Mobiltelefon Forscher entwickeln Handy ohne Batterie

Das batterielose Handy aus Seattle soll noch besser werden.

(Foto: Mark Stone/University of Washington)

Selbst einfache Handys brauchen einen Akku - dieses nicht. Es arbeitet mit Vibrationen, Radiosignalen und Solartechnik.

Von Tobias Költzsch

Forscher der University of Washington in Seattle haben ein Handy entwickelt, das keinen Akku benötigt und dennoch Telefonate ermöglicht. Das kleine Gerät, dessen Prototyp momentan eine Platine ist, hat einen Strombedarf von nur 3,5 Mikrowatt. Die Energie wird sowohl durch ein nur reiskorngroßes Solarmodul aufgenommen als auch durch eine Basisstation, die die Stromversorgung durch Radiosignale bis zu einer Reichweite von zehn Metern sicherstellt.

Die Technologie der Basisstation ließe sich den Forschern zufolge leicht in jede Mobilfunkbasisstation und in Router einbauen, so dass eine flächendeckende Stromversorgung von Handys gesichert sein könnte. Um den Energiebedarf des Handys so niedrig zu halten, mussten die Wissenschaftler bei der Art und Weise, wie Sprache übertragen wird, umdenken. Anstatt das analoge Sprachsignal in ein digitales umzuwandeln und dieses zu übertragen, wird die Sprache mit Hilfe des Mikros in Vibrationen erfasst.

Sprache wird über Radiosignale übertragen

Diese Schwingungen werden anschließend von einer Antenne in Veränderungen eines Radiosignals umgewandelt und über die Basisstation übertragen. Dafür nutzen die Forscher Skype und können auf diese Weise Telefonate führen, Daten übertragen und Anrufe halten. Aktuell müssen Nutzer noch manuell zwischen Senden und Empfangen umschalten, in etwa wie bei einem Funkgerät.

Das batterielose Handy wurde mit Standardteilen hergestellt, die Herausforderung dürfte die Basisstation sein. Die maximale Entfernung des Handys zur Basis kann die angegebenen zehn Meter überschreiten: Dank des Solarmoduls konnten die Wissenschaftler in ihren Versuchen den Abstand auf mehr als 15 Meter erhöhen. Außerhalb dieser Reichweite funktioniert das Handy nicht.

Als Nächstes wollen die Forscher die Entfernung zwischen Handy und Basisstation weiter erhöhen und die Konversationen verschlüsseln. Zudem soll in späteren Modellen auch Videotelefonie möglich sein, dafür soll eines der kommenden batterielosen Handys auch einen Bildschirm haben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Golem.de.

Gadgets

So sieht die Zukunft aus