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Laptop Swift 7:Acer lässt das Macbook pummelig aussehen

Dünner als ein Zentimeter: Acer zeigt superschlankes Notebook

Dünner als ein Zentimeter: der Acer Swift 7.

(Foto: dpa-tmn)

Das Acer Swift 7 ist weniger als einen Zentimeter dick - und damit der dünnste Laptop der Welt. Braucht man so ein Gerät?

Die technischen Daten klingen sensationell: überragende Blickwinkelstabilität von exakt 180 Grad, nie dagewesene Akkulaufzeit, minimalistische Optik, überzeugende Haptik - und als Killerfeature die Abmessungen: Das komplett randlose Display misst 297 x 210 Millimeter, das Super-Gadget ist dabei weniger als einen Millimeter dick.

Die Rede ist hier von einem gewöhnlichen Blatt Papier im Din-A4-Format. Und mit dem kann selbst Acer nicht mithalten: die Blickwinkel schlechter, der Farbraum des Displays geringer, es lässt sich nicht falten. Allerdings bemüht sich das taiwanische Unternehmen, wie die Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin zeigt.

Dort hat Acer sein neues Notebook Swift 7 vorgestellt. Mit 9,98 Millimetern ist es um ein Vielfaches dicker als ein Blatt Papier, aber immer noch der derzeit dünnste Laptop Welt. Der bisherige Rekordhalter, das HP Spectre, ist etwa einen halben Millimeter dicker; Apples Macbook wirkt mit mehr als 1,3 Zentimetern fast pummelig gegen das Swift 7.

Dünn und nicht gerade billig

Für das Swift 7 verlangt Acer happige 1299 Euro. Die Gründe dafür lauten: Acht Gigabyte Arbeitsspeicher, eine SSD mit einem Speicherplatz von 256 Gigabyte und die neueste Prozessorgeneration von Intel. Das Swift ist einer der ersten Laptops, der mit Prozessoren der Kaby-Lake-Serie ausgeliefert wird, die leistungsstärker und stromsparender als Intels Vorgängermodelle seien sollen.

Acer verbaut im Gerät ein 13,3-Zoll-Display, die Größe entspricht somit etwa einer Din-A4-Seite. Besonders widerstandsfähiges Gorilla-Glas soll den IPS-Monitor vor Kratzern schützen. Auf den ersten Blick wirken die Farben satt und kräftig, den genauen Farbraum müssen ausführlichere Tests noch zeigen. Für anspruchsvolle Bildbearbeitung dürfte das Swift 7 kaum geeignet sein, Fotografen greifen aber ohnehin zu anderen Geräten. In der Ifa-Halle stört auch das glänzende Display nicht - wer dagegen häufig im Sonnenlicht arbeiten will, sollte über ein Modell mit mattem Bildschirm nachdenken.

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Die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) ist für Laptops dieser Größe Standard und lässt sich mit guten Augen ohne Skalierung nutzen. QHD- oder 4k-Displays liefern zwar ein noch schärferes Bild, das hilft aber nicht unbedingt, denn viele Programme skalieren noch nicht richtig. Im Alltagseinsatz hat die Full-HD-Auflösung ohne Skalierung noch Vorteile und reicht für diese Bildschirmgröße völlig aus. Obendrein schont die geringere Pixelzahl den Akku.

Dessen Laufzeit fällt mit neun Stunden eher durchschnittlich aus, ein größerer Akku mit mehr Kapazität hätte vermutlich den Schlankheitsrekord gefährdet. Wohlgemerkt: Es handelt sich um Herstellerangaben, in der Praxis ist eher die Hälfte der Laufzeit realistisch. Die hängt allerdings stark von der individuellen Nutzung ab: Maximale Displayhelligkeit, aktiviertes Wlan und hochauflösende Videos zehren besonders stark am Akku.

Was helfen ein paar gesparte Millimeter wirklich?

Überhaupt stellt sich die Frage, was der Titel "dünnster Laptop der Welt" - der ja ohnehin nur ein vorläufiger sein kann - wert ist. Im Alltag spielt das für die meisten Nutzer vermutlich kaum eine Rolle, das Wetteifern um Millimeter ist höchstens interessant für das Guinnessbuch. Relevanter ist in der Praxis wohl das Gewicht. Mit 1,1 Kilogramm ist das Swift 7 leicht, aber darin nicht einsame Spitze.

Unter dem Schlankheitswahn leidet die Vielfalt der Anschlüsse: Eine Kopfhörerbuchse und zwei USB-C-Schnittstellen, das war's. Für ältere USB-Geräte ist damit ein Adapter nötig. Das Touchpad ist mit mehr als sieben Zentimetern außergewöhnlich großzügig dimensioniert und erspart lästiges Absetzen beim Scrollen und Ziehen. Der Tastatur dagegen merkt man die Abmagerungskur an. Der geringe Tastenhub kann nicht mit Business-Tastaturen von Lenovo, Dell oder HP mithalten. Das Tippgefühl ist trotzdem in Ordnung und ähnelt dem eines Macbook. Insbesondere die großen Abstände zwischen den Chiclet-Tasten sind angenehm und verhindern Fehleingaben.

Dünner als ein Zentimeter: Acer zeigt superschlankes Notebook

Das Acer Swift 7 von hinten.

(Foto: dpa-tmn)

Gewöhnungsbedürftig ist die Farbgestaltung: Aktuell gibt es das Swift 7 nur in einem Braun-Gold, das manche für elegant, andere für protzig halten dürften. Der Laptop steckt in einem Gehäuse aus Aluminium, das recht stabil wirkt. Das extrem dünne Display lässt sich allerdings mit wenig Druck biegen, auch hier hätte ein zusätzlicher Millimeter womöglich geholfen.

Eine Version mit Touchscreen oder Stifteingabe gibt es nicht, für die nötige Technik wäre mehr Platz nötig gewesen. Wer handschriftliche Notizen machen will, muss also zur Konkurrenz greifen - oder einfach ein Blatt Papier nehmen.

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