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Neue Technik:Diese Gadgets sollten Sie gesehen haben

Die neue Homepod mini von Apple, eine Hightech-Socke mit Wärmefunktion und eine Mini-Drohne, für die es keinen Führerschein braucht: neue Technik im Check.

Von SZ-Autoren

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Drohne Mini 2 von DJI

DJI Mini 2

Quelle: OH

Vor die Eroberung der Lüfte hat der Gesetzgeber für Drohnenpiloten einige Hürden gesetzt. Nicht zu hoch, nicht zu weit, nicht über Häuser, nicht über Menschen, nicht in der Natur, nicht in der Nähe von großen Straßen, nicht ohne Versicherung oder Kennzeichen - eine Menge Verbote sind da zu beachten. Das wird zum 31. Dezember nicht viel besser, wenn die neue EU-Drohnenverordnung greift. Aber immerhin eine Regel bleibt dann Piloten der neuen Mini 2 von DJI erspart: Sie müssen keinen Drohnenführerschein machen. Das Fluggerät unterschreitet wie ihr Vorgänger die Gewichtsgrenze von 250 Gramm. Dabei hat sie aber alles andere als eine magere Ausstattung.

Im Oktober 2019 hat das Tech-Unternehmen DJI die Vorgängerversion vorgestellt. Der Firmenchef, so wird kolportiert, soll mit der Leistung der kleinen Drohne aber nicht zufrieden gewesen sein. Deshalb folgt nach recht kurzer Zeit die Mini 2. Mit Maßen von 14 mal acht Zentimetern ist das Gerät im zusammengefalteten Zustand kompakt wie ein Smartphone und passt in jede Tasche. In der Höhe misst es sechs Zentimeter. Neu nutzt die Drohne eine Fernsteuerung mit OcuSync-System von DJI, die auch mit der größeren Mavic Air 2 kommt. Die Funkverbindung ist so sehr stabil. Dank OcuSync schafft die Mini 2 eine Reichweite in Europa von sechs, in den USA gar von zehn Kilometern. Auch hierzulande gilt allerdings, dass der Pilot jederzeit Sichtkontakt zu seiner Drohne haben muss - was bei der kleinen Mini 2 Adleraugen fordert. Nächste, große Veränderung zum Vorgänger: die Kamera. Die Mini 2 nimmt jetzt Videos in hochauflösender 4K-Qualität auf. Die Bilder sind gestochen scharf. Dank Gimbal- und GPS-Stabilisierung verwackeln Aufnahmen auch bei starkem Wind kaum.

Gesteuert wird das alles übers Smartphone, das in die Fernbedienung geklemmt wird. Die App DJI Fly erlaubt für die Mini 2 einige automatische Video- und Bildmodi. Schnäppchenjäger werfen trotzdem einen Blick auf die Mini. Mit der alternativen App Litchi bekommt der Vorgänger mehr Funktionen als das neue Modell, etwa das Verfolgen von Objekten, was sonst nur große Drohnen können. Aber auch die Mini 2 ist in der Fly More Combo für etwas mehr als 500 Euro mit Zubehör wie Akkus oder Tragetasche ein feines Gadget.

Thorsten Riedl

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Homepod mini von Apple

Apple HomePod mini

Quelle: oh

Ganz schön frech, der Kleine: Nur so groß wie eine Grapefruit, aber einen Bass, naja, fast wie ein Großer. Apples Netzwerklautsprecher Homepod sieht sich freilich nicht bloß als Ersatz für Küchenradio oder Radiowecker. Er will auch eine Steuerzentrale fürs vernetzte Heim à la Apple sein.

Die Einrichtung könnte einfacher kaum funktionieren: Stromkabel anstecken, Ton abwarten, dann das iPhone darauf richten - fertig. Das iPhone, natürlich. Denn das Apple-Universum ist weitgehend abgeriegelt. Wer Einlass begehrt, muss sich dem unterwerfen. Was dann aber auch dazu führt, dass in der Regel Gerätschaften leicht in Betrieb zu nehmen und zu nutzen sind. So auch hier.

Der Homepod hat keinerlei Knöpfe, sondern eine berührungsempfindliche Oberfläche. Spielt Musik, lässt sie sich mit einem Antippen stoppen, auch Sensorflächen zum Lauter- und Leiserstellen gibt es. Eigentlich aber ist das Gerät natürlich dazu vorgesehen, mit Sprachbefehlen gesteuert zu werden. Apple hebt hervor, dass die Kommandos zur Auswertung in der Cloud verschlüsselt übertragen, nicht mit der Apple-ID des Nutzers verknüpft und nicht an Werbefirmen weitergegeben würden.

Alle Sprachbefehle werden mit dem Codewort "Hey Siri" eingleitet. Eine neue Funktion dafür nennt sich Intercom, also Sprechanlage. Damit lassen sich schnell Nachrichten von einem Gerät zum anderen senden, und vor allem die gesamte Familie - die natürlich alle Apple-Geräte haben müssen - auf einmal erreichen, Motto: "Wir fahren jetzt los, Leute". Sehr hübsch bei Präsentationen, der Praxis vermutlich eher nebensächlich bis nervtötend.

Apples Assistentin Siri, zuletzt arg ins Hintertreffen geraten gegenüber der Konkurrenz von Amazons Alexa und Googles Assistant, hat Fachwissen gepaukt und weiß nun auf mehr Fragen eine Antwort. Ein bisschen eingrooven muss man sich dennoch und lernen, mit welchem Kommando man das bekommt, was man will. Es funktioniert auch nicht immer. Siri kann etwa die fünfte Symphonie von Beethoven abspielen, wenn auch nur den ersten Satz, behauptet aber, sie habe die Sechste nicht im Programm. Hat Apple Music natürlich, in vielen unterschiedlichen Einspielungen.

Zum Preis von knapp 100 Euro das Stück sind die kleinen Homepods dennoch eine nette Ergänzung, für Menschen außerhalb des Apple-Universums kommen sie aber nicht in Frage.

Helmut Martin-Jung

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High-Tech-Strumpf von MP Magic Socks

-

Quelle: oH

Es ist November, draußen ist es schnell dunkel, wenn es dank Hochnebel überhaupt mal hell wird. Und noch schlimmer: Es ist kalt. Da kommt das Angebot, ein High-Tech-Produkt zu testen genau richtig: ein Paar Socken. Die "MP Magic Socks 37,5 Tech" sollen die Füße immer auf Betriebs- beziehungsweise Körpertemperatur von 37,5 Grad Celsius halten - sowohl auf einer Wochenend-Wandertour im Gebirge als auch im Home-Office ohne Fußbodenheizung.

Die Socken bestehen laut Hersteller zum Großteil aus Merinowolle von australischen Schafen. Ihr wird noch Silber, Kupfer und Zink beigemischt. Das soll dafür sorgen, dass weder die Socken noch die Füße des Träges nach drei Tagen im Gebirge müffeln. Für die 37,5-Grad-Funktion wird dem Garn, das bei Südwolle gesponnen wird, noch eine eigens patentierte Formel aus Vulkansand beigemischt. Sie soll garantieren, dass die abgegebene Körperwärme nicht verloren geht und die Füße warm bleiben.

Nun hat Wolle, ob von Schaf, Ziege, Kaninchen oder Alpaka an sich schon gute wärmespeichernde Eigenschaften, wie schlägt sich die High-Tech-Socke also im Vergleich zum herkömmlichen Wollprodukt?

Optisch erinnern die Socken, die in dunkelgrau und schwarz gehalten sind, an Treckingsocken. Es gibt sie in zwei Größen S/M und L/XL und wie bei jedem guten Paar Socken ist der rechte mit einem R und der linke mit einem L gekennzeichnet, damit der Fußzeh auch genügend Platz hat. Sie sind ziemlich dick gestrickt allerdings sind sie beim Übergang vom Spann zum Bein recht eng.

Halten sie die Füße nun gleichbleibend warm? Im Home Office gelingt ihnen das mühelos. Dafür muss die Testerin anders als sonst auch nicht die Filzhausschuhe einer Schäfereigenossenschaft überziehen, wie sie es sonst selbst im gut beheizten Home-Office macht. Der Outdoor-Test im alpinen Gebiet fällt aus - eine kurze Wanderung muss coronabedingt reichen. Auch hierbei gibt es keine kalten Füße, das kann aber einfach auch an der Merino-Wolle liegen.

Die High-Tech-Wollsocken sollen sich bei 40 Grad in der Maschine waschen lassen. Tatsächlich kommen sie ungeschrumpft aus der Waschmaschine, auch wenn sich die Wolle an den Seiten etwas verfilzt hat.

Finanziert wurden die Socken über eine Crowdfundingkampagne. Ende November sind sie regulär im Webshop des Herstellers für 57 Dollar für drei Paar erhältlich.

Mirjam Hauck

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Vernetzter Bilderrahmen von Nixplay

Seed Wave 13

Quelle: oh

Ja, man könnte Oma auch einfach ein Tablet geben, doch viele Senioren kommen nicht mit dem Gerät zurecht, wenn sie einmal in die falsche Richtung gewischt haben. Der Seed Wave von Nixplay will es besser machen. Das Gerät mit einem Bildschirm so groß wie ein kleiner Laptop (13 Zoll) muss bloß aufgestellt und über Wlan mit dem Internet verbunden werden. Danach funktioniert es einfacher als ein Fernseher - mit Inhalten gefüttert wird es übers Netz per App, zum Beispiel von den Angehörigen.

Das mit gut 200 Euro nicht gerade billige Gerät eignet sich aber nicht bloß dazu, andere Menschen mit Bildern und (kurzen) Videos zu bespaßen. Es lässt sich auch mit dem Musik-Streamingdienst Spotify verknüpfen, sodass zur Diashow auch noch Musik abgespielt wird. Die eingebauten Lautsprecher samt Bassverstärkung liefern einen überraschend druckvollen Klang - da kommen Laptops nicht mit.

Das Einrichten ist ein bisschen fummelig, weil alle Eingaben über die beiliegende kleine Fernbedienung gemacht werden müssen. Beim Test verweigert der Bilderrahmen anfangs die Kooperation mit dem Wlan-Router, danach muss er sich zunächst einmal eine Reihe von Software-Updates abholen und benötigt mehrere nervige Neustarts, bis es endlich losgehen kann.

Einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat der vernetzte Bilderrahmen nicht. Der Vorteil daran: Dadurch gibt es auch viel weniger hässliche Fingerabdrücke auf dem spiegelnden Bildschirm. Letzterer leuchtet hell und zeigt die Bilder knackig scharf an, auch Videos, deren Länge auf 15 Sekunden begrenzt ist, spielt er flüssig und mit Ton ab.

Das vielleicht netteste Merkmal des Nixplay Seed Wave ist sein Bewegungssensor. Der erkennt, wenn jemand vorbeigeht und schaltet dann das Bild ein - so wird Strom gespart, trotzdem muss Oma nicht jedesmal das Gerät ein- oder ausschalten, wenn sie die Bilder ihrer Lieben sehen will.

Fazit: Der Bilderrahmen erfüllt eine Nischenaufgabe, die aber ganz ordentlich. Das meiste lässt sich auch mit einem Tablet oder einem Laptop genauso gut erledigen, der wahre Clou ist die Bespielung aus der Ferne und die überhaus einfache Benutzung.

Helmut Martin-Jung

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Theragun Mini

Theragun min

Quelle: OH

Es gibt viele Möglichkeiten, die Menschheit einzuteilen. Eine Variante: all jene, die schon mal Rückenschmerzen hatten, also richtige. Und die anderen. Das Schmerzgedächtnis der ersten Gruppe hat mitunter eine dynamische Komponente - Betroffene sind stets auf der Suche nach etwas, das den Schmerz beim nächsten Mal lindern könnte. Hatten nicht Orthopäden einst diese Apparaturen, die auf interessante Weise den Schmerz gleichsam wegrüttelten?

Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, aber auch Sportler könnten eines Tages auf die Idee kommen, Geräte wie die Theragun Mini auszuprobieren - ein kleines Gerät mit einem beweglichen Stößel in Form einer Kugel. 200 Euro teuer. Die Idee: Man setzt die Kugel an einem schmerzenden und verspannten Muskel an, und der Stößel übernimmt den Rest. Bis zu 2400 Mal pro Sekunde beklopft er den betroffenen Bereich und soll auf diese Weise alles lockern und eine bessere Durchblutung herstellen. Perkussionstherapie nennt der Hersteller Therabody das. In der Logik des Unternehmens wirkt sie tiefer in die Muskulatur als die Vibrationstherapie.

Ob Physiotherapeuten das genauso sehen, sei mal dahingestellt. Man kann allerdings sagen, dass die Theragun schon ordentlich loslegt. Selbst in der kleinsten Variante, und das bei erträglicher Lautstärke. Das fühlt sich dann sehr ähnlich an wie ein Massagestrahl im Schwimmbad, nur dass sich die Theragun besser dosieren lässt. Das ist angenehm und bestimmt auch lockernd. Selbst hartnäckige Wellness-Gegner, die das Gerät zeitweise nutzten, urteilten nach Gebrauch: "Ganz schlecht ist es nicht."

Wer ein bisschen auf der Webseite des Hersteller Therabody forscht, findet gleichwohl einige Hinweise. In manchen Fällen soll das Gerät erst nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden. Zudem soll es im Bereich der Halswirbel nicht angewendet werden. Hersteller vergleichbarer Geräte platzieren solche Hinweise übrigens etwas offensiver.

Die Bedienung des knapp 700 Gramm schweren Geräts ist einfach: Es gibt nur einen Knopf. Daneben findet sich nur noch die Buchse, über die der Akku aufgeladen wird. Nach Angaben des Herstellers soll er bis zu 150 Minuten durchhalten. Dass auch Geräte wie eine Theragun mit dem Handy verbunden und für diverse Fitnessanwendungen genutzt werden können, überrascht einen heutzutage nicht mehr. Bei der Theragun Mini geht das allerdings nicht: Ihr fehlt das verbindende Bluetooth.

Hans von der Hagen

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Apple Watch

Apple Watch 6

Quelle: oh

Für Hypochonder ist sie genau das Richtige: Apples jüngste Armbanduhr kann nun auch den Sauerstoffgehalt des Blutes messen, zusätzlich zur Erkennung von Vorhofflimmern mittels eines einfachen EKG. Pulsmessung? Eh klar. Schritte zählen? Sowieso. Lärmmessung? Ist dabei.

Es ist eine wahre Vielfalt an Funktionen, die so ein Computer im Uhrengehäuse erfüllen kann. Die meisten davon brachte allerdings auch schon das Vorgängermodell mit. Wirklich groß ist der Sprung von der fünften Version auf die sechste also nicht. Der Prozessor läuft schneller und ist effizienter, weshalb nun die ständig leuchtende Uhrenanzeige etwas heller sein kann und damit besser lesbar ist.

Was leider geblieben ist: die kurze Laufzeit. Auch bei mäßigem Gebrauch ist der Akku nach eineinhalb Tagen spätestens leer. Das ist deshalb schlimmer als bei einem Handy, weil man zum Laden ein spezielles Kabel zum induktiven Aufladen braucht. Auch funktionieren induktive Ladepads nicht, auch nicht der neue, von Apple eben vorgestellte induktive Schnelllade-Adapter.

Aus der Vielzahl der App-Symbole das Richtige herauszupicken, ist nicht besonders einfach, manche Symbole ähneln sich stark. Auch die Bedienung mit Krone (dreh- und drückbar), Touch sowie dem Ein-Aus-Knopf kann man nicht gerade als intuitiv bezeichnen. Aber eine Uhr ist eben klein und der Funktionen sind viele.

Ein Teil der Funktionen kann nur über ein Smartphone eingestellt werden, das zwingend von Apple sein muss. Mit Android-Geräten lässt sich die Uhr nicht in Betrieb nehmen. Mit einem (neueren) iPhone klappt es dagegen kinderleicht. Davon dürften sich Konkurrenten ruhig mal was abgucken.

Weil das neue Spitzenmodell recht teuer ist - das günstigste Modell kostet knapp 420 Euro, das teuerste knapp 810 Euro -, bleibt die Version drei weiter verfügbar, sie beginnt bei 213 Euro. Außerdem wurde noch ein neues Modell vorgestellt, die Apple Watch SE. Sie hat ein schnelleres Innenleben als das Dreier-Modell. Und außerdem kann jemand, der ein iPhone besitzt, die Uhr für eine andere Person einrichten.

Dabei hat Apple wohl an Kinder gedacht, aber knapp 300 Euro sind ein stolzer Preis für ein Gerät, das nach zwei, drei Jahren veraltet ist. Helikopter-Eltern dürften jedoch die Funktion schätzen, mit der sich tracken lässt, ob die Kids zum Beispiel in der Schule angekommen sind.

Helmut Martin-Jung

7 / 10

Laptop Matebook X

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Quelle: oh/ Bearbeitung: SZ

Es ist schon eine Zeit her, dass der damalige Apple-Chef Steve Jobs etwas aus einem Briefumschlag zog, das sich als Laptop entpuppte. Heute gibt es flache Notebooks längst nicht nur von Apple, der iPhone-Konzern hatte die Kategorie auch ein bisschen vernachlässigt, dazu kamen Tastatur-Probleme. Die rühren natürlich daher, dass die Dinger immer noch flacher werden sollen.

In dieser Kategorie ist dem chinesischen Konzern Huawei mit seinem neuen ultraflachen Matebook X (1500 Euro) ein ziemlicher Wurf gelungen. Nur ein Kilogramm wiegt es, an der dicksten Stelle misst es nur knapp 1,4 Zentimeter und hübsch sieht es auch noch aus. Man fragt sich daher sofort, wo der Haken liegt. Nun, zunächst einmal gibt es wenig auszusetzen. Der Bildschirm ist zwar spiegelnd, dafür aber auch hell, hochauflösend (3000 mal 2000 Bildpunkte) und berührungsempfindlich. Ob man Letzteres bei einem Laptop zwingend haben muss, kann man dahingestellt sein lassen - ein Muster an Fingerbedienbarkeit ist Windows 10 ja noch immer nicht. Durch Webseiten scrollt es sich auf dem Bildschirm aber recht flott.

Bei den Anschlüssen gibt sich das Matebook X spartanisch, eine Kopfhörerbuchse und auf jeder Seite ein USB-C-Anschluss - das war's auch schon. Das Gute daran: Über beide Buchsen lässt sich das Notebook aufladen. Dabei wird es allerdings ziemlich warm, auf dem Schoß kann das ziemlich lästig sein. Weil der USB-C-Anschluss alleine nicht reicht, liegt dem Gerät noch ein kleiner Docking-Adapter bei, der einen großen USB-A und einen USB-C-Anschluss mitbringt, sowie eine HDMI- und eine analoge Video-Buchse.

Der Bildschirm im angenehmen, weil etwas höheren 3:2-Format nimmt nahezu den gesamten Raum im extrem dünnen Deckel ein. Für eine Kamera war da kein Platz mehr. Deshalb sitzt die leider in der Tastatur und nimmt einen bei Videokonferenzen unvorteilhaft aus der Froschperspektive auf. Dafür lässt sie sich allerdings mechanisch versenken und verhindert so das heimliche Ausspähen.

Mit 16 Gigabyte Hauptspeicher und einer 512 Gigabyte SSD-Festplatte ist das Matebook X gut gerüstet, auch der verbaute Intel-Prozessor, ein Core i5-10210U, reicht für alltägliche Aufgaben locker aus. Weil er passiv gekühlt wird, arbeitet das Notebook geräuschlos. Spielefans werden mit dem Gerät aber keine Freude haben, dafür ist die Grafikleistung zu schwach - irgendeinen Kompromiss muss man eben eingehen bei der ultraflachen Bauweise.

Helmut Martin-Jung

8 / 10

Nintendo-Konsole von Lego

Nintendo Lego NES

Quelle: Lego

Die Tage werden kürzer, die Abende dunkler. Damit bietet sich für die Familie die Gelegenheit, endlich mal wieder gemeinsam zu basteln. Dafür müssen es auch nicht unbedingt die Kastanien aus dem Park sein, die mit Streichholzbeinchen jahrelang auf der Fensterbank verstauben. Spaß könnte es doch auch machen, eine Retro-Konsole von Nintendo aus tausenden von Legosteinchen zusammenzubauen.

Genau genommen sind es 2646 dieser bunten dänischen Platikklötzchen, zusammen ergeben sie das "Nintendo Entertainment System". Das ist die legendäre 8-Bit-Spielekonsole des japanischen Herstellers. Sie kam im Original in Deutschland 1986 auf den Markt und verkaufte sich weltweit mehr als 60 Millionen Mal.

In der jetzigen Legoversion ist im Set auch ein kleiner Röhrenfernseher mit stilecht knarzendem Retro-Drehknopf dabei. Dessen Displaydiagonale misst etwa 16 Zentimeter, also gute 6,3 Zoll. Ausgestattet ist das TV-Gerät bereits mit einem Farbbildschirm. Darauf zu sehen: Nintendo-Erfolgsklempner Mario mit rotem Käppi.

Mit dem Modell lassen sich allerdings keine "Super-Mario"-Spiele spielen, denn auch der Controller, das Verbindungskabel und die Antenne des Fernsehers sind selbstverständlich aus Lego (oder aus Plastik). Mit einer Kurbel an der rechten Seite des Fernsehers kann man allerdings den Bildschirm im TV-Gerät weiterdrehen und die kleine Mariofigur hüpft dann über Hindernisse aus grünen Lego-Pixelsteinchen. Zusätzlich gibt es oben am Gerät noch einen Funktionsstein, auf den sich die Figur aus dem "Super-Mario"-Starter-Set von Lego stellen lässt. Sie spielt die Titelmelodie des gleichnamigen Spiels ab.

Aber um so weit zu kommen, müssen erst einmal 21 Tütchen aufgerissen und Steinchen um Steinchen zusammengefügt werden. Dafür braucht man zusammen mit dem geübtesten Legobaumeister der Familie, dem elfjährigen Sohn, netto gut fünf Stunden. Die Altersempfehlung ist mit "18 plus" angegeben, das schwierigste - oder eher das nervigste - ist aber, die vielen flachen Schichten des Bildschirms für den Röhrenfernseher zusammenzubauen.

Hat man es geschafft, hat man ein höchst dekoratives, allerdings auch ein recht teures Retro-Modell. Das Nintendo-Legoset kostet rund 220 Euro. Dafür kann man sehr viele Streichhölzer für Kastanienmännchen kaufen. Und die Kastanien gibt's umsonst.

Mirjam Hauck

9 / 10

iPad mit Stift

Apples iPad

Quelle: oh

Wer in einer Produktkategorie einen Marktanteil von knapp 60 Prozent erreicht, muss einiges richtig gemacht haben. So wie Apple mit seinem iPad. Kein anderer Hersteller erreicht eine solche Dominanz, Verfolger Samsung ist mit 22 Prozent ziemlich abgeschlagen, von den anderen im Wettbewerb mal ganz zu schweigen. Die kommen bestenfalls auf mittlere einstellige Werte, die meisten haben noch weniger Marktanteil (Zahlen von der Marktforschungsfirma Statcounter).

Das liegt vor allem daran, dass Google keinen besonderen Eifer an den Tag legt, sein Mobilbetriebssystem Android an die Erfordernisse von Tablets besser anzupassen. Noch immer gibt es ein System für Smartphones und Tablets. Bei Apple dagegen haben sich die Wege getrennt, für die Tablets entwickelt der Konzern ein eigenes Betriebssystem, iPadOS. Insgesamt kann Apple deshalb das rundere, ausgewogenere Paket anbieten - wie immer natürlich zu einem gehobenen Preis.

Das iPad der achten Generation startet zwar vergleichsweise günstig mit 370 Euro, doch wer statt der viel zu mickrigen 32 Gigabyte Speicher 128 Gigabyte will, ist gleich mal fast einen Hunderter mehr los. Ein LTE-Modul kostet nochmal etwa 130 Euro mehr. Und wer das Gerät mit einem Stift benutzen will, muss noch einmal 100 Euro mehr einplanen. Damit ist man bei etwa 700 Euro - dafür gibt's auch schon anständige Laptops. Und der Nutzer hat immer noch keine Schutzhülle, die sich sehr empfiehlt, wenn man das iPad öfters irgendwohin mitnehmen will.

Am Gerät selbst gibt's nicht viel zu mäkeln, es wirkt nicht ganz so wertig wie die iPads mit dem Zusatz pro, aber die spielen preislich nochmal in einer ganz anderen Liga. Der 26-Zentimeter-Bildschirm ist hell und scharf, das Gerät reagiert gut auf Stifteingaben, künstlerisch ambitionierte Nutzer sollten sich aber eher bei den Pro-Geräten umsehen, die verwenden den Stift der zweiten Generation, der noch feineres Zeichnen ermöglicht.

Das Innenleben wurde gegenüber dem Vorgänger wie üblich verbessert, der Hauptchip rechnet schneller und bringt zudem die Neural Engine mit, einen Spezialprozessor für maschinelles Lernen. Der hilft beispielsweise bei Aufgaben der Bildbearbeitung.

Insgesamt ist iPad Nummer acht gelungen, mehr muss nur ausgeben, wer den besseren Stift der pro-Modelle braucht oder erheblich mehr Rechenpower. Dann wird's aber auch teurer.

Helmut Martin-Jung

10 / 10

Faltbares Handy von Samsung

Samsung Galaxy Z Fold 2

Quelle: oh

Die guten Nachrichten zuerst: Das Galaxy Z Fold 2 hat sich im Vergleich zu seinen ebenfalls faltbaren Vorgängern gut entwickelt. Zusammengeklappt ist es so groß wie ein schmales Smartphone, nur viel dicker, aufgeklappt aber hat man ein kleines Tablet zur Verfügung. Ein größerer, wenn auch immer noch so sehr schmaler Frontbildschirm, machen das ungewöhnliche Smartphone besser nutzbar. Auch die Mechanik fühlt sich stabiler an.

Dies auch deshalb, weil Samsung sich einige Software-Gimmicks hat einfallen lassen. So lässt sich das Handy mit auf 90 Grad geklapptem großen Bildschirm als Mini-Laptop nutzen oder zum Fotografieren - gut für Nachtschnappschüsse mit Verwacklungsgefahr. Via Frontbildschirm kann man auf diese Weise auch beim Selfie-machen schauen, ob man auf dem Foto gut zu sehen ist.

Wie beim Vorgänger lassen sich auch beim Z Fold 2 bis zu drei Apps gleichzeitig öffnen, etwa Mails, Kalender und Notizen. Nicht alle Apps sind aber für das Falthandy angepasst, den Firefox-Browser zum Beispiel muss man neu starten, wenn man vom Front- auf den großen Bildschirm wechselt, sonst wird er dort genauso schmal angezeigt wie vorne.

Natürlich ist es auch für Menschen mit guten Augen ein Gewinn, auf einem größeren Bildschirm lesen oder schreiben zu können. Der große Bildschirm ist daher auf jeden Fall ein Vorteil. Die Stelle, an der er gefaltet wird, ist zu erkennen, das stört aber meist nicht. Der neue Funkstandard 5G ist auch an Bord.

Nun aber zu den schlechten Nachrichten. Das Fold ist ein Klopper. Fast 300 Gramm schwer, zieht es mächtig an der Jackentasche. Faltet man es zusammen, liegen die Bildschirmhälften nicht plan aufeinander, sondern es bleibt eine keilförmige Lücke, in die Staub, Brösel und anderes eindringen kann. Im Scharnier soll dies eine Art Bürste verhindern. Auch die Mechanik fühlt sich stabiler an. Wasser- oder staubdicht ist das Z Fold 2 aber bauartbedingt nicht - anders als andere hochwertige Smartphones.

Angesichts des saftigen Preises von knapp 2000 Euro kommt das Falt-Smartphone nur für Leute in Frage, die es sich unbedingt ersparen wollen (und leisten können), ein zweites Gerät mitzunehmen. Ein Tablet für 500 oder 600 Euro, dazu ein gutes Smartphone zum selben Preis - dafür zahlt man immer noch knapp halb so viel wie für das Fold. Ein Hingucker ist das Handy zum Falten aber allemal.

Helmut Martin-Jung

© SZ.de/mri
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