Süddeutsche Zeitung

Nächster Kundendaten-Diebstahl:Hacker demütigen Sony

Neue Blamage für Sony: Nachdem der Konzern gerade erst das Playstation-Netzwerk repariert hatte, stehlen Hacker offenbar erneut sensible Kundendaten. Bei den Tätern handelt es sich um alte Bekannte.

Sonys Ärger mit Hacker-Attacken findet kein Ende. Jetzt behauptet eine kleine Hacker-Gruppe, auf Servern des Filmstudios Sony Pictures Informationen zu einer Million Kunden geknackt zu haben.

Von der Internetseite Sony Pictures.com, über die unter anderem von Sony produzierte Filme beworben werden, seien mehr als eine Million sensibler Nutzerdaten gehackt worden, erklärte die Gruppe "Lulz Security".

In Stichproben des US-Blogs This Is My Next erwiesen sich die Daten als authentisch. Dem Blog zufolge wurden 39.000 Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort sowie 12.500 mit E-Mail-Adresse, Passwort, Anschrift und Geburtsdatum ins Netz gestellt.

Der Datendiebstahl sei ein Kinderspiel gewesen, weil die Schutzvorrichtungen von Sony zu schwach seien, erklärten die Hacker. Die Daten seien nicht verschlüsselt gewesen, man habe "sie einfach nur nehmen müssen", teilte Lulz Security mit. "Das ist beschämend und unsicher", hieß es in der Stellungnahme der Hacker weiter. "Sie haben es herausgefordert."

Von Sony wurde der erneute Datendiebstahl zunächst nicht bestätigt. "Wir untersuchen diese Angaben", erklärte der Vizepräsident der Sony-Tochter Sony Pictures Entertainment, Jim Kennedy.

Lulz Security: Gemeine Streiche

Sein Unternehmen bietet den Nutzern über die Internetseite SonyPictures.com Informationen und Trailer zu Filmen und Fernsehshows. Wer sich beim E-Mail-Service der Seite anmeldet, bekommt automatisch neueste Informationen zugeschickt.

Lulz Security war in jüngster Zeit häufiger aktiv. Unter anderem hackte sie die Website der US-Castingshow X-Factor und mogelte auf der Seite des Senders PBS einen Artikel unter, wonach der 1996 getötete Rapper Tupac Shakur am Leben sei.

Sony war erst im April Ziel eines Hackerangriffs gewesen. Dabei wurden unter anderem sensible Daten von weltweit etwa hundert Millionen Kunden des Playstation Network gehackt. Daraufhin hatte Sony das Angebot zunächst gestoppt. Inzwischen hat das japanische Unternehmen erklärt, dass es fast überall in der Welt das Playstation Network wieder freischalte.

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