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Nexus S im Kurztest:Googles Straßen-Smartphone

Gemeinsam mit Samsung wagt Google den nächsten Versuch, dem iPhone Paroli zu bieten. Der Kurztest zeigt: Für das Nexus S sprechen viele Argumente.

Helmut Martin-Jung

Auch wenn die Aufregung um das erste Handy des Suchmaschinenkonzerns Google noch groß war, für ein Google-Handy campiert heute niemand mehr vor einem Laden. Dennoch erwarten vor allem technisch Versierte von einem Gerät, das der Konzern unter seinem Namen vertreibt, ganz außergewöhnliche Fähigkeiten.

Nexus S

Google-Handy Nexus S: Nahe dran am iPhone.

(Foto: Google)

Beim Nexus S, dem von Samsung gebauten neuen Smartphone von Google, sind es zwei Dinge, die auffallen: Da ist zum einen der leicht nach innen gebogene, riesige Bildschirm und zum anderen der eingebaute Chip für den Funkstandard Near Field Communication (NFC), der Handys schon in naher Zukunft dazu befähigen soll, als Zahlungsmittel zu dienen und RFID-Funketiketten zu lesen.

Für den Prozessor hingegen hatten sich Gigahertz-Junkies eine Lösung mit Doppelkern gewünscht wie er zum Beispiel in Samsungs neuem Galaxy S 2 steckt, in Motorolas Atrix oder im Optimus Speed von LG. Entscheidend aber ist, was auf dem Bildschirm ankommt, und hier muss sich das Nexus S nicht verstecken.

Das wird bereits an der Animation unmittelbar nach dem Einschalten des Geräts deutlich: Der Bildschirm in Samsungs Super-Amoled-Technik kommt in Sachen Auflösung und Brillanz Apples Retina-Display am nächsten, im Fall von einfallendem Sonnenlicht ist er ihm sogar überlegen.

Vorne dabei zu sein, bedeutet bei Googles Betriebssystem Android auch stets, dass auf den eigenen Handys die jüngste Version installiert wird. In diesem Fall ist das Android 2.3, Codename Gingerbread. Es wird - anders als bei anderen Hardware-Herstellern - in der nackten Version aufgespielt, also ohne Zusätze wie beispielsweise Samsungs Touch Wiz. Das ist eine Oberfläche, die sich bemüht, häufige Anwendungen einfacher oder besser zu gestalten als das reine Betriebssystem.

Das Plus im Preis

Doch man handelt sich damit auch ein Problem ein. Denn bringt Google eine neue Version von Android heraus, kann man diese nicht einfach auf sein Gerät aufspielen, sondern muss warten, bis der Hersteller eine aufs Gerät abgestimmte Version freigibt.

Das Nexus S hat im Gegensatz zum Galaxy S von Samsung, mit dem es sonst viel gemein hat, einen LED-Blitz. Das Gehäuse wirkt durch viel Plastik billiger als das iPhone, das Handy ist aber auch leichter. Wie immer bei Android lässt sich der volle Leistungsumfang nur ausschöpfen, wenn man die Google-Anwendungen nutzt. Die 16 Gigabyte an eingebautem Speicher lassen sich nicht erweitern.

Bis auf die NFC-Unterstützung, die hierzulande noch wenig bringt, bietet die neue Android-Version keine wesentlichen Vorteile, aber das Nexus S ist ein sehr zügig reagierendes Gerät mit einem ausgezeichneten Bildschirm und mit einem Straßenpreis von etwa 400 Euro preiswert.

© SZ vom 19.04.2011/joku
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