, bei denen die gesamte Computer-Technik ins Bildschirmgehäuse eingebaut wird. Die bekanntesten davon sind Apples iMacs. Der Vorteil: Die Geräte sehen meist schick aus, es gibt kaum Kabelsalat und ihre Leistung ist auch ordentlich. Nachteil: Im Gegensatz zu herkömmlichen PC lassen sie sich sich meist kaum erweitern, weil die platzsparende Bauform zu Sonderlösungen zwingt.

Betriebssysteme

Bei Computern und Laptops dominiert noch immer Microsofts Windows. Die jüngste Version 10 ist etwas ins Gerede gekommen, weil sie sich in der Standardeinstellung als ziemlich neugieriger Datensammler betätigt. Das kann man dem System aber weitgehend abgewöhnen. Vorteile von Windows 10: Es läuft schnell, und es gibt ein sehr großes Angebot an Software dafür. Die bei vielen Nutzern unbeliebten Kacheln sind stark in den Hintergrund getreten. Alternativen wären Linux oder auch Googles Chrome OS. Letzteres läuft aber sinnvoll nur mit ständiger Internetanbindung - was bei transportablen Geräten nicht immer gegeben ist.

Auf Tablets regiert nicht Microsoft, sondern Google mit Android und Apple mit iOS. Diese Betriebssysteme wurden speziell für mobile Geräte entwickelt. Vor allem iOS erlegt dem Nutzer einige Beschränkungen auf. Einfach mal per USB Musik aufs Gerät zu kopieren, das geht mit einem iPad nicht. Wichtig zu wissen für Wechselwillige: Apps, die man bei einem Anbieter, etwa Android, gekauft hat, lassen sich nicht auf ein Apple-Gerät übertragen und umgekehrt. Das Android-System lässt dem Nutzer etwas mehr Freiheit, ist aber auch gefährdeter für Attacken durch Viren.

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Quelle:
SZ vom 04.05.2016/mahu
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