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Linux-Smartphone:Ubuntu startet Crowdfunding-Kampagne

Firefox hat sich mit der Telekom zusammengetan, um sein alternatives Smartphone-Betriebssystem zu vermarkten. Ubuntu will es mit Hilfe der Crowd schaffen. Mittels Crowdfunding sollen 32 Millionen Dollar für das Ubuntu-Smartphone "Edge" eingesammelt werden.

Der Markt für alternative Smartphone-Betriebssysteme jenseits von Android und iOS ist weiter in Bewegung. Vor gut zwei Wochen präsentierte Mozilla zusammen mit der Telekom ein Smartphone mit Firefox OS, das zunächst in Polen, Griechenland und Ungarn, ab September auch in Deutschland erhältlich sein soll.

Firefox OS basiert auf dem freien Betriebssystem Linux. Nun steigt ein weiterer Player in diesen Markt ein: Die Firma Canonical des südafrikanischen Milliardärs Mark Shuttleworth, die mit Ubuntu die bekannteste Linux-Desktop-Distribution vertreibt, hatte bereits im Februar Ubuntu for Phone angekündigt. Jetzt werden die Pläne konkreter: Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo sucht Ubuntu nun zahlreiche Unterstützer.

32 Millionen US-Dollar sollen so für die Finanzierung des neuen Smartphones namens Edge zusammenkommen. Insgesamt 31 Tage haben Finanziers Zeit, Geld zu geben. Wenn die angestrebte Summe zusammenkommt, startet die Produktion. Geliefert werden sollen die Ubuntu-Phones im Mai 2014.

VIP-Event mit Mark Shuttleworth

Für die ganz schnellen Interessenten war am gestrigen Starttag das Smartphone für 600 Dollar zu haben. Dieses Angebot ist mittlerweile ausverkauft, laut Website haben es 5040 Käufer genutzt. Alle anderen müssen jetzt 830 Dollar für ein Ubuntu Edge bezahlen, oder sie greifen noch tiefer in die Tasche, geben 10.000 Dollar aus und dürfen zusätzlich bei einem exklusiven VIP-Event Mark Shuttleworth treffen.

Für Firmenkunden gibt es noch ein Rabattangebot: Für 80.000 Dollar können sie gleich 100 Ubuntu-Smartphones vorbestellen. Wer das Projekt lediglich unterstützen möchte und kein neues Handy braucht, erhält für 20 Dollar eine namentliche Erwähnung auf der Website und Zugang zu den Diskussionsforen des Projekts.

Zur Ausstattung des neuen Smartphones macht Canonical bislang recht knappe Angaben. Das Gehäuse des Edge wird aus Metall sein und 124 mal 64 mal 9 mm messen. Das Display soll 4,5 Zoll groß sein, die Pixeldichte weniger als 300 ppi betragen. Es werde aber Wert auf Farbechtheit gelegt, so Canonical. Über dem Display liegt Saphirglas. Angetrieben wird das Smartphone durch den "schnellsten erhältlichen Multi-Core-Prozessor", genauere Angaben gibt es nicht. Der Arbeitsspeicher soll vier GByte, der eingebaute Flash-Speicher 128 GByte groß sein. Auf der Rückseite soll es eine 8-Megapixel-Kamera, auf der Vorderseite eine 2-Megapixel-Kamera geben. Zudem soll es LTE-tauglich sein.

Das Ubuntu Edge läuft mit zwei Betriebssystemen, mit Ubuntu und mit Googles Android. Wird es an einen Monitor angeschlossen, kann es wie ein Desktop-PC genutzt werden. Ähnlich wie bei Microsoft und Apple kommt Ubuntu so seinem Ziel näher, ein System für alle Geräte zu werden.