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Kampf gegen Datenspionage:Wie deutsche Firmen von der NSA-Affäre profitieren

File illustration of a projection of binary code around the shadow of a man holding a laptop computer in an office in Warsaw

Sind ihre Daten sicher? Immer mehr Firmen und Privatpersonen wollen ihre Daten besser schützen. Die deutsche IT-Branche boomt.

(Foto: REUTERS)

Niemand ist sicher. Wenn sogar Regierungschefs abgehört werden, dann möglicherweise auch Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen. Nach den Enthüllungen über die NSA wächst der Wunsch nach Sicherheit. Die deutsche IT-Branche freut sich, ihre Sicherheits-Spezialisten sind international gefragt.

Ganze Internet-Hauptleitungen, mehr als 70 Millionen Telefonverbindungen in Frankreich und nun auch noch das Handy der Kanzlerin - alle belauscht. Seit durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden scheibchenweise ans Licht kommt, wie ungeniert der amerikanische Geheimdienst NSA sich Daten geholt hat, fragen sich immer mehr Menschen, vor allem aber Unternehmen, ob ihre Sicherungsmaßnahmen ausreichen.

Denn wenn schon der Bündnispartner sich hemmungslos bedient, was ist dann erst mit feindlicher gestimmten Staaten, mit Konkurrenzfirmen? Gute Nachrichten für die deutsche Sicherheitsbranche. Die Firmen genießen international einen guten Ruf. Winkt ihnen nun das große Geschäft?

IT-Sicherheit kommt aus Deutschland

"Die Kollegen vom Vertrieb kommen bei den Gesprächswünschen kaum noch hinterher", sagt beispielsweise Telekom-Sprecher Rainer Knirsch. Zum sogenannten Merkelphone - einem Verschlüsselungshandy - gab es Anfragen von Regierungen anderer Länder, aber auch aus der Wirtschaft. Er ist sich sicher, dass den Anfragen demnächst auch konkrete Bestellungen von Sicherheitstechnik folgen werden: "Das ist eine Zeitenwende", sagt er, "diesen Prozess kann man nicht mehr umkehren." Sicherheit habe lange im Schatten gestanden, aber jetzt gebe es das Bewusstsein dafür.

"Die Sensibilität ändert sich gerade", beobachtet auch Swenja Kremer vom Düsseldorfer Anbieter Secusmart, der die Bundesbehörden mit abhörsicheren Handys beliefert. "Seit Snowden gibt es vermehrt Anfragen." Bis zum Geschäftsabschluss dauert es aber, denn: "Wir verkaufen ja keine T-Shirts, sondern da muss auch Infrastruktur aufgebaut werden", sagt sie. Auch in kleinen und mittleren Unternehmen - von denen viele bislang eher sorglos mit den Bedrohungen durch Datenklau und Spionage umgingen - sei das Bedürfnis nach mehr Sicherheit gestiegen.

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