bedeckt München 10°

Panoramadienst als Ballerspiel:Google stoppt Street-View-Shooter

Geschmacklose Idee einer niederländischen Werbeagentur: In "Google Shoot View" konnten Internetnutzer den Panoramadienst Street View in einen Ego-Shooter verwandeln. Nun hat Google der kontroversen Anwendung den Saft abgedreht.

Der Rundgang durch Google Street View ähnelt einem Ego-Shooter-Spiel: Mit einer automatischen Waffe in der Hand laufen Internetnutzer virtuell durch die abfotografierte Welt des Panoramadienstes und können dabei ziellos auf alles ballern, was ihnen auf ihrem Weg entgegenkommt, dazu sind Schussgeräusche zu hören.

Google Shoot View

"Google-Shoot-View"-Screenshot: Schussgeräusche inklusive.

(Foto: Screenshot YouTube)

Die Spielidee, die eine niederländische Werbeagentur unter dem Namen "Google Shoot View" realisiert hat, mutet nicht nur angesichts der Ereignisse in Lüttich geschmacklos an. Offenbar hält auch Google nicht viel von dem bizarren Mashup: Am Freitag stellte die Agentur Pool Worldwide das Spiel online, bereits am Montag verweigerte Google der Anwendung den Zugriff zur Google-Maps-Schnittstelle, über die auch die Daten von Street View herausgegeben werden. Dies berichtet das Online-Portal Business Insider.

Nach Angaben des Kreativchefs der Agentur verwies das Unternehmen dabei auf einen Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. "Wir hatten bis zu 3000 Besucher pro Minute. Unsere Webserver brachen zusammen", beschreibt er den kurzfristigen Erfolg der Anwendung. Das Promo-Video zu "Google Shoot View" wurde bei YouTube inzwischen 130.000 Mal abgerufen.

Unter Internet-Nutzern wird das Spiel kontrovers diskutiert: "Bringt dieses Spiel zurück", schreibt ein YouTube-Kommentator nach der Löschung und steht damit nicht alleine da. Die Mehrzahl der Nutzer sind sich hingegen einig, dass die Spielidee geschmacklos ist. "Es ist eine zynische, apathische und abgestumpfte Welt, in der wir leben", urteilt ein Besucher von Business Insider, "in diesem Fall hat Google die richtige Entscheidung getroffen."

© sueddeutsche.de/joku/tina
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema