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Neues Apple-Handy:Zehn Dinge, die man über das iPhone wissen sollte

Täglich wird in Medien, Blogs und in sozialen Netzwerken über das iPhone geschrieben. Ist über dieses Smartphone also alles bekannt? Nein. Zehn Dinge, die man über das iPhone wissen sollte - und von Apple nicht erfahren wird.

Varinia Bernau und Sophie Crocoll

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Neues Apple-Handy:Das iPhone kann nicht alles

Pilzsaison in Bayern, 2006

Quelle: dpa

Täglich wird in Medien, Blogs und in sozialen Netzwerken über das iPhone geschrieben. Ist über dieses Smartphone also alles bekannt? Nein. Zehn Dinge, die man über das iPhone wissen sollte - und von Apple nicht erfahren wird.

Obwohl es vielen so vorkommen mag, die es als Wasserwaage benutzen oder als Anleitung beim Krawattenbinden: Das iPhone hilft nicht in jeder Lebenslage, ein Schweizer Taschenmesser etwa kann es nicht ersetzen. Denn auch mit dem neuen Modell wird man wohl keine Pilze und keinen Kohl schneiden können, falls gerade kein Küchenmesser zur Hand ist. Dafür eignet sich das MacBook Air besser, haben Tests von Apple-Fans ergeben, die jede Eigenschaft ihrer Geräte kennen und schnell auf die scharfen Kanten des Notebooks aufmerksam wurden. Zum Sportgerät taugt das iPhone ebenfalls nicht: Die Weltmeister im Handyweitwurf haben noch nie ein Apple-Gerät gewählt. In diesem Jahr gewann ein Einheimischer den Wettbewerb im finnischen Savonlinna - mit einem Handy von Nokia erzielte er eine Weite von 101,46 Metern.

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Neues Apple-Handy:Siri weiß nicht alles

Smartphone-Trends 2013

Quelle: Sven Hoppe/dpa

Pfadfinder sollten sich nicht auf die Sprachsteuerung von Apples iPhone verlassen. Im Sommer hatte der Konzern auf Werbeanzeigen damit geworben, man nur mit ihr reden müsse, dann helfe einem Siri schon. "Wie sieht eine Gifteiche aus?" stand auf der Anzeige. Dazu ein iPhone, auf dessen Bildschirm eine grüne Pflanze zu sehen war. Dumm nur, dass es sich dabei um Efeu handelte, wie eine Botanikerin kurz darauf aufdeckte. Und offenbar hat Siri nicht nur dieses eine Mail gepatzt: Einer Studie der Investmentbank Piper Jaffray zufolge, gibt Siri statistisch betrachtet nur in 68 Prozent aller Fälle korrekt Auskunft. Zieht man sie auf einer lauten Straße zurate, dann liegt sie sogar noch etwas häufiger daneben. Der Analyse zufolge ist Siri zwar gut darin zu verstehen, was ihr Gegenüber sagt - aber weniger gut darin, die passenden Worte für die richtige Antwort zu finden. Anders ausgedrückt: Siris Stärke ist das Nachplappern.

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Neues Apple-Handy:Keine zwei Prozent erhält derjenige, der das iPhone zusammenschraubt

File photo shows workers inside a Foxconn factory in the township of Longhua in the southern Guangdong province

Quelle: REUTERS

In der Produktion kostet ein iPhone 4S mit mittelgroßem Speicher etwa 215 US-Dollar, haben die Analysten von IHS isuppli berechnet. Die einzelnen Teile zusammenzusetzen, macht etwa acht Dollar aus. 3,40 Dollar davon kostet die manuelle Arbeit, also die Handgriffen der Wanderarbeiter in den chinesischen Fertigungshallen der Zulieferer wie Foxconn. Das entspricht nicht einmal zwei Prozent. Einer Untersuchung der Fair Labor Association zufolge sagten 64,3 Prozent der Arbeiter, ihr Lohn reiche nicht, um Grundbedürfnisse zu befriedigen.

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Neues Apple-Handy:Das iPhone hat die Zigarette danach ersetzt

Raucher

Quelle: dpa

Früher zündete man sich nach dem Sex eine Zigarette an. Heute greift man nach dem iPhone. In den USA macht das zumindest schon jeder fünfte so. Und dort werden schließlich die Trends für all die technischen Spielereien gesetzt. Die Zahl stammt aus einer Umfrage von Lookout, einem Spezialisten für mobile Sicherheitslösungen. Und sie hat auch noch einige andere Erkenntnisse erbracht darüber, wie allgegenwärtig Mobiltelefone in unserem Alltag geworden sind: 24 Prozent nehmen ihre Smartphones sogar beim Autofahren zur Hand, 30 Prozent verzichten selbst während Mahlzeiten mit anderen nicht darauf. Und 39 Prozent der Befragten gaben zu, ihr iPhone auch auf der Toilette zu benutzen.

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Neues Apple-Handy:Mit keinem anderen Gadget verdient Apple so viel Geld

Goldpreis springt auf Rekordhoch

Quelle: dpa

Das iPhone ist Apples Goldesel. Und zwar nicht nur, weil sich das Ding so gut verkauft. Allein im jüngsten Quartal wurde Apple 35 Millionen seiner Alleskönnerhandys los. Zum Vergleich: In derselben Zeit setzte der Konzern 11,7 Millionen iPads und neun Millionen iPods ab. Das iPhone beschert Apple nicht nur fast die Hälfte seines Umsatzes. Von dem Geld bleibt auch noch besonders viel in der Kasse: Das iPhone 4S mit einem mittelgroßen Speicher herzustellen, kostet Schätzungen zufolge 215 Dollar. Wer es in Deutschland direkt bei Apple kauft - und nicht bei einem Mobilfunkanbieter, der zahlt derzeit umgerechnet etwa 944 Dollar. Das neueste iPad mit einem ähnlich großen Speicher kostet in der Herstellung etwa 375 Dollar. Verkauft wird es für etwa 740 Dollar.

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Neues Apple-Handy:Apples gefährlichster Rivale verdient ebenfalls am iPhone

Streit zwischen Apple und Samsung

Quelle: dapd

Apples gefährlichster Rivale verdient ebenfalls am iPhone. Denn Samsung stellt nicht nur seine eigenen Smartphones her. Der südkoreanische Konzern liefert auch an andere Hersteller wichtige Bauteile wie etwa Bildschirm, Speicherchips und Prozessor. So auch an Apple. Kürzlich allerdings kursierten Gerüchte, der kalifornische Konzern habe sich bereits zur Fertigung des neuen iPhone andere Zulieferer gesucht. Die Unternehmen hätten, so berichtete etwa die Finanznachrichtenagentur Bloomberg, unterschiedliche Preisvorstellungen. Demnach soll Samsung zum nächsten iPhone zwar den Prozessor, nicht aber den Bildschirm beisteuern.

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Neues Apple-Handy:Ohne die Mobilfunkanbieter wäre Apples Gewinn niedriger

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Quelle: AFP

Dass Mobilfunkunternehmen Handys subventionieren, wenn Kunden sie samt Vertrag kaufen, ist kein Geheimnis. Apples Marktmacht aber ist so stark, dass der kalifornische Konzern mehr als andere verlangen kann. Insider berichten, dass sich Apple auch am Umsatz beteiligen lässt, den die Mobilfunkanbieter mit dem Datenverkehr ihrer Kunden machen. Gerüchten zufolge müssen sie 30 Prozent davon abführen. Bestätigen will das keiner - sonst könnte die Konkurrenz ja Ähnliches verlangen. Apples Gewinn subventionieren die Mobilfunker - und die holen sich's wieder von ihren Kunden da das iPhone viele Kunden lockt, die bereit sind, höhere Vertragsgebühren zu zahlen. Das US-amerikanische Mobilfunkunternehmen Sprint Nextel räumte im vergangenen Oktober ein, mit dem iPhone erst 2015 Geld zu verdienen - bis dahin werde das Unternehmen allerdings etwa 15,5 Milliarden Dollar an Apple zahlen.

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Neues Apple-Handy:Das iPhone ist nicht das meistverkaufte Smartphone

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Quelle: AP

42,2 Millionen Stück. Nie zuvor hatte ein Hersteller binnen eines Quartals so viele Smartphones verkauft. Den rekordträchtigen Titel verliehen die Marktforscher von IDC im Mai aber nicht Apple. Sondern: Samsung. Fast jedes dritte Smartphone, das in den ersten drei Monaten dieses Jahres weltweit über die Ladentische ging, stammte von dem südkoreanischen Konzern. Und seither buhlte er weiter um Kundschaft: etwa mit dem neuesten Gegenentwurf zu Apples iPhone, dem Galaxy S III. Bereits 20 Millionen davon habe man verkauft, in weniger als drei Monaten.

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Neues Apple-Handy:Das iPhone ist ein Spion in der Hosentasche.

auto

Quelle: dpa

"Wir überwachen niemanden", soll Apple-Gründer Steve Jobs einem wütenden Kunden im April 2011 in einer E-Mail geantwortet haben. Der Mann hatte sich beschwert, dass sein iPhone täglich bis zu hundertmal erfasst, wo er sich wann aufhielt. Die Informationen landeten unverschlüsselt in einer Datei auf dem Gerät und wurden auf den Computer übertragen - leichte Beute für Hacker. Auch mit den Zusatzprogrammen für das iPhone hat der Konzern immer wieder Ärger: Apples Software erlaubt es Apps, auf das Adressbuch des Besitzers zuzugreifen. So landen Daten oft auch auf den Rechnern von sozialen Netzwerken. Ohne dass iPhone-Besitzer wissen, was die damit vorhaben.

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Neues Apple-Handy:Apple nutzt Patente als Waffe gegen Konkurrenten

Apple

Quelle: dpa

Ob das Design-Patent für das Handy in Form eines angebissenen Apfels tatsächlich von Apple stammt? Das US-Patentamt konnte das auf Anfrage der SZ nicht eindeutig klären. Heute sehen iPhones ohnehin ganz anders aus - und der Konzern nutzt andere Patente, um Wettbewerber zu ärgern. So bestätigte ein US-Gericht Apple gerade, als Erster das Design für ein rechteckiges Gerät mit runden Ecken erdacht zu haben. Konkurrent Samsung kontert nun: Man werde auf Grundlage von Patenten zum schnellen Mobilfunkstandard LTE rechtliche Schritte gegen Apple einleiten, hieß es aus dem Unternehmen. Das neue iPhone soll diesen Standard unterstützen.

© Süddeutsche.de/pauk
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