Künstliche Intelligenz vs. Gamer Jetzt verliert die Menschheit schon in "Dota 2"

Die künstliche Intelligenz "OpenAI Five" soll nicht einfach nur lernen, Computerspiele zu spielen, wie hier "Dota 2", sondern auch grundlegende menschliche Eigenschaften.

(Foto: Screenshot / Twitch.tv)

Künstliche Intelligenz demontiert ein Team von Profis im Computerspiel "Dota 2". Diese Entwicklung verbreitet bei manchen Angst und Schrecken.

Von Michael Moorstedt

Wir müssen mal wieder über künstliche Intelligenz (KI oder AI) reden. Ganz konkret geht es um die "Open AI Five", und was ein bisschen so klingt wie die Gangsterbande aus einem alten Western, hat in der letzten Woche tatsächlich einigen Menschen Angst und Schrecken eingejagt.

Bei den fünf Schurken handelt es sich um einen Verbund von KI-Software, die ein Team von menschlichen Profis in dem Computerspiel "Defense of the Ancients 2" ("Dota 2") besiegt hat. In einem Drei-Satz-Match entschied die Software zwei Runden für sich. Bei "Dota 2" treten zwei Teams zu je fünf Spielern in einer Arena gegeneinander an und versuchen, die Basis des Gegners zu zerstören. Für einen Uneingeweihten ist es so gut wie unmöglich, nachzuvollziehen, was da auf dem Display passiert.

Nach Meinung der Entwickler hat die KI damit sogar noch mehr erreicht als vor zwei Jahren. Damals demütigte ein Programm den menschlichen Champion Lee Sedol im vermeintlich für Computer undurchdringbaren Go. Denn anders als bei den Brettspielen bleiben die Züge des Gegners bei "Dota 2" bis zur Konfrontation im Dunkeln verborgen. Man muss die Strategie des Gegenübers vorhersagen können. Der KI-Spieler muss also ein paar Fähigkeiten entwickeln, für die Computerprogramme nicht bekannt sind: Vorstellungskraft und Intuition.

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Außerdem handelt es sich dabei um ein Echtzeit-Spiel. Der Computer kann also nicht beliebig lang mögliche Züge und Varianten durchrechnen. Eine weitere Fähigkeit, die man nicht mit Computern assoziiert: Teamplay. Wie in einer Fußballmannschaft gibt es auch bei "Dota 2" genau definierte Rollen für jeden Teil der Mannschaft, Verteidiger und Angreifer etwa, nur wenn die Kommunikation klappt, kann man erfolgreich sein. Nie habe er sich nutzloser gefühlt als bei dem Match gegen den Computer, schrieb später einer der Profis auf Twitter. Besonders beeindruckt habe ihn das Fehlen jeglichen Zögerns.

Jedes größere KI-Labor kooperiert mittlerweile mit Videospielherstellern. Microsofts KI tobt sich im konzerneigenen Spiel "Minecraft" in Zusammenarbeit mit menschlichen Spielern aus. So soll sie lernen, die Absichten eines Menschen zu dechiffrieren. Das sei wichtig für die Entwicklung smarter Software-Assistenten. Es steckt mehr dahinter als nur, nun ja, Spielerei. Genau wie ein Kind soll die KI spielerisch lernen. Es geht darum zu planen, zu erkunden und Hunderte kleinere Entscheidungen zu treffen, um ein größeres Ziel zu erreichen. Tatsächlich geht es darum, dass die Programme durch das Navigieren in der virtuellen Umgebung einen Sinn für die Realität entwickeln.

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