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Zukunft des Konzerns:Die Herausforderungen des Tim Cook

Mittelfristig steht das Team rund um Apple-Chef Tim Cook allerdings vor einer strategischen Entscheidung, die die Ausrichtung des kompletten Konzerns betrifft: Setzt das Unternehmen weiterhin vor allem darauf, über teure Premium-Hardware Geld zu verdienen? Dann muss Apple seinen Innovationsvorsprung behalten und den Kunden weiterhin außergewöhnliche Geräte bieten.

Wegweisende Produkte von Steve Jobs

Das Vermächtnis des Apple-Chefs

In der bisherigen Firmen-Geschichte garantierte Steve Jobs mit einer Mischung aus Weitblick und Detailbesessenheit diese Innovationen, der Einbruch des Unternehmens während seiner Abwesenheit zwischen 1985 und 1997 zeigt, wie sehr Apple vom Gründer abhing. Die hohen Erwartungen an Apple-Produkte könnten in der Post-Jobs-Ära zur Bürde werden, wie die enttäuschten Reaktionen auf die Vorstellung des iPhone 4S erahnen lassen.

Der andere Weg wäre eine Öffnung für ein größeres Massenpublikum, wie die Preissenkungen es andeuten. Apple-Produkte würde es dann mittelfristig auch in abgespeckten, preiswerteren Varianten geben, um die weniger gutbetuchten Kunden anzusprechen. Damit würde sich das Unternehmen allerdings nicht nur seinen Markenkern verändern, sondern auch in einen Preiskampf einsteigen, der am Gewinn nagen dürfte.

An namhaften Gegnern mangelt es nicht: Neben der Google-Motorola-Allianz und Unternehmen wie Samsung oder HTC drängt inzwischen auch der Online-Händler Amazon mit einem preiswerten Tablet für den Medienkonsum auf den Markt. Im PC- und Laptop-Bereich dominieren weiterhin Geräte mit Microsofts Windows-Betriebssystem.

Wie arbeitet der Vorstand?

Noch ist unklar, ob Apples neue Führungsstruktur für die strategischen Herausforderungen taugt: Anders als Steve Jobs gilt Tim Cook als integrative Person, dem jedoch das Charisma fehlt. Wie der mit Apple-Veteranen wie Phil Schiller oder Scott Forstall gespickte Vorstand Entscheidungen findet, dürfte entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg der künftigen Führungsriege beitragen.

Bereits im August hatte Cook seinen Mitarbeitern versichert, dass sich "Apple nicht ändern wird". Sollten sich seine Worte bewahrheiten, wird das Unternehmen weiterhin mit großer Risikobereitschaft agieren. Die größte Herausforderung dabei wird die Tatsache sein, dass es dabei nicht mehr auf den Instinkt, die Unterstützung und die Führung des Firmenmitbegründers zurückgreifen kann.