Süddeutsche Zeitung

Kim Dotcoms geschlossenes Filesharing-Portal:Ex-Mitarbeiter von Megaupload festgenommen

  • Ein Mitarbeiter des eingestellten Filesharing-Portals Megaupload ist in den USA festgenommen worden.
  • Der Mann wartete ursprünglich in den Niederlanden auf den Ausgang eines Auslieferungsverfahrens, warum er sich in den USA aufhielt, ist unklar.
  • Die US-Justiz geht gegen Megaupload-Gründer Kim Dotcom und eine Reihe früherer Mitarbeiter unter anderem wegen Urheberrechtsverletzungen vor.

Früherer Mitarbeiter von Megaupload festgenommen

Ein früherer Mitarbeiter des 2012 eingestellten Filesharing-Dienstes Megaupload ist in den USA festgenommen worden. Der Programmierer Andrus Nomm ist einer von sieben Mitarbeitern, denen die US-Justiz vorwirft, den Megaupload-Dienst betrieben und damit schwere Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben.

Über das Portal, gegründet vom deutschstämmigen Internetunternehmer Kim Schmitz, der sich heute Kim Dotcom nennt, konnten Nutzer auch urheberrechtlich geschützte Filme und Musik tauschen. Nomm sei im US-Bundesstaat Virginia festgenommen worden, berichtet der New Zealand Herald. Die US-Behörden haben sich dazu bislang noch nicht geäußert.

Festgenommener Programmierer wartete auf Auslieferungsverfahren

Nach Angaben von Ira Rothken, dem Anwalt von Megaupload-Gründer Dotcom, hätte Nomm sich derzeit noch in den Niederlanden aufhalten sollen, wo er gegen Kaution auf freiem Fuß lebte und auf den Ausgang seines Auslieferungsverfahrens an die USA wartete. Dass er nun offenbar bereits in die USA gereist ist, sei "überraschend", zitiert der Herald den Anwalt. Er spekuliert nun, die Festnahme könnte Teil eines Deals mit den US-Ermittlungsbehörden sein: Dann habe sich der Programmierer womöglich entschieden, gegen Dotcom auszusagen.

Zukunft von Gründer Dotcom weiter offen

Das wäre möglicherweise eine Wende in der juristischen Auseinandersetzung um Megaupload. Die US-Justiz hatte den Download-Dienst 2012 geschlossen. Der Schaden durch die massiven Urheberrechtsverletzungen belaufe sich auf eine halben Milliarde Dollar, argumentieren die Ankläger in den USA.

Bei einer Razzia hatte die neuseeländische Polizei vergangenes Jahr Gründer Kim Dotcom, der in dem Land lebt, auf Antrag der US-Behörden vorübergehend festgenommen, sein 24-Millionen-Dollar-Anwesen gestürmt und Teile seines Besitzes beschlagnahmt. Die USA haben Dotcoms Auslieferung beantragt. Die Entscheidung darüber verzögert sich aber immer wieder und wird derzeit für Mitte 2015 erwartet.

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