Paket-Weiterleitung:Produkte bestellen, obwohl sie nur in den USA ausgeliefert werden

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Deutsche Post - DHL

Dank Anbietern wie Shipito oder Borderlinx stellt DHL auch Pakete zu, die gar nicht für den deutschen Markt gedacht waren.

(Foto: dpa)

Wenn der Händler nur an US-Adressen verschickt, haben deutsche Kunden ein Problem. Es sei denn, sie wenden sich an Anbieter, die Pakete weiterleiten.

Von Moritz Stückler, t3n.de

Viele Online-Shopper sind schon einmal auf einen Artikel gestoßen, der leider aus den USA nicht nach Deutschland geliefert wird. Gerade Fans von Crowdfunding-Kampagnen auf Kickstarter sind häufig damit konfrontiert.

Es gibt allerdings oft eine Möglichkeit, diese Limitierung zu umgehen, Paketweiterleitung heißt das Stichwort. Inzwischen existieren viele Anbieter, die einen solchen Service anbieten. Das Prinzip ist immer das Gleiche: Der Nutzer bestellt seine Lieferung an eine Adresse des Dienstleisters in den USA. Dort wird der Empfang quittiert, anschließend das Paket neu frankiert und an die Adresse des Nutzers in Deutschland (oder einem anderen Land) gesendet. Je nach Tarif und Versanddienstleister können Sendungen so innerhalb von drei bis vier (zusätzlichen) Tagen aus den USA in Deutschland eintreffen.

Paketweiterleitung

Eine Nachricht, die niemand gerne liest: Viele Technik-Produkte werden nicht nach Deutschland geliefert.

(Foto: Screenshot: Amazon.com)

Zölle und Steuern verteuern die Paketweiterleitung

Entscheidend für die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer solchen Weiterleitung aus den USA ist meist nicht die Gebühr des jeweiligen Dienstleisters, sondern Zollbestimmungen und Steuern. Unter 22 Euro Warenwert (Versandkosten inklusive) müssen keine Abgaben gezahlt werden. Zwischen 22 und 150 Euro Warenwert muss nur die Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden (in der Höhe der deutschen Mehrwertsteuer, also meist 19 Prozent). Ab einem Warenwert von 150 Euro fallen neben der Einfuhrumsatzsteuer auch noch Zollgebühren an. Die genaue Höhe der Zölle ist abhängig vom Wert und der Warenkategorie des eingeführten Produkts.

Wer sich sicher ist, eine Sendung weiterleiten zu wollen, kann zwischen vielen Anbietern wählen. Die meisten bieten auf ihrer Webseite Formulare zum Berechnen der anfallenden Gebühren an. Ein Beispiel: Die Weiterleitung eines Pakets mit den Abmessungen 40 x 20 x 10 Zentimeter und einem Gewicht von einem Kilogramm kostet bei verschiedenen Anbietern zwischen 40 und 70 US-Dollar an Gebühr. Die beiden Anbieter Shipito und Borderlinx sind dabei am günstigsten. Teurer sind FedEx Crossborder und MyUS.com.

Paketweiterleitung

Fast alle Anbieter haben einen Rechner auf ihrer Webseite, mit dem sich die Kosten für ihre Dienstleistung berechnen lassen.

(Foto: Screenshot: Myus.com)

Anbieter sind schwer zu vergleichen

Man sollte also vor jeder Sendung einige große Anbieter und ihre Preise vergleichen und nicht gleich den ersten Dienstleister verwenden, der bei Google aufpoppt. Leider sind auch die Bewertungen bisheriger Nutzer nur wenig hilfreich beim Vergleich der Anbieter. Zu jedem der hier verlinkten Services finden sich Lobeshymnen und Horrormeldungen. Dabei ist es oft schwer herauszufinden, ob die Schuld für Probleme wirklich beim Weiterleitungsunternehmen oder nicht doch bei den Paketzustellern lag.

Wer viele Pakete weiterleiten will, sollte sich außerdem bei den Anbietern nach passenden Tarifen umsehen, die gegen eine Monatsgebühr geringere Versandkosten pro Sendung bieten. Ein solcher Tarif kann sich schon ab zwei oder drei Sendungen lohnen.

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