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Neue Facebook-Richtlinien:Löschknopf gefunden

Facebook erneuert seine Datenschutzrichtlinien: Nutzer können ihr Profil nun einfacher löschen oder auf der Seite eine letzte Ruhestätte finden.

Als "oft verwirrend und unvollständig" hatte im Juli die kanadische Datenschutzbeauftragte Jennifer Stoddart die Datenschutzbestimmungen des Internet-Netzwerks Facebook bezeichnet. Nun hat das Unternehmen reagiert und neue Richtlinien vorgestellt.

Ganz so prominent sieht der Löschknopf bei Facebook noch nicht aus.

(Foto: Foto: iStockPhoto)

Die neuen Bestimmungen geben detaillierte Informationen darüber, wie ein Nutzer sein Konto deaktivieren oder löschen kann. Lange Zeit hatte das Portal den Eindruck vermittelt, ein Nutzer könne sein Profil nur deaktivieren. In diesem Fall verbleiben die von ihm eingestellten Informationen in den Datenbanken des Unternehmens, das Profil ist im Netz unsichtbar, Kommentare auf den Seiten anderer Nutzer werden anonymisiert. Bei einer Löschung speichert Facebook die Daten für maximal 90 Tage als Sicherheitskopie.

Etwas Klarheit bringt Facebook auch in die Frage, welche Informationen Suchmaschinen zugänglich sind. Demnach können externe Suchmaschinen Informationen mit der Standardeinstellung "Alle" finden, soweit Facebook dies zulässt. Dies ist vor allem von Bedeutung, da Microsoft bald Facebook-Nachrichten in seinem Suchdienst Bing erfassen wird.

Persönliche Informationen werden nur anonymisiert und als Teil von Statistiken weitergegeben, verspricht das Unternehmen, garantiert aber nicht, dass sich die Betreiber von Facebook-Fremdanwendungen wie Mini-Spielen daran halten.

Auch für den Umgang mit den Profilen von Verstorbenen gibt es nun klare Richtlinien: Facebook friert die Seiten eines verstorbenen Nutzer ein, sobald es Beweis erhält, dass dieser tatsächlich tot ist.

Geodaten erwähnt

Persönliche Informationen wie Statusmeldungen werden dann gelöscht, Freunde des Nutzers können aber weiter an der Pinnwand Erinnerungsnachrichten hinterlassen. Auf Wunsch von Angehörigen kann die Seite auch komplett gelöscht werden.

Erstmals ist in den neuen Bestimmungen auch von Geodaten die Rede: Daten, die den Aufenthaltsort eines Nutzers anzeigen, würden behandelt wie andere Informationen auch, heißt es. Dies gilt als Hinweis, dass Facebook-Nutzer ihre Standortinformationen bald automatisch an das Portal übermitteln können. Erst vor kurzem hatte Twitter begonnen, die freiwillige Ortung seiner Nutzer testweise auszuprobieren.

Die neuen Datenschutzrichtlinien gelten im Moment noch nicht: Bis zum 5. November können die Nutzer den Vorschlag des Unternehmens kommentieren, danach entscheidet Facebook, ob die Bestimmungen in Kraft treten.

Anfang des Jahres hatten sich zahlreiche Nutzer heftig beschwert, weil das Unternehmen die Daten der Nutzer unbeschränkt verwenden wollte. Im April stellte Facebook eine Regelung zur Abstimmung, wonach die Mitglieder die Rechte an ihren Informationen behalten dürften, Facebook sie aber kommerziell verwenden und an Dritte weitergeben könne. Dieser Vorschlag wurde von einer Mehrheit angenommen.

© sueddeutsche.de/joku/gal

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