Kinofilm "Iron Sky" T-Shirts und Fanartikel

Anders ist das mit der zweiten Methode, dem Crowdfunding. Dabei können die Unterstützer kleinere Geldbeträge zu dem Projekt beisteuern - als Gegenleistung bekamen sie von Vuorensola T-Shirts und andere Fanartikel. Mit dieser Methode, die an klassisches Merchandising erinnert, seien etwa 250.000 bis 300.000 Euro zusammengekommen, sagt der Regisseur.

Filmszene aus "Iron Sky"

(Foto: Polyband, Mika Orasmaa)

Zeitweise arbeitete er mit dem deutschen Anbieter Startnext zusammen, der sich auf diese Art der Finanzierung von Kulturprojekten spezialisiert hat. Bei Startnext geben Unterstützer einem Projekt Geld und erhalten dafür ein Dankeschön. Das kann eine DVD sein, ein T-Shirt oder auch eine Statistenrolle. "Es sind also keine Spenden, weil man eine Gegenleistung bekommt", sagt Anna Theil von Startnext.

Eine echte Geldanlage

Als dritte Möglichkeit, "Iron Sky" zu unterstützen, blieb den Fans dann noch die echte Geldanlage, das Crowdinvesting. Für mindestens 1000 Euro konnten Privatleute Projektanteile erwerben. Sie werden nun auch an einem eventuellen Gewinn beteiligt, sollte der Film viel Geld einspielen. Kleinanleger auf der ganzen Welt investierten so zusammen 700.000 Euro in die Produktion.

Ganz schön kompliziert sei es gewesen, diese Anlageform in einen legalen Rahmen zu bringen, sagt Vuorensola. Das gesetzliche Regelwerk rund um Geldanlagen sei einfach nicht gemacht für solche kleinen Projekte. Dennoch sei das Crowdinvesting für ihn am Ende die effektivste Form der Geldbeschaffung gewesen, fasst Vuorensola seine Erfahrungen zusammen. Der Regisseur war noch Pionier auf dem Gebiet, Nachahmer gibt es bereits: In Deutschland etwa wurde im Dezember eine Million Euro für einen Kinofilm zur TV-Erfolgsserie "Stromberg" in der Menge, der Crowd, gesammelt.

In den USA, wo Schwarmfinanzierung bislang noch komplizierter war als in Europa, wird derzeit im Senat ein neues Gesetz diskutiert, um den Geldgebern aus dem Netz den Weg in die Wirtschaft zu eben. "Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen", sagt Vuorensola. "Unsere Gesetze in Europa müsste man auch dringend an die neuen Zeiten anpassen."