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Neue Handy-Dienste von Apple und Facebook:Wertvolle Sonderangebote

Facebook will zunächst weder seine Nutzer noch die Unternehmen für den mobilen Schnäppchendienst zur Kasse bitten. Aber die Werbeanzeigen auf der Internetseite des sozialen Netzwerks, die sich mit den Sonderangeboten verknüpfen lassen, dürften nun noch wertvoller werden. Und Facebook gibt seinen 500 Millionen registrierten Mitgliedern ein Argument mehr dafür, übers Handy ihre Bedürfnisse und Sehnsüchte zu verraten.

Dies ist von strategischer Bedeutung: Internetkonzerne wie Facebook oder Google finanzieren sich vor allem über Werbung - und suchen emsig nach Möglichkeiten, um das Geschäftsmodell in die Zeit des mobilen Internets zu retten. Je mehr Alleskönner-Handys im Umlauf sind, desto attraktiver sind deren Bildschirme als Werbefläche. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers geht davon aus, dass 2013 weltweit 9,2 Milliarden Dollar mit Handy-Werbung umgesetzt werden. Erst kürzlich verkündete Google, 2010 mit mobiler Werbung die Marke von einer Milliarde Dollar Umsatz zu knacken.

Google hat gegenüber Konkurrenten einen Vorteil: Wie Facebook auf den Seiten seines sozialen Netzwerks kann Google Anzeigen auf seiner Suchmaschinenseite platzieren - auch auf den Bildschirmen der Alleskönner-Handys. Zugleich aber bietet der Konzern sein Betriebssystem Android mehreren Handyherstellern an. Die Analysten des Marktforschungsinstituts Gartner trauen diesem sogar zu, in den kommenden vier Jahren das meistgenutzte System für Smartphones zu werden. Und die Systemanbieter werden an den Werbeeeinnahmen beteiligt.

Konkurrent Apple nutzt bei seinem Alleskönner-Handy i-Phone nicht Googles Betriebssystem, sondern ein eigenes. Doch selbst wenn es Apple gelingt, Googles Siegeszug auf dem Smartphone-Markt aufzuhalten: Der Konzern hat anders als Google und Facebook keine eigene Internetseite, auf der er ohnehin schon Werbebanner verkauft. Deshalb war es ärgerlich für Apple, dass der Firma der Rivale Google Ende 2009 den Handywerbespezialisten Admob vor der Nase wegschnappte - für 750 Millionen Dollar. Apple kaufte sich daraufhin mit Quattro Wireless das notwendige Wissen ein, um Werbebanner und -filme in den Handy-Programmen unterzubringen.

Als Apple kurz darauf seine Werbeplattform i-Ad vorstellte, versicherte der Konzern, bereits Zusagen für Kampagnen im Wert von 60 Millionen Dollar zu haben. Das Marktforschungsinstitut IDC schätzt den US-Markt für mobile Internetwerbung 2010 auf 500 Millionen Dollar. Jeweils ein Fünftel davon geht an Apple und Google. Doch in der Branche geht es schnell zu. Ein Vorsprung währt selten lange. Und Facebook hat sich nun als ernst zu nehmender Rivale in Stellung gebracht.

© SZ vom 06.11.2010

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