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Online-Shop für digitale Bücher:Warum E-Books in Deutschland teuer sind

Für den deutschen Kunden lohnen sich derzeit E-Books finanziell kaum: Die Preise liegen in der Regel nur wenig unter denen der gedruckten Ausgabe - und ein Online-Preisvergleich lohnt sich auch nicht: Der Preis eines elektronischen Buches ist zwar nicht an den der Printversion gebunden, muss allerdings bei allen Online-Händlern den gleichen Betrag kosten.

Amazon dank ´Kindle" mit kräftigem Gewinnsprung

Kindle neben Bücherstapel: Kein Preiskampf bei den E-Books.

(Foto: dpa)

Da passt es gut ins Bild, dass die EU-Wettbewerbsbehörde jüngst einige E-Book-Anbieter unter dem Verdacht der illegalen Preisabsprache durchsuchen ließ. Ein französischer Verleger vermutete bereits öffentlich, dass dies auf Betreiben von Amazon geschehen sei, da das Unternehmen versuchen wolle, Dumping-Preise auf dem E-Book-Markt zu etablieren.

Bereits jetzt versucht Amazon, Autoren dazu zu bringen, ihre Bücher ohne Verlag digital zu veröffentlichen: Wer die elektronische Variante seines Werks ohne Mittler direkt im Kindle-Store anbietet, kann bis zu 70 Prozent des Umsatzes erhalten.

Der nächste Schritt der E-Book-Revolution in Europa dürfte sein, dass es nicht mehr zwangsläufig nötig sein wird, ein digitales Buch zu kaufen, um es zu lesen: In den USA bieten Amazon und einige andere E-Book-Verkäufer ihren Kunden bereits die Möglichkeit, Bücher für 14 Tage verleihen; jüngst hat der Online-Versandhändler angekündigt, ein Leihprogramm in Zusammenarbeit mit öffentlichen Bibliotheken zu starten.

Kein Konkurrenzkampf

Diese neuen Nutzungsformen sowie der niedrige Preis machen E-Book-Reader wiederum für Bildungseinrichtungen interessant. Wenn man dem Analysehaus IDC glaubt, dürften sich deshalb trotz der Tablet-Konkurrenz auch Lesegeräte wie Kindle weiterhin ordentlich verkaufen: Wurden 2010 noch 1,9 Millionen E-Book-Reader verkauft, soll diese Zahl bis 2015 auf 9,6 Millionen steigen.

Nicht nur bei den digitalen Geräten, auch bei den Buchläden selbst herrscht inzwischen eine größere Auswahl: In Deutschland bieten neben Amazon auch Libri und der Buchhändler Thalia E-Books an, dazu kommt noch die internationale Konkurrenz von Apple und Google. Das Problem für den Kunden: Solange sich an den festgesetzten Online-Preisen in Deutschland nichts ändert, braucht er auf Schnäppchen und echten Konkurrenzkampf nicht zu hoffen.