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Netflix, Amazon und Co.:Welcher Streamingdienst zu Ihnen passt

Wie funktionieren die verschiedenen Online-Videotheken? Welche Serien und Filme werden wo gezeigt? Was kostet es? Die sechs wichtigsten Streaming-Anbieter im Test.

Aus der SZ-Redaktion

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Filme ohne Ende

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Quelle: SZ

Die gute alte Videothek hat ihre besten Tage hinter sich und langsam wird man auch beim Fernsehen nervös. Denn legale Streaming-Plattformen im Netz boomen.

In diesem Jahr sahen laut Studien 35 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland schon Filme, Serien und Dokus auf Portalen wie Netflix und Maxdome. In Deutschland gibt es mittlerweile unzählige Online-Videotheken, die ihr Programm in Flatrates anbieten. Das ist bequemer, als eine Videothek aufsuchen zu müssen, das Angebot ist größer und wer viele Filme sieht, zahlt mit diesen All-inklusive-Angeboten auch deutlich weniger.

Serienjunkies beklagen allerdings das oft rasch wechselnde Programm der Dienste. Ehe man sich versieht, ist die Serie, die man gerade schaut, nicht mehr verfügbar. Das Programm ist je nach Internetverbindung meist in SD- oder HD-Auflösung verfügbar. Filme mit Altersbeschränkung lassen sich bei allen Online-Videotheken per Passwort vor Kindern sichern. Klingt nach einer guten Alternative zum Fernseher? Wir stellen die sechs interessantesten Anbieter vor.

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Netflix:Der Marktführer

Screenshots für Streaming-Dienste Test BiGa

Quelle: Netflix

Was ist das? Der Marktführer. Gestartet als DVD-Verleiher, heute 65 Millionen Kunden.

Wie funktioniert's? Anmelden und für eine Version entscheiden (von KeinHD bis UltraHD, eine oder vier Nutzer). Geschaut wird dann im Browser oder am internetfähigen Fernseher. Die Auswahl reicht von klassischen Genres wie Drama und Action bis zu Kindersendungen. Alle Filme und Serien, die in Deutschland angeboten werden, sind mindestens untertitelt, sehr oft gibt es auch eine Synchronisation.

Was wird gezeigt? Die Stärke liegt klar bei den Serien. Netflix gibt selbst Millionen Dollar aus, um großartige eigene Stoffe wie die Gefängnisserie "Orange is the New Black", den Polit-Thriller "House of Cards" oder die Comedy "Bojack Horseman" zu produzieren. Zudem gibt es Independent- und Blockbuster-Filme, wie "Inception". Bei Fremdinhalten allerdings wird nicht viel Wert auf Aktualität gelegt.

Geeignet für: Leute, die das Wochenende vor dem Laptop verbringen, weil sie "nur noch eine Folge" schauen wollen.

Läuft auf: iOS, Android, Pc, Mac, Windows Phone, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii (U), Smart-TVs, Blu-ray Player

Laufzeit: Monatlich kündbar

Preis: Standard-Paket 7,99 Euro pro Monat. 9,99 Euro für HD-Inhalte und mögliche Parallelnutzung an zwei Geräten, 11,99 Euro für bis zu vier Streams gleichzeitig

Hakan Tanriverdi

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Amazon Instant Video:Der Online-Riese

Screenshots für Streaming-Dienste Test BiGa

Quelle: Screenshot/Amazon

Was ist das? Die Plattform des Online-Riesen Amazon ist laut Goldmedia das am häufigsten genutzte Videostreaming-Angebot in Deutschland.

Wie funktioniert's? Amazon-Kunde ist ohnehin fast jeder, jetzt noch eine Prime-Mitgliedschaft abschließen und schon kann gestreamt werden. Mit einem Fire-TV-Stick (39 Euro) lässt sich das Programm auch auf den Fernseher übertragen. Herunterladen von Filmen für die Offline-Nutzung funktioniert nur mit den Amazon Kindle-Geräten. Obwohl es die Möglichkeit gibt, Untertitel einzublenden, stehen viele Titel nicht in Originalsprache zur Verfügung.

Was wird gezeigt? 15 000 Titel, darunter Highlights wie die exklusiv für Amazon produzierte, mit dem Golden Globe ausgezeichnete Serie "Transparent", aber auch moderne Klassiker wie "Downton Abbey", "Homeland" oder "Game of Thrones" (teilweise gegen Aufpreis). Auch neuere Kinofilme wie "Hüter der Erinnerung - The Giver".

Geeignet für: Serienjunkies, die sowieso alles bei Amazon bestellen.

Läuft auf: iOS, Android, Pc, Mac, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii, Wii U, Smart TVs, div. Blu-ray Player

Laufzeit: Jahresabo, Monatsabo oder Einzelabruf

Preis: 49 Euro im Jahr für Prime-Mitglieder (circa 4,08 Euro im Monat). Monatsabo 7,99 Euro. Neue Serien kosten häufig extra.

Mirjam Hauck

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Watchever:Der Kinderspielplatz

Screenshots für Streaming-Dienste Test BiGa

Quelle: Screenshot/Watchever

Was ist das? Das Streaming-Angebot des französischen Medienriesen Vivendi startete vor über zwei Jahren mit viel Werbung, inzwischen ist es um Watchever aber sehr ruhig geworden.

Wie funktioniert's? Gestreamt wird mit der Browser-Erweiterung Silverlight, für Mobilgeräte gibt es eine App. Beides lässt sich intuitiv bedienen. Oft kann man zwischen Deutsch und Originalton umschalten. Wer einen Film in Ruhe im Zug oder Urlaub ohne Internetverbindung ansehen will, kann Titel bis zu 30 Tage offline zwischenspeichern. Derselbe Account kann auf bis zu drei Geräten parallel genutzt werden. Untertitel gibt es nicht.

Was wird gezeigt? Top bei den etwas älteren Serien: "Breaking Bad", "The Walking Dead" und, hochgelobt, "The Returned". Dafür fehlen die aktuellen Renner: kein "Game of Thrones", keine "Girls". Auch bei den Filmen unter den angeblich 12 500 Titeln ist Watchever eher schwach. Es gibt Dokus und Klassiker, aber hochkarätige Neuheiten sind selten. Kinder haben dafür in einer großen Abteilung die Wahl zwischen "Sesamstraße", "Spongebob" oder "Pokémons ".

Geeignet für: Kinder und Kindsköpfe

Läuft auf: iOS, Android, PC, Mac PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, Wii

Laufzeit: Monatlich kündbar

Preis: 8,99 Euro im Monat

Franziska Schwarz

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Maxdome:Der Pionier

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Quelle: Maxdome/PR

Was ist das? Der Pionier unter den deutschen Streaming-Diensten. Das Angebot der ProSiebenSat.1-Media gibt es seit 2006.

Wie funktioniert's? Die Wiedergabe im Web-Browser am Computer läuft so reibungslos wie in den Smartphone-Apps. Am internetfähigen Fernseher und auf der Spielkonsole (getestet auf Playstation 4) läuft Maxdome etwas langsamer als die Software der Konkurrenz. Untertitel gibt es gar nicht. Dafür einen Offline-Modus, mit dem sich Filme herunterladen lassen und nette Extras wie das Schauspielerlexikon, über das man neue Filme aussuchen kann.

Was wird gezeigt? Unter den angeblich 50 000 Titeln ist kaum Exklusives, es dominieren die üblichen US-Serien: "Big Bang Theory", "How I Met Your Mother." Dafür gibt es viele ProSieben-Sat.1-Serien wie "Der letzte Bulle" und alte Gassenhauer wie "The Voice", "Germany's Next Topmodel" oder "Die Harald-Schmidt-Show". Im Programm sind auch preisgekrönte HBO-Serien wie "Game of Thrones oder "True Detective" - aber nur gegen Aufpreis.

Geeignet für: Alle, die noch sehr am Privatfernsehen hängen.

Läuft auf: iOS, Android, PC, Mac, PS3, PS4, Xbox One

Laufzeit: Monatlich kündbar

Preis: 7,99 Euro im Monat, viele Filme und Serien kosten extra

Matthias Huber

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Snap:Der Violette

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Quelle: Screenshot/Snap

Was ist das? Eines von gefühlt 20 Online-Angeboten des Bezahlsenders Sky.

Wie funktioniert's? Bevor die Videos starten, wird ein kurzer Systemcheck durchgeführt, der bisweilen einfach so fehlschlägt. Die Originalsprache kann eingestellt werden. Kurios: Für den Film "Ziemlich beste Freunde" bietet Snap eine englische und eine deutsche Fassung an, abgespielt wird der französische Originalton. Untertitel gibt es nicht.

Was wird gezeigt? Das Angebot ist dreigeteilt: Filme, Serien, Kids. Die meisten Filme sind vier Jahre alt oder älter, darunter Arthouse- und Independent-Produktionen. Es gibt Blockbuster-Serien ("Breaking Bad") und exklusive HBO-Serien ( "Entourage", "Die Sopranos", "Sex and the City"). Die aktuellen Knaller des US-Programmanbieters, "True Detective" und "Game of Thrones, sind leider nicht vertreten. Hier gilt: Es werden nur ältere, schon ausgestrahlte Staffeln oder abgeschlossene Serien gezeigt.

Geeignet für: Alle, die auf aktuelle Serien und Blockbuster verzichten können.

Läuft auf: PC, Mac, iOS, Samsung-Geräte, Xbox One

Laufzeit: monatlich kündbar

Preis: Standard-Paket für 3,99 Euro im Monat. "Snap Extra", (zwei parallele Logins, Download von Filmen und Serien) 6,99 Euro

Caspar von Au

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Mubi:Der Cineast

Screenshots für Streaming-Dienste Test BiGa

Quelle: Mubi

Was ist das? So etwas wie der Wes-Anderson-Film unter den Streaming-Anbietern: nichts für die breite Masse, aber von den Fans geliebt.

Wie funktioniert's? Technisch reibungslos. Die Streams laufen im Browser, auf mobilen Endgeräten und lassen sich per Airplay oder Chromecast auf den Fernsehen übertragen. Dauerhaft herunterladen kann man die Filme nicht, nur temporär für bis zu sieben Tage speichern.

Was wird gezeigt? Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Diensten: Klasse statt Masse, immer nur 30 Filme gleichzeitig. Jeden Tag wird ein neuer Film empfohlen, der jeweils einen Monat lang verfügbar ist. US-Serien und Hollywood-Blockbuster sucht man vergeblich, dafür gibt es sorgfältig ausgewählte Arthouse- und Independent-Filme, aktuelle Festivalsieger und Klassiker der Kinogeschichte. Wer einen Lieblingsfilm sucht, kann Pech haben. Neuere Produktionen werden in HD gestreamt, viele Filme bietet Mubi in Deutsch und als Originalfassung mit Untertiteln an.

Geeignet für: Cineasten, die lieber schauen als scrollen.

Läuft auf: Android, iOS, PC, Mac Smart-TVs von Samsung und Sony, PS3, PS4

Laufzeit: Jahresabo, Monatsabo

Preis: Monatsabo 4,99 Euro, Jahresabo 39,99 Euro, (entspricht 3,33 Euro pro Monat)

Simon Hurtz

© SZ vom 14.08.2015/cva

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