Nobelpreis-Nominierung Friedensstifter Wikileaks

Ein norwegischer Abgeordneter nominiert Wikileaks für den Friedensnobelpreis - doch die Enthüllungsplattform erhält auch Unterstützung von unerwarteter Seite.

Die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks ist für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Der 26 Jahre alte norwegische Parlamentsabgeordnete Snorre Valen von der Sozialistischen Linkspartei schlug Wikileaks für die Auszeichnung vor, wie er erklärte.

Wikileaks-Chef Julian Assange ist nicht unumstritten - seine Organisation ist nun für den Friedensnobelpreis nominiert.

(Foto: dpa)

Er reichte die Nominierung am Dienstag ein, dem letzten Tag vor Ablauf der Frist. "Ich halte es für wichtig, eine Debatte über Meinungsfreiheit anzustoßen und darüber, dass die Wahrheit immer das erste Opfer eines Krieges ist", sagte der junge Politiker. "Wikileaks will die Regierungen für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen, und das trägt zum Frieden bei."

Langjährige Beobachter räumen der Internetplattform aber wenig Chancen ein, den Preis zu gewinnen. Die Gewinner werden im Oktober bekannt gegeben.

Valen ist jedoch nicht der Einzige, der Wikileaks für einen geeigneten Preisträger hält: Im Dezember hatte der Guardian berichtet, dass sich die russische Regierung hinter den Kulissen für eine Nominierung einsetzen würde.

Brisante Papiere über Moskau

Wie ernsthaft Moskau dieses Ziel verfolgte, ist jedoch unklar. Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte in verschiedenen Interviews davon gesprochen, brisante Dokumente über undurchsichtige russische Regierungsgeschäfte zu besitzen.

Wikileaks hatte im vergangenen Jahr unter anderem vertrauliche Dokumente der US-Regierung veröffentlicht und damit wochenlang für Schlagzeilen und große Unruhe auf dem diplomatischen Parkett gesorgt.