Klage gegen Google in Frankreich Frankreichs Justiz ist kein Google-Freund

2009 verurteilte die Justiz den französischen Ableger von Google, weil die halbautomatische Suchvervollständigung hinter den Firmennamen des Energieanbieters Direct Energie das Wort "Nepp" setzte. Das Unternehmen klagte und gewann. Google musste den Algorithmus ändern.

Es ist nicht der einzige Fall, der Google zum Einlenken verleitete. Technisch ist das ein Leichtes, vor allem für einen Großkonzern. Trotzdem tut Google nun so, als verhalte sich der Konzern schlicht neutral. Das steht jedoch in Widerspruch zu der Mitteilung, dass der Algorithmus auf "einer Reihe von Faktoren wie zum Beispiel der Popularität" basiere.

Schützen Filter Persönlichkeitsrechte?

Die Faktoren sind demnach menschengemacht und keinem höheren mathematischen Objektivitätsprinzip unterworfen. Google könnte einen entsprechenden Filter schalten, um unerwünschte Assoziationen zu tilgen.

Menschenrechtsorganisationen argumentieren, es gehe um den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Gerade in Zeiten von "Shitstorms", in denen Einzelne in einen Strudel von Verleumdungen geraten könnten, seien schützende Filter angebracht.

Überdies könnten Algorithmen auch manipuliert werden. Doch Google beharrt bis auf weiteres auf seiner Haltung, pocht auf die Freiheit des Internets und will die Sache am 23. Mai vor Gericht ausfechten.