Mobile World Congress 5G ist nicht nur eine Sache der Technik

Und natürlich geht es bei 5G auch und ganz besonders um selbstfahrende Autos. Die rollenden Computer, zu denen Autos mehr und mehr mutieren, stellen mit die höchsten Anforderungen an die Netztechnik. Sie brauchen eine breite Datenautobahn, aber kritische Informationen - Achtung: Eis hinter der Kurve - sollen auch möglichst verzögerungsfrei übertragen werden. "Die EU ist sehr aktiv bei 5G und beim Internet der Dinge", sagt Enrico Salvatori, der Europachef des US-Chipherstellers Qualcomm. Denn besonders der europäischen Politik sitzt die Autoindustrie im Nacken. Ohne 5G, das ist den Herstellern schon einige Zeit klar, können sie ihre Zukunftsvisionen vom selbstfahrenden Auto vergessen. Besonders die Länder, die eine starke Autoindustrie haben, übten daher viel Druck aus: "Deutschland, Frankreich, Italien, die sind alle sehr fordernd", sagt Salvatori.

In anderen Ländern dagegen, in den USA etwa, wo demnächst ein großer 5G-Versuch mit vielen Tausend Testkunden stattfinden wird, geht es eher darum, möglichst viele Daten zu übertragen. Ähnliches gilt für Asien. In Südkorea sollen die Olympischen Spiele in Pyeongchang per 5G versorgt werden - obwohl bis dahin die Standards für die neue Netzwerktechnik noch nicht final verabschiedet sein werden.

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Aber auch bei der Entwicklung des Standards, der global einheitlich sein soll, baut sich mehr und mehr Druck auf. Qualcomm etwa hat eine Initiative gestartet, die zum Ziel hat, den Standard schneller zu verabschieden, schon 2019, nicht erst 2020. Natürlich nicht ganz uneigennützig. Denn damit die passenden Chips entwickelt und hergestellt werden können, müsse eben erst einmal bekannt sein, was sie leisten sollen, sagt Salvatori.

Das Netz muss modernisiert und aufgerüstet werden

Aber ist 5G tatsächlich nur eine Sache der Technik? "Nein", sagt Sandra Rivera, die beim Chiphersteller Intel den Bereich Netzwerk-Plattformen leitet, zwar müsse erst einmal das Netz stehen, bevor man an Anwendungen denken könne. Aber: "5G ist weniger ein Technikproblem als ein Problem der Geschäftsmodelle." Also: Wie sollen die Anbieter künftig ihr Geld verdienen? Orange-Chef Stéphane Richard spricht von 200 Milliarden Euro, die in den nächsten paar Jahren weltweit investiert werden müssten, um 5G einzuführen. Nur wenn Aussicht besteht, das Geld wieder hereinzubekommen, werden sie gewillt sein, diese riesigen Investitionen zu schultern. Das Netz muss modernisiert und aufgerüstet werden, es braucht Rechenzentren, die mit den Datenmengen fertigwerden, die all die vielen Sensoren liefern.

"Bisher wird die Netzabdeckung über Haushalte gemessen", sagt Ericsson-Mann Bach. Doch wenn Maschinen mit Maschinen kommunizierten, gehe es darum, Flächen abzudecken. Und auf einem Quadratkilometer, sagt Sandra Rivera von Intel, könnten Millionen solcher Sensoren im Einsatz sein.

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