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Neue Suchfunktionen:Google wird persönlich

Die Suchmaschine Google kann künftig auch persönliche Inhalte wie private Fotoalben durchstöbern. Mit diesem Schritt stärkt der Internetkonzern nicht nur sein Netzwerk Google Plus, sondern erweckt auch eine alte Idee zu neuem Leben.

Google weitet sein Suchangebot auf persönliche Inhalte wie private Fotoalben aus und führt gleichzeitig neue Werkzeuge für einen besseren Datenschutz ein. Der Suchmaschinen-Gigant kündigte das Angebot am Dienstag in Mountain View unter dem Namen "Search, plus Your World" (Suche - plus Deine Welt) an.

Google Suche

Erweiterte Google-Suche: Nicht nur Inhalte, sondern auch Menschen und Beziehungen verstehen.

(Foto: Google)

"Wir verwandeln Google in eine Suchmaschine, die nicht nur Inhalte versteht, sondern auch Menschen und Beziehungen", sagte Google-Manager Amit Singhal. Das Angebot wird von Google zunächst für die englischsprachige Version auf google.com freigeschaltet. "Wir arbeiten aber auch hart daran, es in Deutschland verfügbar zu machen", sagte Singhal.

Bei der Option der "persönlichen Ergebnisse" durchstöbert Google beispielsweise Bilder, die beim Online-Netzwerk Google Plus oder dem Online-Fotoalbum Picassa hochgeladen wurde. Singhal erläuterte die Funktionsweise am Beispiel seines Schnautzer-Hundes Chikoo.

Eine normale Suche bei google.com nach dem Begriff "Chikoo" liefere derzeit vor allem Hinweise auf den Breiapfelbaum, der in Indien und Pakistan Chikoo genannt wird. Künftig könne er aber mit Hilfe der Suchmaschine auch schnell die Bilder aufstöbern, auf denen sein Hund zu sehen sei.

Integration der Daten aus Google Plus

Google bietet nun außerdem die Option, die Suche nach Personen auf einen Bekanntenkreis zu beschränken. "Wenn man heute nach einem gängigen Namen wie Ben Smith sucht, ist es fast ausgeschlossen, dass man beim richtigen Ben landet", sagte Singhal.

Google wertet dabei vor allem die Beziehungen aus dem eigenen sozialen Netzwerk Google Plus aus. Aus Google Plus werden am Bildschirmrand auch Seiten von Prominenten und Organisationen vorgestellt, die den Anwender interessieren könnten. Inhalte aus anderen Netzwerken wie Facebook stünden nicht zur Verfügung, sagte Singhal. Google habe keinen Zugriff auf die technischen Schnittstellen dieser Drittanbieter und fokussiere sich auf die Bereiche, in denen man ein "optimales Sucherlebnis" garantieren könne.

Suchmaschine für alles

Um die persönlichen Suchen vor neugierigen Blicken von außen abzuschirmen, verschlüsselt Google nicht nur die Übertragung des Suchbegriffs, sondern auch den Transfer der Suchergebnisse mit der SSL-Technologie. Dies kann man an der Adresse https://www.google.com (https statt http) erkennen.

Mit einem Klick auf ein kleines Logo könne der Anwender entscheiden, ob er seine "eigene Welt" durchsuchen oder universelle Suchresultate erhalten wolle. Mit dem Ausschalten der personalisierten Ergebnisse werde auch sichergestellt, dass die Suchabfragen bei Google nicht in einem Profil gespeichert und bei künftigen Suchabfragen berücksichtigt werden.

Wie Jason Kincaid vom IT-Portal Techcrunch anmerkt, deuten die Neuerungen darauf hin, dass Google künftig die persönliche Suchmaschine für "all' Dein Zeug" werden möchte. Bei der inzwischen eingestellten Desktop-Version war es bereits früher einmal möglich, den eigenen Computer zu durchsuchen.

Weil inzwischen immer mehr Dateien im Web abgelegt werden, soll die Google-Suche nun als Werkzeug fungieren, das die Informationen ordnet. Da allerdings nicht absehbar ist, dass konkurrierende Dienste eine offene Schnittstelle für die persönliche Google-Suche anbieten werden, dürfte Google vor allem eigene Web-Programme wie Google Docs Schritt für Schritt durchsuchbar machen.

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