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Nintendo:Pokémon Go startet offiziell in Deutschland

Pikachu ist das vermutlich berühmteste Pokémon. Jetzt können auch deutsche Nutzer auf die Jagd gehen.

(Foto: AFP)
  • Pokémon Go ist jetzt auch offiziell in Deutschland erhältlich.
  • Bislang gab es das beliebte Smartphone-Spiel für deutsche Nutzer nur auf Umwegen.
  • US-Gedenkstätten fordern Spieler bereits auf, doch bitte keine Pokémon auf dem Gelände zu jagen.

Seit Tagen macht Pokémon Go Spielerinnen und Spieler auf der ganzen Welt verrückt. Auch in deutschen Städten sah man schon zahlreiche Menschen mit gesenktem Kopf und dem Smartphone in der Hand Pokémon jagen, doch offiziell war die App noch nicht erhältlich. Das hat sich am Mittwochvormittag geändert - seitdem können Pokémon-Fans das Spiel im Google Play Store und in Apples App-Store herunterladen.

Pokémon Go ist ein gigantischer Erfolg, mit dem wohl nicht einmal Nintendo selbst gerechnet hätte. In den USA ist die App bereits jetzt auf mehr Android-Smartphones installiert als Tinder, das Spiel wird täglich von mehr Menschen genutzt als Twitter. Nach 13 Stunden war es auf Platz 1 in den Charts der iOS-Apps. Die Nintendo-Aktien sind mittlerweile viele Milliarden Euro mehr wert.

Der Pokémon-Hype hat auch Schattenseiten

Nintendo freut sich, viele Millionen Pokémon-Fans freuen sich - doch es gibt auch Schattenseiten. Anscheinend nehmen Pokémon-Spieler die virtuelle Realität bisweilen ernster als die analoge. So haben etwa Gedenkstätten in den USA Besucher dazu aufgerufen, doch bitteschön das Smartphone in der Tasche zu lassen und auf dem Gelände nicht nach Pokémon zu suchen. Dazu zählen etwa das Holocaust-Museum und der Arlington-Ehrenfriedhof in Washington.

Nintendo versteckt die Pokémon auf der ganzen Welt, vermutlich steuert ein Algorithmus die automatische Verteilung: So sind in Städten auffallend viele Ratten- und Tauben-Pokémon zu finden, während sich Wasserpokémon häufig in der Nähe von Flüssen und Seen aufhalten. Offenbar hat Nintendo Gedenkstätten und andere sensible Bereiche (etwa ehemlige Konzentrationslager in Auschwitz und Dachau, wo auch schon Pokémon gesichtet wurden) nicht davon ausgenommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Augmented-Reality-Spiel solche Probleme macht: Der Pokémon-Entwickler Niantic platzierte beim Spiel Ingress einige Portale auf dem Gelände von KZ-Gedenkstätten und ließ Spieler dort gegeneinander kämpfen. Holocaust-Überlebende reagierten empört, Niantic entschuldigte sich und entfernte die Portale.

Spieler müssen keine Angst um ihre Daten haben

Eine andere Sorge ist dagegen unberechtigt: Viele Medien hatten vor dem Datenkraken Pokémon gewarnt. Die iOS-Version der App erforderte umfassende Zugriffsrechte auf den Google-Account der Spieler. Theoretisch hätten Niantic und Nintendo damit die E-Mails der Nutzer lesen können.

Tatsächlich handelte es sich aber um einen Fehler. Es wurden lediglich Name und Mailadresse abgefragt, auf E-Mails und Dokumente wurde zu keinem Zeitpunkt zugegriffen. Mittlerweile hat Niantic die App aktualisiert und die überflüssigen Berechtigungen entfernt.

© SZ.de/sih/dayk
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