Konrad Zuse:Als die Rechner rechnen lernten

Der Berliner Konrad Zuse sorgte dafür, dass der erste Computer der Welt aus Deutschland kam. Doch zu seinem 100. Geburtstag wird auch seine Rolle in der NS-Zeit kritisch hinterfragt. In Bildern.

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Konrad Zuse

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Der rechenfaule Berliner Konrad Zuse sorgte dafür, dass der erste Computer der Welt aus Deutschland kam. Doch zu seinem 100. Geburtstag wird seine Rolle in der NS-Zeit kritisch hinterfragt.

Konrad Zuse, der Vater des Computers: Der am 22. Juni 1910 geborene Berliner baute den ersten vollautomatischen Rechner und läutete damit das Computerzeitalter ein. Die Idee ...

TU Berlin, Hauptgebäude, um 1960

Quelle: TU Berlin

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Zuse wurde durch Zufall zum Computerbauer: Eigentlich hatte er an der TU Berlin Bauingenieurswesen studiert. Die Idee ...

Computer ist eine Erfindung aus Deutschland

Quelle: dpa

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... für seinen ersten Rechner, dem Z 1 (hier Archivbild von 1989 mit einem Nachbau), kam ihm während seiner Tätigkeit als Statiker für die Henschel-Flugzeugwerke in Berlin-Adlershof. "Ich war zu faul zum Rechnen", sagte er später einmal rückblickend. 1936 machte er sich deshalb daran, ... 

Ex-Mitarbeiter ehren Computerpionier Zuse

Quelle: ddp

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... eine Lochstreifenmechanik zu entwickeln, die einfache Rechenoperationen ausführen konnte. Das Wohnzimmer der Eltern wurde zur Bastelstube umfunktioniert, beim Bau halfen ihm Studenten, finanziell unterstützten ihn Verwandte und der Rechenmaschinenfabrikant Kurt Pannke. Allerdings funktionierte der Z 1 nicht richtig, weshalb Zuse ...

Konrad Zuse, Z3

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... 1941 das Nachfolgemodell Z 3 fertigstellte (hier ein Nachbau im Konrad-Zuse-Museum,. Hünfeld). Er gilt als erster frei programmierbarer Rechner der Welt. Das Grundmuster, der binäre Code (0 und 1), ist auch heute noch Grundlage für die Rechenoperationen eines Computers. Der Z 3 ("Z wie Zuse") konnte allerdings nur fünf Vorgänge pro Sekunde berechnen. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Chip arbeitet heutzutage 70 bis 80 Millionen Rechenvorgänge pro Sekunde ab - Tendenz steigend.

ZUSE ROJAS Z 3

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Während des Kriegs versuchten viele Kriegsnationen, Rechenmaschinen weiter zu entwickeln. Zuses Z 3 wurde im Krieg 1943 zerstört, erst in den Siebzigern wurde der Berliner als Erfinder des Computers anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Computerfirma, mit der er nach dem Krieg die Nachfolgemodelle der Z-Reihe produzierte, bereits an Siemens verkaufen müssen. Das Zeitalter der Microchips war angebrochen. Zuses Sohn Horst (rechts) ist  heute Informatik-Dozent an der TU Berlin. Sein Vater ...

Zum "100." Konrad Zuses: Kunstausstellung im WbI

Quelle: Weiterbildungsintitut WbI GmbH

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... widmete sich der Kunst: Sein expressionistisch angehauchter Malstil zeigt, dass Zuse alles andere als ein Technokrat war. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1995 porträtierte ...

Bill Gates, 1995

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... der Computerpionier den damaligen Microsoft-Chef Bill Gates, der ihn in seinem Alterssitz in Hünfeld bei Fulda besuchte. Zu diesem Zeitpunkt war Zuse längst eine Legende. Seine letzte große Arbeit war ein ...

Konrad Zuse, Turm zur Windenergieerzeugung

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... Turm zur Windenergieerzeugung, der sich selbststaendig auf- und abbaut. Zum 100. Geburtstag des Computerpioniers mehren sich jedoch die Stimmen, die eine Neubewertung von Zuses Rolle in der NS-Zeit fordern. Jüngsten Forschungen zufolge war Zuses Computerprojekt stärker mit der NS-Rüstungsindustrie verwoben, als bisher angenommen. Sein Computer sollte auch für "systematische Rassenforschung" verwendet werden, heißt es im Spiegel. Dennoch ...

Computer ist eine Erfindung aus Deutschland

Quelle: dpa

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... dürfte Konrad Zuse wohl mit Recht als Deutschlands größter Computerpionier gelten. Dass seine folgenreiche Bastelleistung bereits fast sieben Jahrzehnte zurückliegt, darf auch als Symbol dafür gelten, dass im IT-Bereich Deutschland international keine größere Rolle mehr spielt.

© sueddeutsche.de/holz
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